Für viele von uns gibt es nichts Schöneres, als unter freiem Himmel zu kochen. Wer sich einen Outdoor-Kocher kaufen will, der hat es nicht einfach. Weil DEN perfekten Kocher gibt es nicht. Jedes Modell hat seine spezifischen Vor- und Nachteile, die es abzuwägen gilt. Welcher Kocher sich in welchen Situationen am besten bewährt, zeigen wir im heutigen Beitrag.

Ein Beitrag von Andrea Brändli und Nora Scheel von Bächli Bergsport

Eines vorneweg: Bei der Wahl zwischen den verschiedenen Modellen gilt es, sich zwischen Gas- und Benzinkochern (beziehungsweise Multifuel-Kochern) zu entscheiden. Sowohl Gas als auch Benzin haben ihre Vor- und Nachteile.

Gaskocher: Sauber, aber empfindlich auf Höhe und Kälte

Reine Gaskocher sind sehr sauber und einfach in der Anwendung. Ihre Flamme kann präzise reguliert werden, was auch langsames Kochen auf kleiner Stufe zulässt. Der grosse Nachteil von Gaskochern ist, dass Kartuschen nicht überall auf der Welt erhältlich sind. Zudem können die meisten Kartuschen nicht nachgefüllt, sondern müssen nach Gebrauch entsorgt beziehungsweise recycelt werden. Dazu kommt, dass ihre Leistung bei tiefen Temperaturen und grossen Höhen aufgrund des geringeren Drucks abnimmt. Bei Kocher mit Gasschlauch besteht zwar gerade bei kälteren Temperaturen die Möglichkeit, die Kartusche auf den Kopf zu stellen um damit mehr Druck zu erzeugen. Auch hilft die Wahl des richtigen Gasgemischs (4-Saison-Gas). 

Benzinkocher: Überall erhältlich, aber pflegeintensiver

Im Gegensatz dazu funktioniert Benzin bei allen Temperaturen zuverlässig und ist überall auf der Welt erhältlich. Gerade auf Reisen in fremden Ländern sind Multifuelkocher daher oft die bessere Wahl. Der Nachteil von Multifuelkochern ist aber, dass sie etwas komplizierter in der Handhabung sind und mehr Wartung und Pflege benötigen. Zudem russt Benzin bei der Verbrennung. 

Ob ein Gas- oder ein Multifuelkocher im Einzelnen vorzuziehen ist, kommt auf die Verhältnisse darauf an, in welchen der Kocher zum Einsatz kommt. Überlegen Sie sich also, in welchen Situationen Sie den Kocher am häufigsten benutzen werden und wägen Sie entsprechend zwischen den Vor- und Nachteilen ab.

Die besten Outdoorkocher für alpine Abenteuer 

Auf Expeditionen und alpinen Biwaks sind drei Kriterien besonders wichtig: Der Kocher muss in der Höhe und bei kalten Temperaturen zuverlässig funktionieren und er muss leicht sein.

Unsere Favoriten: 

  • OmniLite Ti von Primus: Die Leichtgewichtsversion des Kocherklassikers. Kann mit Flüssiggas, Benzin, Petroleum, Kerosin und Diesel betrieben werden. Ultraleicht dank Titankomponenten. 340 g (Kocher und Pumpe).
  • XGK EX von MSR: Ein robuster und zuverlässiger Expeditionskocher mit selbstreinigender Schütteldüse. Funktioniert mit Reinbenzin, Diesel oder Petroleum. 384 g (Kocher und Pumpe).
  • PocketRocket Deluxe von MSR: Funktionsstarker Gaskocher mit Druckregler, der auch bei kalten Temperaturen gut funktioniert. Simpel und ultraleicht. 83 g.

Omnifuel II von Primus

Omnifuel II von Primus
 254 CHF – ca. 450 g
Bei kalten Temperaturen ist und bleibt Benzin der zuverlässigste Brennstoff.

