Matthias König eröffnet mit Finite Infinity die erste 9a im Berner Klettergebiet Lehn

Das beliebte Berner Sportklettergebiet ist um eine Attraktion reicher: Matthias König begeht mit Finite Infinity die erste 9a des Gebiets bei Interlaken. Im Interview verrät uns Matthias wie es zum Projekt kam und wie viel Zeit und Arbeit er darin investieren musste.

Hast du die Linie eingerichtet? Wann?
Ja. Mir fiel die Linie beim Klettern von Hybris (8c+) auf und so richtete ich die Tour im Sektor Zentrifuge 1 Ende Mai 2013 ein.

Ist es eine Verlängerung, Verbindung oder eigenständige Linie? In welchem Sektor ist Finite Infinity?
Finite Infinity befindet sich zwischen den Routen Bad Boys und No Sika no Crime und teilt sich die letzten beiden Haken mit diesen beiden Touren. Es ist die direkteste Linie in der Wand und ich würde trotz der letzten beiden gemeinsamen Haken von einer eigenständigen Linie sprechen.

Wann hast du begonnen die Route zu projektieren und wie viele Tage hast du investiert?
Mit dem Projektieren habe ich im Herbst 2013 begonnen. Wie viele Tage ich schlussendlich investiert habe, weiss ich nicht. Das ist schwierig abzuschätzen. Oft war das Zeitfenster für gute Bedingungen sehr kurz. Manchmal waren es nur wenige Tage in einer Saison. Ein andermal konnte ich durchaus über sechs bis sieben Wochen verteilt so plus minus acht Tage in der Route arbeiten. Schlussendlich waren es sicher viele Tage.

Matthias König bei der Begehung von Finite Infinity (9a) im Klettergebiet Lehn bei Interlaken
Matthias König bei der Begehung von Finite Infinity (9a) im Klettergebiet Lehn bei Interlaken

Hast du spezifisch für die Route trainiert?
In den ersten drei Jahren war ich oft auf längeren Kletterreisen. Die Form liess dann auch entsprechend zu wünschen übrig. Vor zwei Jahren realisierte ich, dass viel Klettern und Bouldern sowie das Arbeiten in der Route für mich nicht ausreichen. Also fing ich mit einem spezifischeren Training an. Zu Beginn konzentrierte ich mich auf die Fingerkraft. Nach jedem Scheitern am Ende der Klettersaison erweiterte ich mein Training, bis es im Frühling diesen Jahres endlich klappte.

Wie kommt es, dass du ausgerechnet im Lehn eine 9a ins Auge gefasst hast?
Es ist eigentlich eher ein Zufall. Die Route fiel mir – wie oben erwähnt – beim Klettern von Hybris auf. Ich war mir ziemlich sicher, dass es irgendwie gehen musste. Nach dem Einrichten und weiteren fünf Tagen Arbeit am ersten Zug, der für mich mit Abstand am Schwersten ist, hatte ich endlich eine Lösung und wusste, dass es irgendwann klappen kann. Ob Finite Infinity von zukünftigen Kletterinnen und Kletterern als 9a bestätigt wird, wird sich noch zeigen. Das ist für mich aber auch nicht so wichtig. Für mich war es die perfekte Route was Schönheit, Bewegungen und persönliche Herausforderung angeht.

Hast du bereits ein nächstes Projekt, an dem du dran bist?
Ein nächstes Projekt habe ich noch nicht. Aber die eine oder andere Route, die ich mal noch klettern möchte, habe ich schon im Kopf.

Über Matthias König

Matthias König wohnt in Zürich und studiert Maschinenbau. Daneben ist er oft am Fels oder trainiert für seine Projekte. In den letzten Jahren zog es ihn aufgrund seines Projektes oft ins Lehn bei Interlaken. Eine besondere Begehung ist und bleibt für Matthias die Route Speed (8c+), die ihm vor sieben Jahren im Klettergebiet Voralpsee gelang.

Video von Matthias König bei der Begehung von Speed am Voralpsee

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Bilder Matthias König

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