Im Rahmen unserer Artikelserie zum Thema Mikroabenteuer zeigen euch Daniel Zuberbühler und Pascal Haltiner von Fajro, was es für ein Mikroabenteuer braucht und stellen Ideen für Ausflüge vor. Im heutigen Beitrag zeigen euch die beiden, wie man mit ganz einfachen Mitteln eine eigene Sauna baut. 

Ein Beitrag von Daniel Zuberbühler und Pascal Haltiner von Fajro – mit Unterstützung von Seat to Summit

Die Tage werden wieder kälter und so langsam aber sicher kommt die Winterzeit näher. Ideal, um sich wieder etwas aktiver auf sein Immunsystem und die Gesundheit allgemein zu achten. Nichts besser eignet sich, als ein Besuch in der nächsten Sauna.

Selbstverständlich kann man die komfortable Variante ansteuern, wir aber haben uns für die Sauna als Mikroabenteur entschieden und uns über den Mittag auf den Weg an ein nahegelegenes Fliessgewässer gemacht. 

Sauna bauen statt Trainieren in der Kletterhalle

Für das kurze Abenteuer haben wir uns vier Stunden reserviert. Zu zweit und mit drei Blachen, einem Mittagessen, ein bisschen Salz und Honig, einem Wassersack (Watercell X 4l), sowie einen Klappspaten sind wir losgezogen. Ein ideales Plätzchen für die temporäre Sauna Marke Eigenbau ist an einem Fluss oder Bach schnell gefunden.

In dieser Jahreszeit hat es auch nicht mehr viele Leute an den Bächen, so dass die ideale Kiesbank mit Wald oder Bäumen im Rücken bald auftaucht. Eine etwas grössere Kiessbank eignet sich deshalb so gut, weil es dort genügend grössere und kleinere Steine hat. Bevor der private SPA-Bereich aber bereit zur Nutzung ist, folgt zuerst die Arbeit. 

Dein Saunaofen: Ein Schichtfeuer und grosse Steine

Damit das saunieren in freier Natur funktioniert, müssen verschiedenen Aufgaben erledigt werden. Zu allererst muss sehr viel Holz gesammelt werden. Je nach dem wie viele Leute dabei sind, macht es sogar Sinn ganze Baumstämme anzuschleppen. Mit dem gesammelten Holz wird ein Schichtfeuer aufgebaut.

Achtet beim Sammeln der Steine darauf, dass die Steine möglichst homogen sind.

In dieses legt ihr bereits beim Aufschichten sicherlich acht grosse Steine (Handballgrösse). Achtet beim Sammeln der Steine darauf, dass die Steine möglichst homogen sind. Damit ist gemeint, dass die Steine auf den ersten Blick einheitlich wirken und keine grossen Adern oder Unregelmässigkeiten zeigen. Unregelmässige Steine neigen eher dazu zu brechen wenn sie stark erhizt werden. Wenn alles aufgeschichtet und bereit ist zündet ihr das Feuer an.

So baust du die Natursauna

Nun gilt es das Gerüst für eure Sauna zu bauen. Dafür braucht ihr circa daumendicke, lange Äste, die sich gut biegen lassen (Weide oder Hasel eignen sich hervorragend). Je grösser die Sauna desto mehr Äste benötigt ihr. Die Grösse der Sauna könnt ihr vor dem Gerüstbau bereits mit grossen Steinen, die als Sitzgelegenheit dienen, markieren.

Hier gilt, nahe zusammenrücken und die Sauna nur gerade so gross zu bauen, dass alle Saunagänger*Innen genügend Platz haben.

Neben den Sitzplätzen muss in der Mitte noch eine Grube Platz finden. Diese sollte genügend tief sein, sodass ihr die Steine vom Feuer darin versenken könnt. So, nun habt ihr den Umriss und könnt damit beginnen, mit den Ästen einen Dom über die Sitzplätze zu bauen. Vergrabt dabei einfach immer ein Ende des Astes auf der einen Seite und spannt ihn auf die andere Seite der Sauna.

Je nach Ästhetikanspruch könnt ihr dafür mehr oder weniger Zeit aufwenden. Wichtig: Plant auf einer Seite einen Eingang mit ein. Zum Schluss legt ihr die Blachen über das Gerüst und schaut, dass alles so gut als Möglich abgedichtet ist. Besser als Blachen sind schwere Filzdecken (à la Militärdecken) – diese sind allerdings auch um einiges schwerer zu tragen und anschliessend wieder trocken und sauber zu kriegen. Deshalb haben wir uns für Blachen entschieden. Ein bisschen Schnur hilft die Äste leicht zu verbinden. 

