Dem deutschen Profi-Alpinisten Michi Wohlleben gelingt mit Stirb langsam (M11+) eine schwierige Mixed-Route am Seebenseefall im Mieminger Gebirge. Eingerichtet hat Michi die Route im 2013. Erstbegangen hat er die Tour Ende Januar.

Das Gebiet oberhalb der Ortschaft Ehrwald zwischen Imst und Innsbruck ist ein beliebtes Wanderziel. “Der leuchtend-türkise Seebensee zählt zu den schönsten  Bergseen Tirols und lädt zum Innehalten und Erfrischen ein”, so steht es auf der regionalen Tourismusseite. So gemütlich und wunderschön der See und seine Umgebung im Sommer auch sind, so beschwerlich und ungemütlich ist der Zustieg und Durchstieg des Seebenseefalls.

Michi’s Bericht über die Erstbegehung von Stirb langsam

Der im Appenzellerland wohnhafte Alpinist hat sich bereits vor einigen Jahren in die ehrgezige Linie am Seebenseefall schon vor einigen Jahre vorgenommen. Vor Kurzem konnte er nun die Route Stirb langsam zusammen mit Lukas Binder realisieren. Doch lassen wir Michi selbst erzählen.

“Es faszinierte mich, die Linie von unten direkt über die einzelnen freihängenden Zapfen an das große Eisnest zu klettern, da es nicht viele dieser Sorte gibt. Aufgefallen ist sie mir als ich 2009 zusammen mit Peter Albert und Kathrin Winkler den klassischen Seebenseefall geklettert habe.

Noch im gleichen Jahr fing ich mit meinem Bergführerkollegen Michi Bückers an zu bohren. Der schlechte Fels, aber auch die massiven Dächer machten das Einbohren ziemlich mühsam. Aufgrund von Verletzungen, schlechten Bedingungen aber auch fehlender “Motivation” mich weiter zu fürchten, dauerte es lange, bis im Jahr 2013 das Einrichten der Route komplett fertig war. Möglich war das Einrichten nur mit der freundlichen und geduldigen Unterstützung von Fritz Miller, Michi Wärthl, Markus Koch und Lukas Binder.

Nachdem die Route eingerichtet war, verging wieder ziemlich viel Zeit. Einen Winter verbrachte ich aufgrund eines Gleitschirmunfalls komplett im Bett und letztes Jahr ist die Route nicht gewachsen. Dieses Jahr war ich hochmotiviert und es hat wohl alles gepasst, auch wenn ich wieder viel Zeit investieren musste. Die Kombination aus der Schwierigkeit, brüchigen Fels und dem ätzendem Zustieg machte es schwieriger als ich gedacht hätte.

Am 18.01.2017 konnte ich schließlich, gesichert von Lukas Binder, alle Seillängen von unten rotpunkt klettern. Mir fielen die zwei härtesten Seillängen (M11+) viel schwerer als jede M11 oder M12 im Klettergarten. Dies lag aber wohl auch an der mangelnden Felsqualität und die Ausgesetztheit der Route. Ein kleiner Exkurs zum Schwierigskeitsgrad: Bewertungen beim schwierigen Mixedklettern sind wie Toilettenpapier, für den A****. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf Wiederholungen. Abgesichert ist die Route mit Bohrhaken. Wiederholer müssen sich aber schon genau überlegen, ob sie die Route klettern möchten. Wenn man sich darauf einlässt, ist es sicher ein mega Erlebnis.”

Bilder der Begehung am Seebenseefall

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