In unserer Serie zum Thema Mikroabenteuer zeigen euch Daniel Zuberbühler und Pascal Haltiner von Fajro, was es für ein Mikroabenteuer braucht und stellen Ideen für Ausflüge vor. Im heutigen Beitrag erklären wir, welche Basis-Ausrüstung ihr benötigt und wie einfach sich ein Mikroabenteuer umsetzen lässt.

Ein Beitrag von Daniel Zuberbühler und Pascal Haltiner von Fajro – mit Unterstützung von Seat to Summit

Während des Corona-Lockdowns waren viele gezwungen, zu Hause zu bleiben oder auf weite Reisen zu verzichten. Plötzlich waren in der Facebook- und instagram-Timeline Bilder von Camping-Ausflügen am Waldrand des Wohnortes oder Biwakübernachtungen am Gurten zu sehen. Die nähere Umgebung erhielt eine ganz neue Bedeutung.

Mikroabenteuer brauchen nur wenig Zeit und Geld und sind nachhaltig!

Viele haben gemerkt: Es muss nicht immer der Aufstieg mit Pickel und Steigeisen auf den Cerro Torre, der Aufstieg auf den Khardung La mit dem Mountain Bike oder die Skiabfahrt auf den Lofoten sein. Die wilde Welt der Mikroabenteuer beginnt direkt vor deiner Haustüre. Mikroabenteuer kann jeder und jede erleben, denn es braucht weder Erfahrung, noch viel Zeit oder Geld und sie sind obendrauf nachhaltig.

Mit der richtigen Ausrüstung schläfst du auch im Winter-Biwak ohne zu frieren.
Mit der richtigen Ausrüstung schläfst du auch im Winter-Biwak ohne zu frieren.

Alastair Humphrey und die Erfindung der Mikroabenteuer

Die Wortschöpfung und das Konzept von Mikroabenteuern geht zurück auf den Briten Alastair Humphrey. Alastair wurde 2012 von National Geographic als Abenteurer des Jahres ausgezeichnet. Nicht für seine Weltumrundung mit dem Fahrrad, noch für die rudernde Überquerung des Atlantiks und auch nicht für seine Zu-Fuss-Durchquerung Indiens.

Beim Mikroabenteuer geht es darum, dein direktes Lebensumfeld zu einem Abenteuerspielplatz umzugestalten.

Alastair erhielt die Auszeichnung, weil er Menschen ermutigte, aus dem Alltag auszubrechen, nach draussen zu gehen und Abenteuer zu erleben, die direkt vor der eigenen Haustür liegen – Mikroabenteuer also. Es geht dabei niemals um Erfolg oder herausragende Leistungen, sondern um einen Perspektivenwechsel und damit verbunden um die Frage, wie du dein alltägliches Lebensumfeld zu einem Abenteuerspielplatz umgestalten kannst.

Bei dieser Form von  Abenteuern ist es wie bei so vielen Dingen im Leben – nicht unbedingt die populärsten sind die coolsten und schönsten. Eine Unmenge an Abenteuern und ganz speziellen Erlebnissen liegen dir zu Füssen und die beginnen direkt vor deiner Haustüre.

Das ist ein Mikroabenteuer – Fünf Regeln

Für ein Mikroabenteuer braucht es nicht viel. Die wohl wichtigsten Komponenten sind eine Idee und der zündende Impuls. Damit es auch ein wirkliches Mikroabenteuer wird, hier unsere fünf Regeln:

  1. Mikroabenteuer lassen sich einfach in den Alltag integrieren. Sie sind kurz und dauern maximal 48 Stunden.
  2. Eine Nacht draussen in der Natur gehört dazu. Geschlafen wird ohne Zelt.
  3. Reduziere dich aufs Wesentliche. Mikroabenteuer sollen günstig oder sogar kostenlos sein.
  4. Mikroabenteuer hinterlassen keine Spuren in der Natur. Das einzige was du zurücklässt, sind deine Fussabdrücke.
  5. Für das Mikroabenteuer nutzt du maximal öffentliche Verkehrsmittel – das private Auto bleibt auf alle Fälle zu Hause.

Wie du siehst, es braucht nicht viel und eines ist klar: Ein Mikroabenteuer hie und da lässt dich leichtfüssiger und befreiter durchs Leben schreiten.

Draussen kochen macht doppelt Spass

Wieso auch du Mikroabenteuer in deinen Alltag einbauen solltest

Der Alltag vieler Menschen ist geprägt von unzähligen Stunden Arbeit vor dem Computer – ist man dann wieder zu Hause warten vielleicht Familienaufgaben, man hat noch eine Sitzung im Verein oder lässt sich schlicht der Verlockung von Netflix hingeben.

Es bleibt oft wenig Zeit für die wirklich schönen Dinge im Leben und ohne dass man es merkt sind wieder Tage, Wochen, ja Monate vergangen. Mikroabenteuer sind eine hervorragende Möglichkeit mit dieser Alltagsroutine zu brechen und die Kraft des Abenteuers für sich zu nutzen, ohne dass man dabei grosse Sprünge machen muss.

Schon 15 Gehminuten von zu Hause entfernt bist du Meilenweit von deiner Alltagsroutine entfernt.