Synergien nutzen: Koche parallel ein feines Abendessen auf dem Feuer

Während das Gerüst gebaut wird, dürft ihr das Feuer nicht aus den Augen verlieren. Die glühend heissen Steine sind eure fast wichtigste Zutat für die Sauna. Habt ihr alles soweit eingerichtet, könnt ihr euch einen schönen Weg zum Fluss bauen (in der Nacht mit Kerzen ausschmücken, wirkt magisch). Nun sollte immer noch Zeit sein, um auf dem Feuer ein kleines Essen zuzubereiten. Wir haben uns für Gemüserisotto entschieden und als Behältnis den grösseren Topf des Sigma Sets 2.2. von Sea to Summit verwendet. Wenn das Feuer dann fast runtergebrannt ist, ist alles parat. 

Zeremonie als Tüpfelchen auf dem i

Nun seid ihr ready für eure Outdoor-Private-SPA-Session. Schon jetzt sei gesagt, dass die Steine unglaublich heiss sind – so ca. 400° Grad. Also nicht anfassen. Nutz für den Transport den Spaten oder eine stabile Astgabeln. Bevor ihr zu saunieren beginnt, versenkt erstmals nur einen Teil eurer Steine in der Grube der Sauna. Schaut, dass ihr das Wasser sowie das Salz und den Honig griffbereit habt und dann kann es losgehen.

Versenkt erstmals nur einen Teil eurer Steine in der Grube der Sauna.

Platznehmen, die Steine mit Wasser aus dem Bach übergiessen und die wunderbare Dampfsauna geniessen. Wer möchte, kann sich die Haut mit Honig einreiben, was hautreinigend und pflegend wirkt oder mit Salz, was vor allem ein wundervolles Peeling ergibt.

Je nach Lust und Laune kann das ganze Zeremoniell ein mehrfach wiederholt werden, bis die Steine ihre Hitze irgendwann endgültig abgegeben haben. Zu guter Letzt darf der Sprung ins kühle Nass nicht fehlen.

Dieses Material brauchts: Blachen, Steine, Äste, Wasserbeutel.

Baue deine Natursauna wieder ab

Bevor es dann wieder ins Büro geht, wird alles nach dem „Leave no Traces“ Credo abgebaut und auf der letzten Glut noch ein Kaffee gebraut. Schlussendlich dauerte unser Ausreisser aus dem Alltag lediglich viereinhalb Stunden (Tür zu Tür). Ein kleines Abenteuer, dass sich gerade auch an kälteren Tagen absolut lohnt und einem auch am Stadtbach meilenweit von der Realität wegträumen lässt. 

Falls auch du alleine, mit deinem Team oder Freund*Innen mal in das Abenteuer Natursauna eintauchen möchtest, schau dir unser Angebot auf www.fajro.ch an.

Du willst mehr Mikroabenteuer?


Fajro ist spezialisiert auf Erlebnispädagogik und handlungsorientiertes Lernen, Naturcoaching, die Begleitung von Entwicklungsprozessen und das gemeinsame Begehen von neuen Wegen. Wir sind Draussen unterwegs und machen uns die Natur als lebendigen Erfahrungsraum zu nutze.

Wenn wir von Fajro von Mikroabenteuer sprechen, dann meinen wir das lustvolle und spielerische Eintauchen in die Natur. Ein Eintauchen, welches alle Menschen ob jung oder alt über kurz oder länger aus dem Alltagstrott entführt – hinein in eine Welt voller Entdeckungsreisen und Entschleunigung. Mikroabenteuer sollen die kleinen Wunder erschliessen die oft ungesehen vor der Haustüre liegen und Einzelpersonen oder aber auch Familien inspirieren vermehrt nach Draussen zu gehen. Zeit für sich alleine, unter Freunden und Freundinnen oder für die Familie zu haben ist in unserer gegenwärtigen Realität fast schon so wertvoll wie Gold und wenn man zu wenig Zeit für grosse Abenteuer hat, dann soll man diese einfach kleiner machen. Mit der Artikelserie möchten wir euch Menschen einladen mutig nach draussen zu gehen und in viele Mikroabenteuer einzutauchen.

www.fajro.ch

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