Laura Rogora und Alessandro Zeni – Zwei Wiederholungen für »Niobe« 9a

Erst im Dezember 2025 eröffnete Multitalent Adam Ondra mit Niobe (9a) eine der schwersten Plattenlinien der Welt. Kurz darauf bestätigte der Italiener Gianluca Vighetti den Grad, auch wenn er »die Möglichkeit nicht ausschließen würde, dass es vielleicht leichter ist.« Jetzt hat Niobe noch zwei Wiederholungen in kurzer Zeit gesehen.

9a für Alessandro »Ale« Zeni

»Nachdem ich von Adam Ondras Erstbegehung dieser Platte erfahren hatte, konnte ich diesen Termin nicht verpassen – es fühlte sich fast wie eine Hochzeitseinladung an.« berichtet Zeni nach seiner Begehung am 14. Januar 2026. Als großer Fan dieses Kletterstils war Niobe eine willkommene Herausforderung für den 34-Jährigen. Im ersten Versuch konnte er alle Züge von Niobe ausbouldern, jedoch war ihm direkt klar, dass der obere Teil der Linie noch etwas Arbeit für ihn bedeuten würde. »Die Tritte waren schon voller Gummi von all den Kletternden, die die Linie vor mir probiert hatten«, so Zeni. Aus diesem Grund säuberte er die Tritte der Crux-Passagen mit Wasser, ehe er sich an ein weiteres ernsthaftes Go wagte. »Am nächsten Tag hat es sich angefühlt wie eine ganz andere Linie« schreibt der Italiener weiter, ehe er sich den Rotpunkt sicherte. Einen Grad in einer Linie wie Niobe zu vergeben, sieht er als schwierig an, da ein gelungener Durchstieg nicht nur von der Kraft abhängt, sondern ebenso von Technik, der Art der Schuhe, Wetter- und Wandbeschaffenheit sowie mentaler Kontrolle. Trotzdem bestätigt auch Zeni Adam Ondras Vorschlag einer 9a.

Ich bin kein Kind mehr, und im Laufe der Jahre habe ich gelernt, wie wichtig es für mich ist, meinen Leidenschaften nachzugehen, Spaß zu haben und Motivation zu finden, unabhängig von Schwierigkeiten oder Leistungen.

Alessandro Zeni

Erste Platte im Grad 9a für Laura Rogora

Auch die 24-Jährige Spitzenkletterin aus Trento konnte sich ebenfalls einen Durchstieg und damit die vierte Wiederholung von Niobe sichern. Für Rogora war das die 42. Route im Grad 9a und darüber, die sie auf ihrer beeindruckenden Tickliste vermerken kann. Allein letztes Jahr holte sie sich 12 Linien im Grad 9a und darüber und sorgte Regelmäßig für Schlagzeilen mit Onsightbegehungen im oberen achten Schwierigkeitsgrad.
Die Italienerin machte kurzen Prozess mit Niobe und schloss das Projekt in nur vier Versuchen ab. Und das obwohl sie sich an der Platte bisher nur bis zum Grad 7a versucht hatte. »Etwas Neues auszuprobieren, das von meinem üblichen Stil abwich, war gleichzeitig beängstigend und aufregend«, schreibt sie auf Instagram. »Mich selbst auf unbekanntem Terrain herauszufordern, meinen Füßen zu vertrauen, ruhig zu bleiben und den Umlenker beim vierten Versuch einzuhängen, war absolut Befriedigend.« Auf ein Video ihrer Begehung dürfen wir uns in den nächsten Tagen freuen!

Laura Rogora in Niobe | Bild: Andrea Camattari

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Credits: Titelbild: Andrea Camattari

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