Historische Kletterroute Akira wiederholt – Fred Rouhling rehabilitiert?

Am vergangenen Wochenende kletterten Sébastien Bouin und Lucien Martinez die Route Akira im Klettergebiet Le Périgord. Die Route wurde von Fred Rouhling im Jahr 1995 erstbegangen und mit 9b bewertet. Die damalige Bewertung wurde von internationalen Klettergrössen in Frage gestellt und Fred Rouhling stark kritisiert. Die jüngsten Wiederholungen werfen ein neues Licht auf die Route.

25 Jahre Jahre lang bissen sich zahlreiche Klettergrössen an der Route Akira von Fred Rouhling die Zähne aus. Der Franzose holte sich im Jahr 1995 die Erstbegehung der Route und bewertete diese mit 9b. Einem Schwierigkeitsgrad, den es bis dahin nicht gab. Mit seiner Bewertung übersprang er den Grad 9a+ und heimste sich viel Kritik ein. Unter den Kritikern waren Klettergrössen wie Alexander Huber und Dani Andrada.

Letzterer versuchte die Route versuchte die Route sogar einmal zu klettern, konnte der Tour aber keine Rotpunktbegehung abringen. Trotzdem hielt er an seiner Kritik fest und meinte damals, die Route liege wohl im Bereich 9a/+ oder 9a+.

Fred-Rouhling-in-Akira_Erstbegehung_9b-oder-9a_Bild-tim-Kemple
Fred Rouhling in der Route Akira. (Bild Tim Kemple)

Sogar die Begehung von Fred Rouhling als solches wurde in Frage gestellt

Nicht nur der Bewertungsvorschlag von Fred Rouhling wurde anno dazumals scharf kritisiert, auch die Begehung als solches wurde in Frage gestellt. Bis 1995 gab es auf der Welt erst drei 9a-Routen (Action Directe, Bain de Sang und Hugh), wobei die Route Hugh ebenfalls von Fred Rouhling stammte. Fred kletterte also vor Akira erst eine einzige 9a.

Hinzu kamen weitere Aspekte, die ein schiefes Licht auf seine Bewertung und Begehung warfen. Die Route befand sich in einem Gebiet, das fürs Klettern verboten war – die Route zu wiederholen war deshalb beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Entsprechend ging sie gewissermassen in Vergessenheit.

Fred Rouhling in Akira und weiteren Routen

Letztes Wochenende gleich zweifach wiederholt

Im Rahmen seiner sogenannte „Vintage Rock Tour“ fasste der junge Franzose Seb Bouin die Route ins Auge. Vergangenes Wochenende war es dann so weit, Akira wurde wiederholt. Und dies nicht nur von Seb Bouin, sondern auch von einem weiteren Spitzenkletterer: Lucien Martinez. Beide äusserten sich vorerst noch nicht persönlich zur Bewertung der Route. Fred Rouhling seinerseits schrieb bereits folgendes auf instagram:

Jawohl, endlich!! 25 Jahre ohne Wiederholung und jetzt gleich im Doppelpack. Der Einstiegsboulder der Route ist nicht mehr derselbe, wie im Originalzustand vor 25 Jahren. Anstelle von 8b ist dieser Abschnitt nur noch mit 7c bewertet und führt damit einer Gesamtbewertung von 9a. Dies gemäss den beiden Wiederholern.

Fred Rouhling

War nun Akira 9b oder nicht?

Wenige Stunden später meldete sich auch Sébastien Bouin zu Wort. Die beiden können die Schwierigkeit der Route Akira nicht bestätigen und bewerten sie mit 9a. Sébastien schreibt dazu:

Bezüglich des Grades: Wir finden die Route ist einfacher, als ursprünglich bewertet. Wir hatten das Gefühl, eine 9a-Route zu klettern. Es ist schwierig, über den Grad einer solch historischen Routen zu sprechen, aber wir müssen ehrlich sein. Nichtsdestotrotz, die Route ist hart und es ist unglaublich, dass sie in den 90er-Jahren geklettert wurde. Respekt Fred!

Sébastien Bouin

Ob die Route Akira in ihrem Originalzustand die Gesamtbewertung von 9b verdiente, ist also weiterhin unklar. Nötig wären weitere Stimmen, die bestätigen, das der Einstiegsboulder seit der Erstbegehung aufgrund von Griff- oder Trittausbrüchen einfacher wurden. Wir werden dieser Geschichte nachgehen und in der kommenden BETA-Sendung von Actiontalk TV mehr darüber berichten.

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Credits: Titelbild Julien Nadiras

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