Großbrand in Fontainebleau: fast 2.000 Hektar Wald zerstört

Ein verheerender Waldbrand in der Region Île-de-France hat rund ein Fünftel des Waldes von Fontainebleau zerstört. Etwa 1.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, das weltbekannte Bouldergebiet bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Die Behörden schließen Brandstiftung als Ursache nicht aus.

Das Feuer brach Medienberichten zufolge am Sonntagnachmittag nahe der Autobahn A6 aus und breitete sich aufgrund der Trockenheit und der hohen Temperaturen rasch im Wald von Fontainebleau aus. Zuvor hatte eine Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 37 Grad die Region erfasst.

Nach Angaben von Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez hat sich der Brand inzwischen auf zehn Brandherde innerhalb eines Radius von einem Kilometer ausgeweitet. Bis das Feuer vollständig gelöscht ist, könnten mehrere Tage oder sogar Wochen vergehen. Zur Unterstützung wurden Löschflugzeuge aus dem Süden Frankreichs in die Region verlegt.

1.000 Menschen evakuiert, Bouldergebiete gesperrt

Seit Sonntag kämpfen mehr als 400 Feuerwehrleute gegen die Flammen, die nach Behördenangaben bereits mehr als 1.900 Hektar des UNESCO-Biosphärenreservats zerstört haben. Betroffen sind unter anderem die Gemeinden Barbizon, Achères-la-Forêt, Le Vaudoué, Noisy-sur-École, Les Écrennes und Fontainebleau. Rund 1.000 Menschen wurden aus der Region evakuiert.

Der »Forêt de Fontainebleau« ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Westeuropas. Er beherbergt rund 5.000 Pflanzen- und mehr als 6.000 Tierarten und gilt als eines der bekanntesten Bouldergebiete der Welt. Das Département Seine-et-Marne hat den Zugang zum Wald bis auf Weiteres gesperrt.

Ersten Informationen zufolge sind die akut betroffenen Bouldersektoren Cul du Chien/91.1, La Roche aux Sabots und Le Vaudoué/Diplodocus. Welche Konsequenzen der Brand für die dortigen Felsen hat, ist bislang noch unklar. Dass manche Linien künftig nicht mehr kletterbar sein könnten, ist aber wahrscheinlich: Denn der weiche Sandstein kann infolge extremer Hitze reißen und brechen.

Ermittlungen wegen Brandstiftung

Die Ursache für den Großbrand ist derzeit noch ungeklärt. Nach Angaben des Départements begünstigten extreme Trockenheit, mehrere Hitzewellen, der trockene Sandboden, leicht entflammbare Vegetation sowie große Mengen an Totholz die schnelle Ausbreitung des Feuers.

Innenminister Nuñez schließt schließt einem Bericht des Spiegels zufolge inzwischen auch Brandstiftung nicht aus. Nach Angaben französischer Behörden hat die Polizei hat zwei verdächtige Personen festgenommen, die das Feuer vorsätzlich oder fahrlässig gelegt haben könnten.

Immer wieder Hitzewellen und Brände in Frankreich

Frankreich erlebt derzeit bereits die dritte Hitzewelle des Jahres. Seit Jahresbeginn wurden landesweit rund 32.000 Hektar Wald- und Vegetationsfläche durch Brände zerstört – das ist fast doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Auch die Justiz ermittelt weiter nach möglichen nicht-natürlichen Ursachen der Brände: Nach Behördenangaben wurden landesweit bislang 32 Personen festgenommen, die im Verdacht stehen, Feuer vorsätzlich oder fahrlässig verursacht zu haben. Am Montag (13. Juli) galt in 37 der 101 Départements die höchste Hitzewarnstufe Rot. Rund 26 Millionen Menschen sind davon betroffen.

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Credits Titelbild: Secours de Seine-et-Marne (SDIS) 77

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