Die beiden Belgier Siebe Vanhee und Sébastien Berthe sind im Yosemite Valley eingetroffen. Ihr Ziel ist es, eine der schwierigsten Mehrseillängenrouten der Welt, The Dawn Wall, rotpunkt zu klettern. Droht der Route damit eine baldige Abwertung?

Siebe Vanhee hat verkündet, dass er und sein Landsmann Sébastien Berthe im Yosemite Valley angekommen sind und in eine der schwierigsten Mehrseillängenrouten der Welt eingestiegen sind: The Dawn Wall (32 SL, ~ 9a). The Dawn Wall wurde am 14. Januar 2015 von den beiden Amerikanern Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson erstmals frei geklettert. Die beiden investierten unzählige Versuche verteilt über mehrere Jahre in die Eröffnung und erste freie Begehung. Für den eigentlichen Durchstiegsversuch verbrachten die beiden, begleitet von einem Kamerateam, insgesamt 19 Tage in der Wand.

Erste Wiederholung durch Adam Ondra

Ein Jahr nach Caldwell und Jorgeson kam der tschechische Überkletterer Adam Ondra ins Yosemite Valley. Es war sein erster Trip überhaupt in das kalifornische Klettermekka. Nach einem anfänglich hohen Begehungstempo in den ersten Seillängen, wurde Ondra weiter oben dann doch noch ausgebremst. Schlussendlich benötigte Ondra aber lediglich acht Tage in der Wand, um The Dawn Wall als dritte Person komplett frei zu klettern.

Adam Ondra am zweiten Tag in der Wand

Unterbieten die Belgier die Zeit von Ondra?

Im Gegensatz zu den Caldwell und Jorgeson kletterte Ondra die Route also um einiges schneller rotpunkt. Die grosse Frage lautet nun, wie schnell es Siebe Vanhee und Sébastien Berthe gelingen wird, The Dawn Wall frei zu klettern – und ob sie den Schwierigkeitsgrad stehen lassen.

Die beiden sind nicht nur bekannt dafür, mit schwierigen Mehrseillängenrouten kurzen Prozess zu machen, sondern viele Routen in ihrer Schwierigkeit auch abzuwerten. Ereilt The Dawn Wall also bald dasselbe Schicksal wie schon zahlreichen MSL-Routen in den Alpen?

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Credits: Titelbild Julia Cassou

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