Im pakistanischen Karakorum-Gebirge etablierte das Trio Anfang August die Route „Wild Soul“ (7a/A2+, 600 m, 21 SL), die wohl erste Linie am 5.700 Meter hohen Biacherahi Central.
Ihre neue Linie haben Thomas Huber, Miquel Mas und Víctor Sans an einem der entlegensten und unberührten Orte der Welt eingerichtet: Der Biacherahi Central (5.700 m) ist Teil eines Granitmassivs über dem Choktoi-Gletscher in der Region Latok, in die es nur wenige Bergsteiger zieht. Entsprechend tauften die drei Alpinkletterer ihre neue Linie auf den passenden Namen „Wild Soul“. Die hochalpine 600-Meter-Route bietet Kletterschwierigkeiten bis zum Grad 7a und A2+ über 21 Seillängen hinweg .
„Wild Soul“: Erste Route am entlegenen Biacherahi Central
Bei ihrer viertägigen Begehung stießen Huber, Mas und Sans im unteren Teil der Wand auch auf Indizien früherer Begehungsversuche, wie Michel Mas gegenüber Planet Mountain berichtet. Eine erfolgreiche Begehung durch mögliche Vorgänger ließ sich allerdings nicht ermitteln – auch nicht durch Recherche vor Ort.
Der Biacherahi Central hat nicht nur zwei Nachbargipfel (Biacherahi South und Biacherahi Tower), sondern ist auch selbst eine dreigipflige Formation. Der südlichste und nördlichste Gipfel des Biacherahi Central wurden bereits nachweislich bestiegen.
Wir gehen davon aus, dass der Biacherahi Central bis zu unserer Begehung noch nie bestiegen wurde.
Miquel Mas
Ein Traum von Wildnis für jeden Alpinkletterer
Die Expedition des Trios war von widrigen Wetterbedingungen und anhaltendem Schneefall geprägt. Vom rund 5.050 Meter hoch gelegenen Basislager aus warteten die drei eingeschneit und mehrere Tage lang auf eine günstige Gelegenheit. Die kam schließlich in Form eines fünftägigen Wetterfensters, die sie umgehend nutzten. Über Risse und kletterbare Strukturen arbeiteten sie sich durch den oberen Bereich des Granitturms bis zum Gipfel vor. Der Aufstieg gelang, und die drei erreichten noch rechtzeitig vor dem nächsten Wetterumschwung wieder das Basislager.
Sowohl Thomas Huber als auch Miquel Mas zeigten sich nachhaltig beeindruckt von der Expedition und dem Gipfelerlebnis. Es sei „magisch“ und „extrem befriedigend“ gewesen, in einer derart wilden Umgebung zu klettern, sagte Mas gegenüber Planet Mountain. Huber schrieb auf Instagram, dass sich für ihn am Biacherahi Central ein Traum erfüllt habe: großartiges Klettern an einem der wildesten Orte der Erde.
Nach fünf intensiven Tagen, langen Stunden und großartiger Kletterei wurden wir mit diesem ausgesetzten Gipfel belohnt, der uns jeden Morgen vom Basislager aus gerufen hatte.
Thomas Huber
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