In Basel lässt sich nicht nur Fastnacht feiern, Rheinschwimmen, im Zolli (dem Basler Zoo) spazieren oder die Museumsnacht durchleben. Nein, auch Kletterer kommen in Basel und Umgebung voll auf Ihre Kosten. Hier eine Auswahl der Kletterspots im einfachen bis mittleren Schwierigkeitsgrad.

Ein Beitrag von Hannes Ebding – Bächli Bergsport

Mit stolzen 300 Sonnentagen pro Jahr könnte man meinen, Basel liegt in der Toskana. Tut’s zwar nicht, macht aber auch nichts. Gelegen im Dreiländereck Schweiz, Deutschland und Frankreich hat die Stadt viel zu bieten und ist ein optimaler Ausgangspunkt für Klettertouren.

Pelzli – exponierte Kletterei im 6. Schwierigkeitsgrad

Den Daumen hoch fürs Pelzli! Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Am “Grossen Daumen” lässt sich exponiert im 6. Schwierigkeitsgrad klettern. Doch das ist nur einer von insgesamt sechs aus Kalkstein geformten Sektoren. Die Sektoren sind in einer verwunschenen Landschaft mit Grotten, Höhlen und Blöcken gelegen. Hinter jeder Ecke tut sich ein neuer Blick auf und es gibt viel zu entdecken. Die einfacheren Routen sind schon etwas speckig und abgegriffen, was allerdings angesichts der Auswahl, Möglichkeiten und Atmosphäre nicht weiter stören sollte. Egal ob Riss-, Wand-, Verschneidung oder Kamin – es ist für jeden was dabei. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

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Schauenburger Fluh – Sinter, Henkel, Löcher, Zangen und Sloper

So nah und doch so fern. Wer sich beim Klettern in der Schauenburgerfluh mal umdreht, der erblickt bei guter Sicht die Alpen – was unweigerlich ein jedes Kletterherz höher schlagen lässt. Und wahrscheinlich ging es auch schon den Römern so, denn zuoberst auf der Fluh errichteten sie einen Tempel, welcher mit seiner Aussicht nicht nur bei Kletterern beliebt ist. Aber genug in die Ferne geschweift. Zurück zum Thema: Klettern! Ja, das kann man hier. Und wie! Wandhöhe: sportliche 35 m. Gestein: Kalk. Und was für einer! Die Sinterstrukturen bieten Henkel, Löcher, Zangengriffe und schlüpfrige Sloper. Da ist Abwechslung angesagt. Unbedingt “an-greifen” sollte man die “Angensteiner Verschneidung” und den “Tropfsteinriss”.

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Schartenfluh (Gempen) – technische Kletterei in kompaktem Fels

Wer in Basel seinen Blick schweifen lässt, der wird schon in der Ferne die Kalkwände der Schartenfluh erblicken. Und wer dann noch Kletterer/-in ist, der/die wird sich kaum dem Bann entziehen können und schon bald an dem kompakten, mit Löchern und Sanduhren durchzogenen Fels seine Finken anziehen. An der Sandührliwand kommt man das ganze Jahr über in den Genuss technischer schöner Lochkletterei. Und wer sich total verausgabt hat, der findet direkt oberhalb des Klettergebiets ein schönes Restaurant mit toller Aussicht über Basel. Und eine noch tollere Aussicht gibt es für einen Franken vom Gempenturm aus. Und als wenn das nicht schon alles mehr als genug toller Gründe sind zum Gempen zu trampen, sei noch erwähnt, dass sich unweit von der Aussichtskanzel mit Fernrohr eine Highline einrichten lässt (Bohrhaken vorhanden). Nur Vorsicht: Der Restaurantbesitzer versteht keinen Spaß – deswegen besser schon etwas vor dem Restaurant entlang der Strasse parken.

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Todtnau (Schwimmbadfels) – die perfekte Kombination aus Kletterei und Badespass

Von Basel aus ist es nicht sehr weit in den Südschwarzwald. Nur über die Grenze und in knapp 50 Autominuten ist man schon in Todtnau am Schwimmbadfels – einem top eingerichteten Klettergarten. Zwar ist man hier nicht unbedingt überall von der Sonne geschützt, dafür hat man das Freibad direkt unter den Füssen. Erst klettern und dann baden – so kommt richtig Freude auf. Und als wäre das noch nicht genug, lädt das Gasthaus Waldeck mit seiner Sonnenterrasse zur obligatorischen Erfrischung danach ein. Und wem das immer noch nicht genug ist, der kann noch den Klettersteig, welcher sich teils exponiert, aber nie wirklich schwierig durch die senkrechten Gneiswände schlängelt, in die Hände nehmen. Und zu guter Letzt als Klettertipp – “Black Jack”! Der absolute Klassiker im Gebiet. Schönste Leisten in der Senkrechten mit kühlendem Ausblick auf das Freibad.

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Albbruck – über 130 Routen

Albbruck – eine weitere Perle im Südschwarzwald. Schon der verwunschene Trampelpfad entlang der plätschernden Alb hin zu den Felsen macht die Anfahrt lohnend. Doch spätestens beim Anblick der imposanten Gneiswände wird man fast unweigerlich in den Sportkletterhimmel katapultiert. Griffiger, schön strukturierter Fels, blockig und kantig und das bis zu 30 m hoch. Die Hakenabstände sind plaisir pur und dank des hohen Blätterdachs und des kühlen Flusses lässt es sich hier auch im Sommer gut aushalten. Und mit über 130 Routen ist für jeden was dabei. Im 5er Bereich sind “Steinbeisser” und “Goldfinger” absolutes Pflichtprogramm. Und wenn es einen Zacken zügiger zugehen (Anm. d. Red: zügig wie “ziehen”) darf, sollten unbedingt “Lineatus” und “Rückenwind” angegriffen werden.

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Gueberschwihr – Klettern am roten Bunt-Sandstein

Wie wir zu Beginn erfahren haben, liegt Basel im Dreiländereck – und da darf dann “naturellement” ein französisches Klettergebiet nicht fehlen. Gueberschwihr ist ein romantisches Winzerdörfchen, inmitten wunderschöner Weinberge gelegen. Das liebliche Ambiente des Dörfchens lässt sofort entspannte Kletterstimmung aufkommen. Und neben den Kalk im Jura, den Gneis im Schwarzwald, gesellt sich hier nun roter Bunt-Sandstein. Risse, Löcher, Leisten, Waben und Aufleger – alles, was Sandstein zu bieten hat, ist hier vereint. Und dazu kommen noch jede Menge Boulderblöcke, welche im Wald versteckt liegen. Wer eine 6b beherrscht, der sollte sich in “Ben Chloe”, einem Riss zum Piazen, wagen. Und falls es einem doch zu mulmig werden sollte, lassen sich hier und da sogar Top-Ropes einrichten.

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Über Bächli Bergsport

Bächli Bergsport ist das führende Schweizer Fachgeschäft für Klettern, Bergsteigen, Expeditionen, Wandern, Skitouren und Schneeschuhlaufen. An derzeit 13 Standorten in der Schweiz bietet Bächli Bergsport seiner Kundschaft fachkundige Beratung und hochstehenden Service. Auf LACRUX publiziert Bächli Bergsport in regelmässigen Abständen spannende Beiträge zu den Themen Klettern, Bouldern und Bergsteigen.

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Credits: Text Hannes Ebding / Bächli Bergsport, Bilder zVg

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