Hinter den Mikroabenteuern steht die Frage „Warum nicht heute?“. Ja genau, wieso nicht heute, denn der nächstgelegene Hügel mit schöner Aussicht auf die Berge ist ja nur 15 Minuten entfernt und schon bist du Meilenweit entfernt von deiner Alltagsroutine. Wenn du dann noch eine Hängematte aufspannst, den Geräuschen der Nacht lauschst und mit dem ersten Sonnenstrahl in deinem Gesicht aufwachst, dann ist die Welt wieder perfekt.

Das ist es, was die Faszination Mikroabenteuer auszeichnet – die Einfachheit, welche uns in eine andere Welt entführt und gestärkt und inspiriert zurückkehren lässt. Wenn das einmal im Monat zur Gewohnheit wird, dann ist dein Leben ein anderes.

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Alleine auf weiter Flur.

Diese Ausrüstung braucht es für ein Mikroabenteuer

Wie bereits einleitend beschrieben, steht bei Mikroabenteuern die Reduktion auf das Wesentliche im Zentrum. Das gilt auch für die Ausrüstung. Die folgenden fünf Gegenstände gehören auf die Packliste.

1 Schlafsack

Wir empfehlen einen 3-Jahreszeiten-Schlafsack. Dieser eignet sich für fast alle Situationen. Auf unseren Abenteuern setzen wir auf den Spark II von Sea to Summit.

2 Schlafmatte

Vom Boden her kommt verdammt viel Kälte, es lohnt sich also hier etwas Gutes dabei zu haben. Für eine einzelne Übernachtung genügt eine einfache Matte. Bei kälteren Nächten oder Bedarf an mehr Komfort lohnt es sich allerdings auf eine Version mit Luftkammern (je nach dem mit Daunenfüllung) zu setzen. Wir schlafen auf der Ether Light XT Insulated Mat von Sea to Summit.

3 Blache oder Tarp als Dach über dem Kopf

Ein Dach über dem Kopf ist immer Gold wert. Ohne Blache oder Tarp hast du am Morgen ein nasses Erwachen, zudem schützt ein Dach tagsüber vor der Sonne. Als Dach kannst du dir irgendeine Plastikplane vom Baumarkt spannen. Wenn du regelmässig und leicht unterwegs sein möchtest, dann lohnt sich die Anschaffung eines Tarps. Wir nutzen das Escapist 15D Tarp 300×300 von Sea to Summit.

4 Kocher und Kochgeschirr

Damit du dich auf deinen Mikroabenteuern gut verköstigen kannst, braucht es ein kleines Kochset, eine Wärmequelle (also der Herd) und einen Wasserbehälter. Wir kochen mit Sigma-Pfannen und -Geschirr und haben dank dem Watercell X immer genügend Wasser dabei.

5 Erste-Hilfe-Set

Es kann immer etwas passieren und für das verarzten von kleineren Bobos ist ein Erste-Hilfe-Set einfach unabdingbar. Stell dir dein eigenes zusammen oder kauf dir eine fixfertige Lösung. Denk daran: So oder so sollte dein Notfallköfferchen wasserdicht verpackt sein. Der First Aid Dry Sack ist bei uns immer dabei.

Yummi. Auch ohne Kocher kannst du feines Essen zubereiten.
Yummi. Auch ohne Kocher kannst du feines Essen zubereiten.

Artikelserie mit Ideen und Tipps für Mikroabenteuer

Nun bist du an der Reihe. In den kommenden sechs Monaten werden wir dir, mit Unterstützung von Sea to Summit, jeweils ein Mikroabenteuer pro Monat vorstellen und lassen dich damit eintauchen in die Welt der Mikroabenteuern. Wir geben dir im Rahmen unserer Artikelserie bis Ende Jahr monatlich Tipps für deine Outdoor-Ausflüge. Bis dahin: Ruf deinen Freund an oder begeistere deine Freundin, zieh los mit deiner Familie und pack deinen Rucksack. Genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt für ein kleines grosses Abenteuer. Wir sehen uns draussen!


Fajro ist spezialisiert auf Erlebnispädagogik und handlungsorientiertes Lernen, Naturcoaching, die Begleitung von Entwicklungsprozessen und das gemeinsame Begehen von neuen Wegen. Wir sind Draussen unterwegs und machen uns die Natur als lebendigen Erfahrungsraum zu nutze.

Wenn wir von Fajro von Mikroabenteuer sprechen, dann meinen wir das lustvolle und spielerische Eintauchen in die Natur. Ein Eintauchen, welches alle Menschen ob jung oder alt über kurz oder länger aus dem Alltagstrott entführt – hinein in eine Welt voller Entdeckungsreisen und Entschleunigung. Mikroabenteuer sollen die kleinen Wunder erschliessen die oft ungesehen vor der Haustüre liegen und Einzelpersonen oder aber auch Familien inspirieren vermehrt nach Draussen zu gehen. Zeit für sich alleine, unter Freunden und Freundinnen oder für die Familie zu haben ist in unserer gegenwärtigen Realität fast schon so wertvoll wie Gold und wenn man zu wenig Zeit für grosse Abenteuer hat, dann soll man diese einfach kleiner machen. Mit der Artikelserie möchten wir euch Menschen einladen mutig nach draussen zu gehen und in viele Mikroabenteuer einzutauchen.

www.fajro.ch

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Credits: Bildmaterial fajro und LACRUX

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