Seit 1923 ehrt der Österreichische Alpenverein herausragende Bergretter mit dem »Grünen Kreuz«. Dieses Jahr haben zwei Tiroler Bergretter die Auszeichnung erhalten, die als höchste und renommierteste Ehrung im Bergrettungsdienst gilt.
Mehr als 500 Personen tragen heute das »Grüne Kreuz«, mit dem der Österreichische Alpenverband besonders herausragende Bergretterinen und -retter auszeichnet. Am 18. Oktober wurden zwei Bergretter aus Tirol für ihren langjährigen Einsatz geehrt: Josef Hofer und Alois Höflinger, seit mehr als 40 Jahren Mitglieder der Bergrettung Scheffau/Söllandl in Tirol.
Diese Verleihung ist nicht nur eine Würdigung zweier Einzelner – sie ist auch ein Dank an all diejenigen, die Tag für Tag im Dienst der Menschlichkeit im alpinen Raum bereitstehen.
Alpenvereinsvizepräsident Markus Welzl
Anerkennung für selbstlosen Einsatz in Extremsituationen
Josef Hofer und Alois Höflinger waren als Mitglieder der Bergrettung Scheffau/Söllandl in unzähligen Berg- und Pistenrettungseinsätzen aktiv. Darüber hinaus engagierten sie sich als Flugretter, Funktionäre und nicht zuletzt als Mentoren für nachkommende Generationen.
Im Rahmen der feierlichen Verleihung bei der Jahreshauptversammlung in Graz nannte Vizepräsident Markus Welzl das Grüne Kreuz »ein Zeichen tiefster Anerkennung für selbstlosen, ehrenamtlichen Einsatz in Extremsituationen, wie sie nur der alpine Raum hervorbringt«. Die Ehrung stehe für außergewöhnliche Leistungen am Berg, aber auch für Mut, Entschlossenheit und Solidarität.
Das »Grüne Kreuz« wurde seit seiner Einberufung 1923 an 521 Personen verliehen. Als Voraussetzungen für die Auszeichnungen gelten unter anderem mehrmalige, außerordentlich schwierige und mit besonderer Lebensgefahr verbundene alpine Rettungen oder Bergungen.
Über die Preisträger
Seit seinem Eintritt in die Bergrettung im Jahr 1983 absolvierte Josef Hofer rund 400 Bergrettungseinsätze, 500 Einsätze in der Pistenrettung sowie über 1.200 Einsätze als Berg- und Flugretter in Kitzbühel. »Josef Hofers Beteiligung an den vielen Einsätze zeigen seine Entschlossenheit, Menschlichkeit und außergewöhnliche Belastbarkeit in besonderen Einsatzlagen«, so der Alpenverein.
Ein Beispiel für einen besonders dramatischen Einsatz: Ende der 1990er-Jahre stürzte ein Bergsteiger während eines aufziehenden Gewitters im Wilden Kaiser und blieb schwer verletzt liegen. Als der Hubschraubereinsatz durch das Gewitter vereitelt wurde, löste sich Josef Hofer vom Tau, um den Verletzten zu sichern und erstzuversorgen. Nachdem er den Bergsteiger in den Bergesack gebracht hatte, harrte er stundenlang aus, bis der Hubschrauber zur Rettung ansetzen konnte. »Dass der Verunglückte überlebte, war einzig dem selbstlosen und beherzten Einsatz von Josef Hofer zu verdanken«, so der Alpenverein.

Auch Alois Höflinger trat 1983 in die Bergrettung Scheffau/Söllandl ein. Er war seither an mehr als 300 alpinen und rund 500 Pistenrettungseinsätzen beteiligt. Über viele Jahre war er als Funktionär in verschiedenen Funktionen im Ausschuss tätig und übernahm die Leitung vieler komplexer Einsätze.
Seine Zeit bei der Bergrettung führte ihn immer wieder in anspruchsvolle und emotionale Situationen. Von nächtlichen Bergungen in der Leuchsturm-Südwand bis zu weiteren tragischen Einsätzen wie der im Wilden Kaiser zeigte er stets Einsatz, so der Alpenverein: »Alois Höflinger scheute keine Herausforderung, wenn es darum ging, Verunglückte zu retten oder Angehörige zu betreuen.«

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Credits Titelbild: Alpenverein/P. Neuner-Knabl



