Auf dem Weg ans Mammut-Teamtreffen haben Adam Ondra und Jakob Schubert im Vorarlberger Klettergebiet Lorüns einen Halt eingelegt. Ihr Ziel: Die Kammerlander-Linie Sprengstoff zu flashen. Dies hat zwar nicht geklappt, aber beide haben die Linie im zweiten Anlauf geklettert.

Wo Beat Kammerlander draufsteht, ist auch Beat Kammerlander drin. Dies gilt für Sprengstoff (9a) ebenso wie für andere Klassiker des Kletter-Urgesteins. Die erste freie Begehung und die erste Wiederholung der Sportkletterroute Sprengstoff holten sich das Kletterpaar Jacopo Larcher und Babsi Zangerl. Vor wenigen Tagen statteten Adam Ondra und Jakob Schubert der Route einen Besuch ab und versuchten die Route flash zu klettern.

So klettern Adam Ondra und Jakob Schubert Sprengstoff

Beinahe-Flash mit Unterstützung von Babsi Zangerl

Bei ihren Flash-Versuchen in Lorüns durften die Beiden auf die Unterstützung von Lokalmatadorin Babsi Zangerl zurückgreifen. „Babsi hat die beeindruckende Zweitbegehung von Sprengstoff gemacht und war so nett, uns die Linie mit Chalk zu markieren und uns Beta zu geben“, schwärmt Jakob Schubert. Leider haben dann sowohl Ondra als auch Schubert die Flashbegehung verpasst – wenn auch nur knapp.

„Ich stürzte in einem der letzten Züge des ersten Boulderteils“, erzählt Adam Ondra. Die Route werde danach zwar leichter, bleibe aber brutal anhaltend. Auch Jakob Schubert flog bei seinem Flashversuch der Route an der selben Stelle raus. Die dritte und vierte Begehung von Sprengstoff musste aber nicht lange warten. Erst kämpfte sich Ondra im zweiten Anlauf bis zum Umlenker, wenig später folgte Schuberts erfolgreicher Durchstieg.

Auf ihrer Stippvisite in Lorüns versuchte das Duo zudem die Onsight-Begehung von Dirty Harry’s Brother (8c+). Es blieb jedoch bei einem erfolglosen, wenn auch vielversprechenden Versuch. Adam Ondra gelang es im zweiten Anlauf, den Umlenker zu erreichen, Jakob Schubert stürzte kurz zuvor.

Routenname als Anspielung

Sprengstoff (9a) am Lorünser Wändle wurde vor über 25 Jahren von Beat Kammerlander eingerichtet. Zahlreiche Kletterinnen und Kletterer hatten sich im vergangenen Vierteljahrhundert darin versucht und sich die Zähne ausgebissen. Im Dezember 2020 gelang es dann Jacopo Larcher, das „Lorünser Projekt“ zu befreien.

Mit der Namensgebung macht Jacopo eine Anspielung auf die Tatsache, dass sämtliche Sektoren sich auf dem Grundstück der Steinbruch Lorüns GmbH befinden und zwischenzeitlich die Angst bestand, dass die Sektoren dem Schaffen der Firma zum Opfer fallen könnten.

Die Firma hat kürzlich einen sogenannten Rodungsantrag gestellt, was die lokale Kletterszene aufhorchen liess. Gemäss neuesten Informationen bleiben die Klettersektoren und damit -routen – mindestens die kommenden 15 Jahre – erhalten. 

Das könnte dich interessieren

Gefällt dir unser Klettermagazin? Bei der Lancierung von LACRUX haben wir entschieden, keine Bezahlschranke (Paywall) einzuführen. Das wird auch so bleiben, denn wir möchten möglichst viele Gleichgesinnte mit News aus der Kletterszene versorgen.

Um zukünftig unabhängiger von Werbeeinnahmen zu sein und um dir noch mehr und noch bessere Inhalte zu liefern, brauchen wir deine Unterstützung.

Darum: Hilf mit und unterstütze unser Magazin mit einem kleinen Beitrag. Natürlich profitierst du mehrfach. Wie? Das erfährst du hier.

+++

Credits: Titelbild Jakob Schubert

actiontalkTV
EnglishSpanishGerman