Immer mehr Kletterinnen und Kletterer tragen nicht mehr nur auf Mehrseillängentouren, sondern auch im Klettergarten einen Helm. Zu Recht. Denn dieser schützt nicht nur vor Steinschlag, sondern auch vor dem Aufprall am Fels im Falle eines Sturzes. Petzl zeigt euch im heutigen Beitrag, auf was ihr bei der Wahl des Helms achten solltet und wie ihr euren Helm richtig einstellt.

Ein Beitrag von Petzl

Um sich ernsthafte Verletzungen beim Klettern zuzuziehen braucht es kein wildes Abenteuer in brüchigem Fels. Auch in viel begangenen Klettergärten kommt es immer wieder zu Steinschlag. Neben dem Steinschlag birgt das Klettern noch eine zweite Gefahr: Ein ungünstiger Aufprall im Falle eines Sturzes. Ein Beispiel liefert Profikletterer Jorg Verhoeven.

Aufprallschutz ebenso wichtig wie der Schutz vor Steinschlag

Die meisten Helme auf dem Markt schützen hauptsächlich den Oberkopf, sprich sind auf den Schutz vor Steinschlag von oben ausgerichtet.

Rückmeldungen aus der Praxis haben jedoch ergeben, dass ein Aufprall im seitlichen und hinteren Kopfbereich ebenso häufig ist. Helme mit dem Label “Top and Side Protection” bieten zusätzlichen Schutz vor Stössen an den Seiten und im Bereich des Hinterkopfes.

Das richtige Modell wählen

Zum einen gibt es die klassischen Hartschalenhelme. Sie sind, wie der Name erahnen lässt, aus einem harten Kunststoff und sind entsprechend robust. Daneben gibt es Schaumhelme (In-Mold-Konstruktion). Schaumhelme sind leichter in ihrer Konstruktion und schützten optimal vor Aufprall. Durch ihre leichte Konstruktion sind sie jedoch etwas weniger robust. Eine dritte Kategorie bilden die Hybridhelme, die die beiden Welten kombinieren, sprich aus einem weichen Schaumkern mit harter Schale bestehen.

Die Abgrenzung zwischen Hybridhelmen und Schaumhelmen ist schwierig, da mittlerweile die meisten Schaumhelme über eine dünne Schutzschicht verfügen, die den Schaum vor Dellen schützen. Welches Modell sich für wen eignet, kann pauschal nicht gesagt werden. Schaumhelme sind in der Tendenz leichter, jedoch weniger langlebig. Folgende Fragen/Argumente helfen bei der Wahl des richtigen Modells.

Folgende Punkte solltet ihr beachten:

  • Wollt ihr den Helm auch zum Skitouren tragen? In dem Falle gibt es Helme, die mehrfach zertifiziert sind (Klettern und Skitouren). Ein Beispiel ist der Meteor.
  • Für alle weiblichen Kletterinnen stellt sich die Frage, ob sich ein Helm lohnt, der dem Pferdeschwanz genügend Platz bietet. In diesem Fall könnte das Modell Elia die richtige Wahl sein.
  • Je nach Saison oder Anwendungszweck lohnt sich ein Modell, dass eine optimale Belüftung aufweist. Dies ist auch beim Tragen während des Zustiegs nicht zu unterschätzen.
  • Sichert ihr oft mit eine Prisma-Brille? In dem Fall solltet ihr vor dem Kauf testen, ob ihr beim Tragen des Helms auch an der Helmkante “vorbeisieht”.
  • Beim Sportklettern lohnt sich sicherlich ein leichtes Modell (In-Mold)
  • Beim alpinen Klettern ist die Gefahr von Steinschlag höher als im Klettergarten. Beim Zustieg und im Falle von weiten Hakenabständen besteht auch eher die Gefahr eines Aufpralls. Aus diesem Grund ist das Tragen eines Hybridhelmes eine gute Wahl.

Nicht vergessen: Den Helm richtig einstellen

Neben der Wahl des richtigen Helmes und der richtigen Grösse, ist das korrekte Einstellen von zentraler Bedeutung. Vivian Bruchez (Petzl-Athlet) gibt Tipps, wie ein Helm optimal eingestellt wird, damit er passgenau auf dem Kopf sitz (Video auf Französisch, Untertitel können eingestellt werden).

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Credits: Titelbild Petzl/Jan Novak

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