Adam Ondra ist in letzter Zeit häufig in Arco anzutreffen, wo er zusammen mit Stefano Ghisolfi schwierige Linien projektiert. Am Mittwoch gelang ihm die Erstbegehung seiner Linie Bomba (9b). Der First Ascent ist ein Vorgeschmack darauf, was noch folgen könnte, wenn sich Spitzenkletterer wie Stefano Ghisolfi, Adam Ondra und Jakob Schubert gegenseitig pushen.

Just am letzten Tag seines Arco-Aufenthaltes gelang Adam Ondra am Mittwoch die Erstbegehung vom Bomba (9b). Die Linie, die Ondra vor zehn Jahren eingebohrt hatte, liegt im Sektor Hotel Olivo, direkt rechts von Trofeo dell’Adriatico (9a+).

Video: Adam Ondra beim First Ascent von Bomba (9b)

Ondra erzählt, dass er das Projekt eigentlich für seinen nächsten Arco-Trip in zwei Wochen habe vorbereiten wollen. Als er am Felsen ankam, hatte er das Gefühl, dass die Bedingungen einfach perfekt waren. „Ich war sehr ruhig, aber gleichzeitig sehr motiviert, um zu klettern.“

„Ich ruhte mich 30 Minuten lang aus und dann passierte einer der epischsten Momente meines Kletterlebens.“

Adam Ondra

Also stieg er mit dem Ziel ein, den zweiten Abschnitt der Route zu klettern. Nachdem Adam Ondra erst beim letzten Zug rausfiel und feststellte, dass er sich topfit fühlte, startete er fortan von ganz unten. Der erste Versuch scheiterte an der Schlüsselstelle, welche viel Präzision erfordert. Der zweite hatte es dann in sich: „Ich ruhte mich 30 Minuten lang aus und dann passierte einer der epischsten Momente meines Kletterlebens“, schwärmt der tschechische Spitzenkletterer.

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Freudenjubel am Umlenker: Adam Ondra bei der Erstbegehung von Bomba (9b). Bild Alfredo Webber

Als Bewertung schlägt Adam Ondra eine 9b vor. Der schnelle Erfolg mit fünf Tagen putzen und ausprobieren rechtfertige keine 9b+. „Ich denke aber“, so der 29-Jährige, „dass sie definitiv am oberen Ende der Bewertungsskala liegt.“

Kommt mit Excalibur bald die nächste 9c?

Spätestens seit Stefano Ghisolfis Video-Tagebuch #26 ist bekannt, dass er und Adam Ondra in der Nähe von Arco die Route Excalibur projektieren. Den Beiden ist es inzwischen gelungen, die Einzelzüge zu entschlüsseln und einzelne Sequenzen aneinanderzureihen. Jetzt reiht sich mit Jakob Schubert ein weiterer Kletterer von Weltformat ein, um Excalibur die Erstbegehung abzuringen. Wird nun bald die nächste 9c verkündet?

Video: No pressure für Ghisolfi, es schauen ja nur Schubert, Ondra und vier Kameras zu

Dass das Projekt früher oder später geklettert wird, steht ausser Diskussion. Die Frage ist nur, wann dies geschehen wird und welcher Grad für Excalibur ausgegeben wird. Stefano Ghisolfi erzählt in seinem Videotagebuch davon, dass er und Adam Ondra eine Variante gefunden hätten, an den besten zwei Griffen in der Mitte der Route zu starten. Von dort bis zum Umlenker schätzt der Italiener die Schwierigkeit auf 9b. „So kann man sich etwas vorstellen, wie hart Excalibur von ganz unten ist.

Aus Kontrahenten wird 9c-Koalition

Bei harten Projekten, die noch niemand probiert habe, sei es essenziell, die Route mit jemandem gemeinsam zu probieren, betont Adam Ondra. „Mehr Personen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die beste Beta, die beste Sequenz gefunden wird.“ So sei es auch mit der Route Excalibur.

„Mehr Personen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die beste Beta, die beste Sequenz gefunden wird.“

Adam Ondra

Arco-Local Stefano Ghisolfi sagt, dass in Zeiten wie diesen das gemeinsame Klettern mit Freunden aus der ganzen Welt eine noch wichtigere Bedeutung habe: „Klettern ist ein besonderer Sport, bei dem wir Erfahrungen und schöne Tage mit denen teilen, die normalerweise Konkurrenten sind.“

„Der einzige Kampf, von dem wir alle in den nächsten Tagen hören wollen, ist derjenige gegen Excalibur.“

Stefano Ghisolfi

Ghisolfi ist glücklich, in diesen Tagen mit Adam Ondra und Jakob Schubert klettern zu können. Und der einzige Kampf, von dem sie alle in den nächsten Tagen hören wollen, sei derjenige gegen Excalibur.

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Credits: Titelbild Alfredo Webber, Video Stefano Ghisolfi: Franz Morandi

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