Auf der Landeskarte zwischen Basel und Schaffhausen, am anderen Ufer des Rheins, befindet sich ein kleines, aber feines Sportklettergebiet in bestem Gneiss: Albbruck. Hannes Ebding von Bächli Bergsport hat sich das Gebiet für euch genauer angeschaut.

Ein Gastbeitrag von Hannes Ebding – Bächli Bergsport

Kurz hinter dem schönen Laufenburg geht es über den Rhein, dann noch ein wenig Flussaufwärts und dann ab nach Albbruck, dem Eingang (oder Ausgang?) des Albtals. Von dort aus ist es nur noch eine kurze Strecke bis der Waldparkplatz erreicht wird.

Von einem Klettergebiet sieht man hier noch nichts, alles wirkt friedlich und idyllisch. Nach den ersten paar Schritten durch den kühlenden Wald hört man sanft die Alb, den Fluss des Albtals, plätschern. Zwar hört man noch das ein oder andere motorisierte Gefährt durchs Albtal donnern, doch mit jedem weiteren Schritt auf dem gut sichtbaren Trampelpfad taucht man in die beruhigende Atmosphäre des Albtals ein. Vogelgezwitscher, das Rauschen des Flusses und schon bald der ein oder andere Laut der Kletterer. Der Alltag ist vergessen, das Klettern kann beginnen.

Die Gneisswand mit ihren 132 Sportkletterrouten
Die Gneisswand mit ihren 132 Sportkletterrouten

Das Treffen mit dem König des Albtals

Ich treffe Peter und Peter. Der eine Peter ist ein Mitarbeiter vom Bächli Bergsport im Basler Outlet. Der andere Peter ist Vorstand der DAV-Sektion Hochrhein. Beide waren seit 2005 massgeblich an der Sanierung und Neuerschliessung des Gebietes beteiligt. Das Gebiet beeindruckt. Senkrecht ragt der kompakte Gneiss mit seinen 132 Routen in den Himmel. Teils 30 Meter lange Routen. Verschneidungen, Überhänge, Risse und Platten. Der Wandfuss kann stets und überall gut erreicht werden. Und dann das Klima. Im Sommer kühlt angenehm die Alb während es sich auch in kühleren Jahreszeiten in den südexponierten Sektoren gut klettern lässt. Zusammengefasst und mit einem Wort: Huärägeil. Nicht umsonst haben Känel und Co. das Gebiet im Plaisier Jura aufgenommen. Die Kehrseite? Am Wochenende heisst es “Nummern ziehen”. Denn dann ist hier die Hölle los. Also lieber an freien Tagen unter der Woche vorbeischauen, dann sind auch die Grenzübergänge nicht so verstopft.

Von einfach bis schwer

Für Einsteiger im französischen 5er-Bereich empfiehlt Peter die Routen Steinbeisser und Goldfinger. Hardmovern empfiehlt Peter Garten Eden und Grenzgänger.” Grenzgänger ist mit einer satten 7c bewertet und jeder – ob Grenzgänger oder nicht – darf hier an seine persönlichen Grenzen gehen oder diese sogar überschreiten. Und für Kletterer zwischen den beiden Extremen sagt der andere Peter später: “Rückenwind und Lineatus sind ein Muss im mittleren Schwierigkeitsgrad”. Es ist also wirklich für jeden etwas dabei.

Diese Route in Albbruck solltet ihr klettern
Diese Route in Albbruck solltet ihr klettern

Wie im Paradies

Ursin, ebenfalls Mitarbeiter bei Bächli Bergsport Basel, ist heute auch am Fels. Ein Zufall, welcher dem schlechten Wetter in der Ostschweiz zu verdanken ist. Er projektiert gerade Garten Eden. Quasi auf kürzestem Weg direkt ins Paradies. Und so fühlt man sich hier tatsächlich, wenn zwischen zwei Routen das ruhige Ufer zum Verweilen und Picknicken einlädt. Einfach wunderschön. Und so bleibt als Fazit nur: Es ist nicht auszugrenzen, dass hin und wieder eine Grenze nur einem Zweck dient – nämlich überschritten zu werden.

Anfahrt

Nach Deutschland Richtung Albbruck. Parkplätze am Ortsausgang taleinwärts.

Zustieg

Vom Parkplatz taleinwärts entlang den gut sichtbaren Trampelpfaden.

Literatur

Plaisier Jura und Schwarzwald Rock 2.0

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Weitere Informationen

http://felsinfo.alpenverein.de/ 

 


Über Bächli Bergsport

Bächli Bergsport ist das führende Schweizer Fachgeschäft für Klettern, Bergsteigen, Expeditionen, Wandern, Skitouren und Schneeschuhlaufen. An derzeit 11 Standorten in der Schweiz bietet Bächli Bergsport seiner Kundschaft fachkundige Beratung und hochstehenden Service. Auf LACRUX publiziert Bächli Bergsport in regelmässigen Abständen spannende Beiträge zu den Themen Klettern und Bouldern.


 

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