»Mein stolzester Klettermoment bisher« | Yannick Flohé tickt Ratstaman Vibrations (9b/+)

Mit Ratstaman Vibrations (9b/+) in Céüse hakt der deutsche Profikletterer Yannick Flohé seine bislang schwerste Route ab.

Vor wenigen Wochen hat Yannick Flohé mit seinem Flash von Foundation’s Edge (V15/8C) ein Stück Bouldergeschichte geschrieben. Jetzt ist der 26-Jährige dem Club der 9b-Kletterer beigetreten. Ihm gelang die insgesamt zweite Begehung von Chris Sharmas Ratstaman Vibrations (9b/+) im französischen Klettergebiet Céüse.

Mein stolzester Klettermoment bisher. Ich habe mich noch nie so sehr einem Projekt verschrieben.

Yannick Flohé

Altes Sharma-Projekt bekommt erste Wiederholung

Insgesamt 30 Tage über fünf Trips und zwei Saisons hinweg: So viel Zeit hat Flohé noch keiner anderen Linie in seiner Karriere gewidmet. Das 30-Zug-Testpiece nennt der Essener «die schwerste Route, die ich jemals probiert habe – und die bei weitem beste Route in Céüse».

Ratstaman Vibrations – so benannt nach dem Sektor Face de Rat – wurde 2012 von Chris Sharma eingebohrt. In den Jahren darauf bissen sich einige der stärksten Kletterer wie Seb Bouin, Charles Albert und Sharma selbst die Welt die Zähne an der Route aus, die lange als potenzielle 9c gehandelt wurde. Ein ganzes Jahrzehnt sollte es dauern, bis sie schließlich Alex Megos im Jahr 2022 als erster entschlüsselte. «Eine der besten Linien irgendwo im 9b Bereich», lautete das Urteil des damals 28-jährigen Franken, der sich nach der Abwertung seiner Bibliographie in puncto Schwierigkeitsgrad eher bedeckt hielt.

Alex Megos‘ Erstbegehung von Ratstaman Vibrations (2022)

Flohé vergibt Slash-Upgrade

Trotzdem entstand bereits zum Zeitpunkt der Erstbegehung den Eindruck einer eher harten 9b. Schließlich hatte die Route zehn Jahre lang so einige Spitzenkletterer abgeschmettert. Megos hatte die Linie zwar innerhalb von rund zehn Sessions geklettert, seitdem aber sonst kein anderer mehr – bis jetzt.

Als erster Wiederholer von Ratstaman Vibrations zeigt sich Yannick Flohé etwas großzügiger beim Thema Schwierigkeitsgrad und vergibt ein Upgrade auf 9b/+. «Ich hoffe sehr, dass in Zukunft noch mehr starke Kletterer die Route probieren», resümiert der 26-Jährige mit einem freundschaftlichen Seitenhieb auf seinen Teamkollegen aus Franken.

Alex ist sich seiner eigenen Kraft manchmal nicht ganz bewusst – ein kleines Slash-Upgrade finde ich fair.

Yannick Flohé

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Credits Titelbild: Rainer Eder

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