Kletterhalle erlaubt nur noch halbautomatische Sicherungsgeräte

Am 18. Januar stürzte ein 33-jähriger Kletterer in der Kletterhalle St. Gallen aus zehn Metern Höhe auf den Boden. Der Verunfallte trug starke Prellungen und eine Platzwunde am Hinterkopf davon. Das Ereignis veranlasst die Hallenbetreiber zu einer drastischen Massnahme: Ab 1. Janaur 2019 sind nur noch fehlertolerante Sicherungsgeräte erlaubt.

Unfälle in Kletterhallen sind kein neues Phänomen. In den meisten Fällen, so auch beim Vorfall in der Kletterhalle St. Gallen, kommt es zu keinen schwerwiegenden Verletzungen. „Die Ursachen der Unfälle liegen meist bei den Anwendern“ schreibt der Geschäftsführer der Kletterhalle St. Gallen, Diego Lampugnani, auf der Website. Auch andere Hallenbetreiber bestätigen, dass Unfälle auf häufig auf fehlerhafte Sicherungsknoten oder unsachgemässe Bedienung der Sicherungsgeräte zurückzuführen sind.

Partnercheck senkt Risiko

Das Risiko eines Unfalls liesse sich mit einer einfachen Massnahme deutlich reduzieren: Partnercheck. In den meisten Kletterhallen wird mehrfach darauf hingewiesen, den Partnercheck konsequent anzuwenden. Beim Partnercheck geht es darum, vor dem Klettern den Knoten durch den Sichernden und das richtige Einfädeln im Sicherungsgerät durch den Kletternden zu prüfen.

Zweite Fehlerquelle: Sicherungsgerät

Das Risiko des unvollständigen oder falschen Einbindens kann also mit dem konsequenten Einhalten des Partnerchecks klar vermindert werden. Um das Risiko der zweiten sehr häufigen Unfallursache – der Bedienung des Sicherungsgerätes – zu reduzieren, hat sich die Kletterhalle St. Gallen zudem entschieden, ab dem folgenden Jahr nur noch fehlertolerantere Sicherungsgeräte zu erlauben. „Diese Geräte blockieren das Sicherungsseil oder unterstützen die Bremswirkung im Falle eines Sturzes, auch wenn die Sicherungsperson das Bremshandprinzip verletzt“, schreibt Lampugnani. Die Unterstützung der Bremswirkung oder Blockierung des Sicherungsseils funktioniert aber auch nur bei korrekter Bedienung ebendieser Geräte. Die Kletterhalle St. Gallen empfiehlt seinen Besucherinnen und Besuchern die Geräte Grigri, Smart und Jul 2.

Bevormundung oder vernünftige Entscheidung?

Die Meinungen, ob die Entscheidung der Hallenbetreiber nun radikal oder vernünftig ist, gehen wohl weit auseinander. Was ist eure Meinung? Hier geht es zur Diskussion auf Facebook.

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Credits: Bild infocard.ch, Stellungnahme Kletterhalle St. Gallen

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1 Kommentar

  1. HMS beansprucht Sicherungskette wahrscheinlich am geringsren. Auch die Bremskraft für die Bremshand ist gering. Im Fels bei unsicheren Haken, Friends usw. ein Sicherheitsvorteil. Anfänger sollen das auch in der Halle üben.

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