Die besten Outdoor-Kocher auf Reisen

Auf Reisen sollte der Kocher platzsparend verpackt werden können und genügend robust sein, um im Backpackerrucksack nicht beschädigt zu werden. Je nach Reiseziel sind Gaskartuschen nicht oder nur schwierig aufzutreiben. In diesem Fall sind Multifuelkocher flexibler als Gaskocher. Zu bedenken ist auch, dass weder Gaskartuschen noch Benzin im Flugzeug transportiert werden dürfen. Gaskartuschen müssen daher zu Hause gelassen und Benzinflaschen geleert und gut ausgespült werden.

Das sind unsere Favoriten auf Reisen:

  • Whisperlite Universal von MSR: Komplett überarbeiteter Kocherklassiker. Stabil, leistungsfähig, leicht und einfach in der Wartung. Leise im Betrieb. Kann mit Benzin, Kerosin oder Gas betrieben werden. 318 g (Kocher und Pumpe).
  • Gravity III von Primus: Stabiler und leistungsstarker Gaskocher mit Schlauchleitung, der auch bei niedrigen Temperaturen funktioniert. Besonders gut geeignet für grosse Kochtöpfe. 260 g (Kocher).
  • OmniFuel II von Primus: Stabiler und langlebiger Kocherklassiker. Kann mit Flüssiggas, Benzin, Diesel, Petroleum und sogar Kerosin betrieben werden. 450 g (Kocher und Pumpe).

Whisperlite Universal von MSR

Whisperlite Universal von MSR
 179 CHF – ca. 318 g (Kocher und Pumpe)

Die besten Kocher für Wanderungen und Trekkings

Beim Trekken muss der Kocher zuverlässig funktionieren, da man häufig fernab von der Zivilisation unterwegs ist. Weil das gesamte Gepäck selbst getragen wird, sollte er zudem leicht und platzsparend sein.

Diese drei Kocher können wir besonders für Wanderungen und Trekkings empfehlen: 

  • Vega von Optimus: Kompakter und ultraleichter Gaskocher mit Schlauchleitung und hoher Standfestigkeit. Die Kartusche kann bei tiefen Temperaturen oder wenig Gas auf den Kopf gestellt werden. 384 g (Kocher und Pumpe).
  • Flash PCS von Jetboil: Platz- und energiesparendes Gaskochersystem. Der 1-Liter-Topf, der Wärmetauscher und der Brenner bilden eine Einheit. Ideal für das schnelle Erhitzen von Wasser oder für einfache Gerichte. 370 g (Topf und Kocher).
  • Primetech Stove Set von Primus: Sparsames, leichtes und platzsparendes Gaskochersystem. Zum Set gehören zwei Töpfe, einer davon mit Wärmetauscher. Der Kocher ist aber auch mit den meisten anderen Pfannen kompatibel. Gesamtgewicht 730 g (ganzes Set, ohne Kartusche).

Vega von Optimus

 109 CHF – ca. 178 g
Optimal, um schnell und effizient Wasser zu kochen: Der Flash PCS von Jetboil. (Bild: Kaj Bune)

Die besten Kocher beim Camping

Beim Campieren spielen Gewicht und Platz meist nicht so eine grosse Rolle. Dafür ist etwas mehr Komfort erwünscht: Der Kocher soll einfach in der Bedienung sein und auch etwas aufwendigere Gerichte zulassen (selbst in nur einem Topf). Gaskocher sind beim Campieren meist die richtige Wahl, da sie einfach in der Handhabung sind und sich fein regulieren lassen. 

  • Tupike Stove Piezo von Primus: Der Luxus-Gaskocher fürs Campieren mit dem Bus, in Gruppen oder mit der Familie. Zwei Brenner. Inklusive Grillplatte. 4’500 g (ohne Kartusche).
  • WindBurner Personal Stove System: Durch eine spezielle Brennerkonstruktion mit Wärmestrahler und Kochtopf mit Wärmetauscher, verliert der Kocher in windiger Umgebung nur wenig an Kochleistung und ist somit sehr effizient. 

Windburner Group Stove System von MSR

Windburner Group Stove System von MSR
 225 CHF – ca. 600 g

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Über Bächli Bergsport

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Credits: Text und Bild Bächli Bergsport

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