Da war wohl Low-Gravity angesagt! Im Maltatal, in Varazze und im Tessin wurden die Ticklisten von Yannick Flohé, Aidan Roberts, Stefano Ghisolfi und Marco Müller jeweils um ein hartes Boulderproblem erweitert.
Zwei Mal bügeln im Maltatal – Flohé und Roberts
Yannick Flohé hat die Saison im Januar mit »Excalibur« (9b+) in Arco eröffnet und legt jetzt stark nach. Vor einigen Tagen verkündete er seine Begehung von »Bügeleisen Sit« (8C), laut Flohé dem besten »Board-Style« Boulder, den er bis dato geklettert ist. »Bügeleisen« wurde bereits 2001 von Klem Loskot eröffnet und mit dem Grad 8B+ betitelt. 12 Jahre später holte Nalle Hukkataival die erste Wiederholung. Er machte den Boulder im Jahr darauf mit einem Sit Start sogar noch eine Nummer schwerer und eröffnete Bügeleisen Sit. Flohé gelang der Boulder in nur einer Session. Aufgrund der Bedingungen musste er den Boulder trotzdem zwei Mal klettern, nachdem er beim Send-Go ganz oben wegen Eis und Schnee abrutschte.
Immerhin gutes Training!
Yannick Flohé
Aidan Roberts entschied sich für die ursprüngliche Variante von Bügeleisen und sicherte sich den 8B+-Boulder im Flash-Go. Roberts zeigte sich begeistert von der legendären Granitlinie, die sich durch kleine, eingeschnitte Crimps an der Unterseite des überhängenden Fels auszeichnet. Für den Briten ist das der zweite 8B+ Flash, nachdem er 2023 »Momentum« im ersten Versuch ticken konnte. Auf Instagram verkündete er »Ich bin richtig in der Saison drin und werde noch lange nicht kürzer treten.«
Es gibt nur wenig bessere Boulder auf der Welt! Es ist selten Fels zu finden, der gut genug ist, damit dünne, eingeschnittene Crimps an einer überhängenden Wand absolut fest sitzen.
Aidan Roberts
Erste 8C+ für Stefano Ghisolfi – Gioia Sit
Stefano Ghisolfi hat sich in Varazze, in Süditalien seinen ersten Boulder im Grad 8C+ abgeholt. Bereits 2012 hatte er die Stehstart-Variante des von Christian Core 2008 erstbegangenen Boulders geklettert, später widmete er sich auch dem von Core ergänzten Sitzstart. 2015 und 2016 lag der Fokus des Italieners auf der längeren Variante des Boulders, damals jedoch erfolglos. Nach zehn Jahren kehrte Ghisolfi nun nach Varazze zurück um sich sein langjähriges Projekt abzuholen – mit Erfolg!
Der Name des Boulders bedeutet »Freude«, und er könnte nicht besser zu dem Gefühl passen, das ich hatte, als ich ihn geklettert bin.
Stefano Ghisolfi
Story of three Worlds – Marco Müller im Tessin
Auch im Tessin gibt es eine hochkarätige Wiederholung zu vermelden: Der Schweizer Marco Müller vermeldete jüngst seine Wiederholung von Shawn Raboutous Story of Three Worlds (8C+). Der Boulder ergänzt Story of Two Worlds (8C) von Dave Graham um einen alternativen Start und zählt zu den anspruchsvollsten Linien der Region. Müller verlor auf Instagram nicht all zu viele Worte über seinen Send, bemerkte aber, dass die Linie ganz seinem Stil entspricht. Als nächstes will er sich weiter Captain Nemo (8C) im Val Bavona widmen.
Eine klasse Dachkletterei von Shawn Raboutou, mit einem der einzigartigsten Dynos am Fels!
Marco Müller
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Credits: Titelbild: Elias Arriagada

