Keine ganz frischen News, aber immer noch erwähnenswert. Vom 2. bis 7. Juni 2025 gelang dem französischen Alpinisten Mathieu Maynadier gemeinsam mit dem pakistanischen Bergsteiger Muizz ud Din die Erstbegehung des Ostgrats des Spantik (7.027 m) im Karakorum.
Die Erstbegeher haben die Route auf den Namen „Zindabad“ getauft, was auf Urdu „Langes Leben“ bedeutet. Die neue Linie überwindet 1.800 Höhenmeter und wurde von den Erstbegehern mit M5 A1 / 80° bewertet. Vielmehr markiert auch einen Meilenstein für das Bergsteigen in Pakistan: erstmals ist bei einer Route dieser Schwierigkeit ein pakistanischer Alpinist nicht nur als Unterstützer mit dabei, sondern ist selbst einer der Erstbegeher.
Die Erstbegehung des Spantik Ostgrat im Detail
Die Expedition war geprägt von widrigen Wetterbedingungen. Die Seilschaft verbrachte über eine Woche im Basislager auf der Suche nach dem passenden Wetterfenster. Ein erster Aufklaren wurde für Akklimatisierungstouren auf 5.200 m, später 5.800 m genutzt. Anschließend stiegen die beiden Bergsteiger wieder ins Basislager ab.
In Anbetracht des weiterhin stabilen Wetterfensters entschieden sie sich für den Gipfelversuch – trotz Müdigkeit und begrenzter Höhenanpassung. Die Route „Zindabad“ wurde in fünf Tagen durchstiegen, wobei Schneeverwehungen knapp unterhalb des Gipfels dafür sorgte, dass sie auf einer Höhe von 6.999 m (lediglich 28 Meter unter der Gipfelhöhe) umkehren mussten. Der Abstieg erfolgte über die Normalroute innerhalb von eineinhalb Tagen, mit einem letzten Biwak auf 5.800 m.
Obwohl sie den Gipfel nicht erreicht haben, verbuchen die beiden Bergsteiger die Expedition als Erfolg. Schließlich ging es ihnen in erster Linie um die Eröffnung der neuen Linie am Spantik Ostgrat und die symbolische Bedeutung für den pakistanischen Alpinismus.
Denn die Expedition ist Teil eines größeren Projekts: Muizz ud Din plant, der erste UIAGM-zertifizierte Bergführer Pakistans zu werden. Er wird diesen Sommer nach Frankreich reisen, um seine Ausbildung zu beginnen, mit dem Ziel diese bis 2029 vollständig abzuschließen. Langfristig soll in Pakistan eine eigene Bergführerschule entstehen, um die Abhängigkeit von nepalesischen Führern zu verringern, die Arbeit in den Bergen für die Einheimischen Träger und Guides sicherer zu machen und damit wertvolle Einnahmequellen zu erschließen.
Ergänzende Informationen
Der Spantik ist auch als „Golden Peak“ bekannt und bildet die höchste Spitze der Spantik-Sosbun Berge. Auf dem Normalweg gilt er als relativ leichter Siebentausender und ist das Ziel kommerzieller Expeditionen. Die Erstbegehung erfolgte 1955 durch die Deutschen Reiner Diepen, Eduard Reinhardt und Jochen Tietze.
Mathieu Maynadier selbst ist bekannt für seine zahlreichen Erstbegehungen und sein Engagement für die Entwicklung des Bergsports in Pakistan. Er lernte Muizz ud Din vor fünf Jahren im Rahmen eines Skiprojekts kennen und freundete sich mit dem Pakistani an.

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Foto Credits: Muizz ud Din











