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Das Osterwochenende ist der ideale Zeitpunkt für einen Kurz-Kletter-Trip. Die Frühlingstemperaturen versprechen ideale Bedingungen und das verlängerte Wochenende erlaubt es, eine etwas weitere Fahrt auf sich zu nehmen. Wir haben vier altbekannte, aber deswegen nicht weniger gute Gebiete für euch ausgewählt, die sich ideal für Kurz-Kletterferien über die Ostern eignen.

Ein Beitrag von von Nora Scheel, Bächli Bergsport, und Natalie Bärtschi

Sportklettern in Finale

Das Kletter-Mekka rund um das idyllische Städtchen Finalborgo bietet tausende von Routen an weissen Kalkwänden, inmitten einer ungewöhnlich grünen Vegetation. Das Potenzial am kompakten, meist mit Wasserlöchern übersähten Fels ist nahezu unerschöpflich. Entsprechend werden auch 50 Jahre nach den ersten Kletterrouten noch regelmässig neue Sektoren erschlossen. Die Anzahl der Gebiete ist so gross, dass Empfehlungen schwierig sind. Zum Pflichtprogramm gehört aber sicherlich ein Besuch in der eindrucksvollen «Grotta dell’Edera». Zehn Autobahnminuten weiter westlich von Finale bieten die Gebiete von Oltre Finale tendenziell etwas steilere und athletischere Kletterei. Hier sind unter anderem die Klettergärten im «Val Pennavaire» sehr empfehlenswert.

Fast ebenso zahlreich wie die Routen sind die Übernachtungs- und Restaurantmöglichkeiten in und um Finale. Wer es einfach mag, quartiert sich auf dem «Camping Monte Cucco» unterhalb des gleichnamigen, geschichtsträchtigen Sektors ein. Lange ein etwas heruntergekommener Gratis-Campingspot, wurde er vor kürzerem renoviert und bietet jetzt das Wichtigste an Infrastruktur und Sauberkeit. Nicht verpassen darf man zudem «Café» und «Gelato» in der «Bar Centrale» und die Pizza im Restaurant «Castello» – letztere ist so beliebt, dass eine Reservation im Voraus nötig ist.

Führer:

Die Grotta dell’Edera in Finale – ein magischer Ort

Sportklettern in Arco

In Arco wird seit Jahrzehnten Klettergeschichte geschrieben, sei es beim legendären Rockmaster oder mit schweren Erstbegehungen. Das Sportklettermekka am Gardasee bietet jedoch für alle etwas, vom Anfänger bis zum Profi. Wem die klassischen Gebiete wie Massone, Nago und La Gola zu abgespeckt oder zu stark frequentiert sind, wird sicher in einem der vielen neuen Sektoren fündig.

An Ruhetagen warten Weltklasse-Biketrails darauf, befahren zu werden. Wer es eher gemütlich mag, kann natürlich einfach entspannt am See liegen und Gelati essen. Direkt am Hafen liegt der „Camping Al Porto“ für alle, die es gerne unkompliziert mögen. Empfehlenswert sind aber auch die Appartements von „Casa Tortuga“ in Torbole, nur wenige Gehminuten vom See entfernt. Klettershops gibt es in Arco fast so viele wie Gelaterias, mit allem, was das Kletterherz begehrt, noch dazu meist zu unschlagbaren Preisen. Und leckeres Essen gibt es in Italien bekanntlich überall, da ist auch Arco keine Ausnahme.

Führer:

Einfache und schwere Routen: Arco bietet das alles

Bouldern in Fontainebleau

Auch Fontainebleau ist ein traditionsträchtiges Gebiet. An den Sandsteinblöcken in den Wäldern rund um das Städtchen Fontainebleau wird schon seit vorletztem Jahrhundert gebouldert – bis vor kurzem natürlich ohne «Crashpads». Der Boulderstil an den runden, von Wasser und Wind zerfurchten Blöcken ist einmalig. Im Gegensatz zu vielen anderen Gebieten bietet Fontainebleau zudem in allen Schwierigkeitsgraden sehr schöne Linien. Sogar für Kinder gibt es spezielle Boulderparcours. Die idyllischen, ländlichen Dörfchen der Region und das frisch gebackene «pain au chocolat» am Morgen machen die Ferienstimmung perfekt.

