Die Via Alpina ist eines der längsten und anspruchsvollsten Weitwanderwegenetze Europas. Sie verbindet auf fünf verschiedenen Routen acht Alpenländer – von Triest bis nach Monaco – und führt über unzählige Gebirgspässe, Täler und Gipfel.
Für viele Bergsportlerinnen und Bergsportler ist es ein Abenteuer fürs Leben, die Route überhaupt einmal zu durchwandern. Die Ultraläuferinnen Dr. Magdalena Kalus (Maggy) und Susann Lehmann (Susi) haben nun bewiesen, dass diese Strecke auch im Laufschritt möglich ist. In 50 Tagen liefen sie von der Adria bis an die Côte d’Azur – nach 1.975 Kilometern und 116.431 Höhenmetern kamen sie am in Monaco an.
Das wird eine riesige sportliche und mentale Herausforderung für uns. Es wird lang. Es wird weit. Es wird einmalig. Es wird einfach fett!
Maggy und Susi auf Instagram

Wer sind die Frauen hinter dem Projekt?
Dr. Magdalena Kalus und Susann Lehmann sind bekannte Gesichter in der Ausdauer- und Ultratrail-Szene. Die beiden Freundinnen kommen aus den bayerischen Bergen, Kilometer und Höhenmeter sammeln sie aber überall.

Die 38-jährige Susi begann 2012 mit dem Laufen. Zwölf Jahre später legte sie ihre längste Distanz mit 309 Kilometern zurück. Ihre liebste Laufdistanz sind 80 Kilometer. Maggy ist 39 Jahre alt und neben ihrer Trail Leidenschaft liebt sie Hochtouren und träumt unter anderem von der Ama Dablam. Ihre längste Strecke waren 300 Kilometer.
Mit ihrem Projekt wollten die beiden Extremsportlerinnen nicht nur sportliche Grenzen ausloten, sondern auch ein Zeichen für weibliche Leistungsfähigkeit im Extremsport setzen. Die Idee, die Via Alpina laufend zu bewältigen, war von Anfang an mehr als ein Rekordversuch: Es ging ihnen um Sichtbarkeit und Inspiration.
Dieser Lauf war herausfordernd – aber auch eine Erfahrung mit viel Natur, Freiheit und Teamarbeit. Wir hoffen, dass unser Projekt andere inspiriert, ihren eigenen Weg auszuprobieren.
Susi Lehmann

Running Via Alpina
Am 21. Juni 2025 starteten Maggy und Susi ihr Projekt in Muggia – mit dem Ziel, Schritt für Schritt, Kilometer für Kilometer, die gesamte Via Alpina bis Monaco zu laufen. Insgesamt legten sie 1.975,44 Kilometer zurück und bewältigten dabei unglaubliche 116.431 Höhenmeter – das entspricht etwa 13 Mal dem Aufstieg vom Meeresspiegel auf den Mount Everest.
Doch die Zahlen erzählen nur einen Teil der Geschichte. Auf Instagram nehmen die beiden Athletinnen ihre Follower und Fans detailliert mit auf die Reise. Jeden Tag posten sie die zurückgelegte Distanz und die erklommenen Höhenmeter, zusammen mit dem »Highlight« und dem »Fail des Tages« und einem Fazit des Laufs.
Wie wir uns fühlen: Gut! Susi ist weiter stabil und gesund und Maggys Fuß sollte morgen zumindest mal einen Halbmarathon zulassen… hoffentlich!
Fazit der Beiden auf Instagram
Auf ihrem Weg wurden die beiden immer wieder mit Wetterumschwüngen, Krankheit und Verletzungen konfrontiert. Maggy musste aufgrund körperlicher Probleme zeitweise pausieren, da ihr Fuß schmerzte und angeschwollen war. Diese Zwangspause stellte das Team auf eine harte Probe – und zeigte zugleich, wie wichtig es ist, bei einem solchen Projekt flexibel zu bleiben. Statt an der ursprünglichen Planung stur festzuhalten, suchten die beiden nach Lösungen, passten ihre Strategie an und liefen gemeinsam weiter.
Wir haben gelernt, dass Durchhalten nicht immer bedeutet, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen. Manchmal heißt es auch, innezuhalten, Lösungen zu suchen und gemeinsam weiterzumachen
Maggy Kalus

Ankommen in Monaco
Man kann es aktuell wohl noch nicht in Worte fassen, was da in den letzten Wochen passiert ist. So viele Momente, so viele Höhen und Tiefen, so viele Eindrücke, Länder, Tiere und Emotionen.
Nach 50 Tagen erreichten die beiden Sportlerinnen schließlich das Mittelmeer und liefen in Monaco ein. »Es ist alles anders gekommen als geplant« berichten Maggy und Susi auf Instagram. »Dauerregen, Schneegraupel, Temperaturen um den Gefrierpunkt, Gewitter, Murenabgänge, überschwemmte Wege.« Und trotzdem haben sie immer weiter gemacht. Ein Projekt, das Durchhaltevermögen, Resilienz und Teamgeist auf beeindruckende Weise sichtbar gemacht hat und zugleich eine starke Botschaft sendet nämlich, dass Frauen im Extremsport Großes leisten können.
Bei diesem Projekt mussten wir auf jeden Fall viele, viele Entscheidungen treffen und haben gelernt, dass man noch so viel planen kann – am Ende kommt es eh anders.

Vom Trail auf die Leinwand
Ab Januar 2026 bringt RAVIR Film die Mission der beiden als Dokumentarfilm auf die Leinwand. Bekannt für packende Sport- und Abenteuerproduktionen, hat das Filmteam die gesamte Reise begleitet. Neben spektakulären Bergbildern wird es vor allem um den inneren Weg der beiden Extremsportlerinnen gehen, mit all den Zweifeln, Rückschlägen und magischen Momenten, die ein Abenteuer in den Bergen mit sich bringt. Ein erster Teaser wird in den kommenden Monaten veröffentlicht.
Das könnte dich interessieren:
- Trailrunning-Tourentipp: Die 6 schönsten Trails
- Gängige Verletzungen beim Trailrunning und wie man sie vorbeugt
+++
Credits: Alle Bilder: Pressebilder von Nanacom

