Der 24-jährige Kletterer aus Bern eröffnet gleich zwei schwierige Routen im Berner Oberland und Jura. Beide Routen, Blindgänger wie auch La Danse de Résistance, liegen im Bereich 9a.

Gestern erreichte uns die E-Mail von Dimitri Vogt, in der er von seinen jüngsten Erfolgen am Fels berichtet. Gleich zweimal klettert er im neunten Franzosengrad – und in beiden Fällen sind es Erstbegehungen.

„Im September und jetzt November konnte ich gleich zwei meiner grossen Projekte frei klettern. Eines in Unterwald, das andere in Soyhières.“

Dimitri Vogt

Bei der Route in Unterwald handelt es sich um ein altes Projekt von Andi Mürner. „Die Linie ist mega cool, mit anhaltenden schwierigen Zügen“, schreibt Dimi. Die Route taufte der 24-Jährige „Blindgänger“ aus zwei Gründen:

„In der Mitte der Route hat es eine Schlüsselstelle, bei der man nie genau weiss, ob man es schafft oder nicht – und man blickt von der Route direkt auf das verschüttete Muntionslager Mitholtz, wo sich noch einige Blindgänger befinden.“

Dimitri Vogt
Dimitri Vogt in der Route La Danse de Résistance bei Soyhières. (Bild Hannes Tell)
Dimitri Vogt in der Route La Danse de Résistance bei Soyhières. (Bild Hannes Tell)

Was den Schwierigkeitsgrad betrifft, so schätzt Dimitri die Route Blindgänger als 9a ein. Noch einen Tick schwieriger ist wohl die zweite grosse Linie die ihm vergangenen Freitag gelang. In Soyhières schaffte er die für ihn bis dato schwierigste Route seiner Karriere, La Danse de Résistance. Auch bei La Danse handelt es sich um eine Erstbegehung, die er als schwierige 9a einstuft.

La Danse ist sicherlich eine 9a, vielleicht sogar 9a+? Ich will mich da nicht allzu fest festlegen. Time will tell…“

Dimitri Vogt

Bei der Route La Danse handelt es sich um eine komplexe und physisch anspruchsvolle Route in einem 60° steilen Dach. Sie ist gespickt mit zahlreichen Löchern, kleinen Sinterstrukturen und hat aber keinen wirklichen Ruhepunkt – eine wahre Ausdauerroute.

„Die Route ist der absolute Wahnsinn. Die Bewegungen sind sehr speziell und komplex und es kann viel mit Hooks geklettert werden – genau was ich liebe!“

Dimitri Vogt

La Danse de Résistance wurde 1989 von Philippe Steulet eingerichtet und mit fünf mittels Sika angeklebten Indoor-Griffen eingerichtet. Die Linie wurde damals als 8c gehandelt. Trotz ambitionierter Versuche von Kletterern wie beispielsweise Françis Legrand, verwahrloste die Tour mit den Jahren und erlebte erst 30 Jahre später ein Revival.

Junge Kletterer vermuteten, dass die Route auch ohne die künstlichen Griffe machbar sei und entfernten sie. Seit vergangenem Freitag haben wir die Gewissheit, dass die neue Klettergeneration richtig lag und die Route ohne Plastik machbar ist – dank Dimitri Vogt.

UPDATE: Erste Wiederholung durch Sascha Lehmann

Zwei Tage nach der Erstbegehung durch Dimitri Vogt wurde die Route bereits zum ersten Mal wiederholt. Es war Sascha Lehmann, der La Danse de Résistance ebenfalls knacken konnte. Wie Sascha gegenüber LACRUX sagt, schlägt er für die Route 9a+ als Schwierigkeitsgrad vor.

„Ich habe bis jetzt nie schwieriger als 9a geklettert, doch diese Route ist schwieriger als die 9a’s, die ich bis jetzt punktete. Ich schlage deshalb 9a+ vor und bin gespannt, was zukünftige Wiederholerinnen und Wiederholer sagen werden.“

Sascha Lehmann

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Credits: Bildmaterial Hannes Tell

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