Fontainebleau ist so gross, dass Gebiets-Empfehlungen schwierig sind. Die bekannteren Sektoren wie Cul de Chien, Isatis, Bas-Cuvier oder Éléphant bieten zwar sehr schöne Boulders, sind aber meist auch entsprechend gut besucht und teilweise abgegriffen. In vielen anderen Gebieten ist man aber auch an den Ostertagen fast alleine. Auch die Übernachtungsmöglichkeiten sind zahlreich, sei es auf Campings, B&B’s oder Air-B&B’s. Da das Gebiet über die Ostertage sehr beliebt ist, lohnt sich eine frühzeitige Reservation. Wer in einer grösseren Gruppe unterwegs ist, findet auf dem Campingplatz «Les Prés» bei Grez-sur-Loing ein «Bivouac»-Areal, wo relativ günstig ein grosser Platz gemietet werden kann.

Bei den Topoguides von Fontainebleau muss man sich bewusst sein, dass es keinen gibt, der alles abdeckt. Die Auswahl in den nach Schwierigkeiten unterteilten «5 + 6» beziehungsweise «7 + 8» erscheint uns gut, aber auch «Bleau à Bloc» des Locals Jacky Goddoffe trifft man oft an. 

Führer:

Einer der bekanntesten One-Move-Boulder in Fontainebleau

Bouldern im Val di Mello

Wer die Vorzüge Italiens geniessen möchte, ohne am Gotthard im Stau zu stehen, wird im Val di Mello sicherlich nicht enttäuscht. Eigentlich ist das Val di Mello nur ein kleines Seitental des viel grösseren Val Masino, welches dank dem jährlichen Melloblocco den meisten Kletterinnen und Kletterern ein Begriff ist. An bestem Granit kommen hier alle auf ihre Kosten, sei es beim Sportklettern, auf Mehrseillängen oder eben beim Bouldern.

Unzählige Linien in über 30 Sektoren sind im ganzen Tal verteilt. Viele Boulderblöcke liegen offen auf der Wiese mit idealem Absprunggelände und viel Platz für Familien mit Kindern. An sonnigen Tagen ist das Val di Bagni eine gute Option, da liegen die meisten Blöcke in dichtem Wald und sind ganztags im Schatten. Falls es doch einmal etwas wärmer werden sollte, ist der kristallklare Fluss nicht weit entfernt.

Gut und günstig lebt es sich auf dem Camping «Lo Scoiattolo» im Val di Bagni oder «Ground Jack» direkt im idyllischen Val di Mello. Wer sich etwas mehr Komfort gönnen möchte, ist im «Albergo Genzianella» an der richtigen Adresse. Sowohl für den morgendlichen Espresso als auch für das Feierabendbier empfiehlt sich die «Bar Monica» in San Martino. Gleich gegenüber in der «Pizzeria Fiorelli» gibt’s gute Pizza. Auch die diversen kleinen Dorfläden in San Martino mit ihren regionalen Spezialitäten sind übrigens einen Besuch wert.

Führer Bouldern:

Führer Sportklettern und Mehrseillängen:

Grüne Wiesen, grosse Blöcke – das ist das Val di Mello

Zum Schluss noch eine kleine Bitte

Die vorgestellten Gebiete sind allesamt sehr gut besuchte Spots. Umso wichtiger ist es, dass wir als Kletterinnen und Kletterer lokale Regeln beachten und uns respektvoll gegenüber der lokalen Bevölkerung verhalten. Informiert euch dazu in den Kletterführern oder vor Ort in den Klettershops.

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Credits: Titelbild David Tomlinson

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