Auch Jenya Kazbekova punktet „Dreamcatcher“ (9a) in Squamish – ein Jahr nach der Geburt ihrer Tochter

Nach Camilla Moroni hat auch Jenya Kazbekova die bekannte Sportkletterroute in British Colombia wiederholt. Für die Ukrainerin ist es ebenfalls die erste 9a – und eine ganz besondere Leistung, nachdem sie vor rund einem Jahr Mutter geworden war.

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Italienerin Camilla Moroni Chris Sharmas „Dreamcatcher“ (9a/5.14d) in Squamish geklettert ist. Jetzt hat auch Jenya Kazbekova ihre Wiederholung der Linie verkündet. Die Route am Stawamus Chief hat damit in kürzester Zeit ihre dritte und vierte Frauenbegehung bekommen.

„Dreamcatcher“: Kazbekova klettert ihre bisher schwerste Route

Für die 29-jährige Ukrainerin markiert die Begehung von „Dreamcatcher“ nicht nur einen Höhepunkt in ihrer Felskarriere. Der Durchstieg ihrer bisher schwersten Route zeigt auch Kazbekovas beeindruckend schnelle Rückkehr an die Weltspitze, nachdem sie im August 2025 zum ersten Mal Mutter geworden war.

Über ihre Begehung sagte Kazbekova: „Dreamcatcher ist von Anfang bis zum Ende die ikonischste Route, die ich je geklettert bin. Die unglaubliche Vielseitigkeit der Griffe und Bewegungen in nur einer Linie ist anders als alles, was es da draußen gibt.“

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal die Möglichkeit habe, diese Route zu probieren – geschweige denn, sie als meine erste 9a zu klettern.

Jenya Kazbekova

Kazbekova hatte im Juni angefangen an der Route zu arbeiten – sie dürfte sich also auch teilweise mit Camilla Moronis Versuchen überschnitten haben. Beide Kletterinnen benötigten jeweils rund zehn Sessions für „Dreamcatcher“.

Jenya Kazbekova klettert „Dreamcatcher“ (9a) | Bilder: Jeremy Huckins

Aus dem Wochenbett zurück an die Weltspitze in nur einem Jahr

Auch innerhalb der Wettkampfszene ist Jenya Kazbekova seit der Baby-Pause wieder präsent. Diese Saison erreichte sie beim Lead-Weltcup in Koper Platz 11 und Platz 10 bei den Lead-Europameisterschaften. Die Ukrainerin lebt mittlerweile mit ihrer Familie in den USA, dem Herkunftsland ihres Mannes.

Es gibt nicht viele Kletterinnen, die nach der Geburt ihres Kindes erneut an der Weltspitze klettern – und das in so kurzer Zeit. Jenya Kazbekova zeigt auf inspirierende Weise, was möglich ist, wenn eiserne Disziplin, Leidenschaft für den Sport und die nötige Unterstützung aus dem eigenen Umfeld zusammenkommen. „Ich möchte allen voran meinem Ehemann Jeremy danken, der sich um unsere Tochter Taya gekümmert hat und mir ermöglicht hat, mich auf jeden Versuch zu konzentrieren“, so Kazbekova. „Ohne meine Freunde und Familie hätte ich das nicht geschafft.“

Klettern ist ein Individualsport, aber ohne Community kommt man nicht weit. Diese Leistung gehört den Menschen, die mich unterstützt haben, genauso wie mir.

Jenya Kazbekova
Jenya Kazbekova mit Ehemann Jeremy und Tochter Taya | Bild: Ben Stone

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Credits Titelbild: Jeremy Huckins

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