Im Alpinstil: Schäli, Gietl und Maynadier gelingt neue Route am Meru Peak (6600m)

Die drei Alpinisten Roger Schäli, Simon Gietl und Mathieu Maynadier haben eine neue, anspruchsvolle Route am 6600 Meter hohen Meru Peak im indischen Garhwal-Himalaya eröffnet: Goldfish (800m, M6+, A1). Schäli und Maynadier hatten die Route zusammen mit Sean Villanueva bereits im Jahr 2019 versucht, mussten damals jedoch im oberen Wanddrittel umdrehen.

Erfolg im zweiten Anlauf: Dem Schweizer Roger Schäli, dem Franzosen Mathieu Maynadier und dem Südtiroler Simon Gietl ist an einem der bekanntesten 6000er im indischen Garhwal-Himalaya, dem Meru Peak, eine schwierige Erstbegehung gelungen. Ihre Route Goldfish zieht sich auf 800 Metern durch die imposante Südwand des 6600 Meter hohen Gipfels und birgt Schwierigkeiten bis M6+ A1.

«Nachdem Mathieu Maynadier, Sean Villanueva und ich 2019 im oberen Wanddrittel umkehren mussten, hat es im zweiten Anlauf geklappt. Grosse Träume brauchen mehr als einen Versuch.»

Roger Schäli

Viel Neuschnee, anspruchsvolles Spaltenlabyrinth

Das Alpinisten-Trio erreichte Ende April das Basislager Tapovan auf 4300 Metern Höhe. Trotz anhaltend widriger Wetterbedingungen blieben sie auf ihr Ziel fokussiert und nutzten ihre Chance, als sich am 11. Mai das lang ersehnte Wetterfenster auftat.

Der viele Neuschnee der vergangenen Tage brachte den Vorteil, dass sie ihren Zustieg mit Skis bewältigen konnten. Die Route zwischen C1 und C2 war jedoch zusehends lawinengefährdet und der stark zurückgegangene Gletscher machte den Zustieg zum Pass unterhalb von C2 zu einem anspruchsvollen Spalten-Labyrinth.

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In der Südwand des Meru Peak im indischen Garhwal-Himalaya. Bild: Roger Schäli, Simon Gietl, Mathieu Maynadier.

Unsicherheit bis am Schluss

Am 11. Mai stiegen Roger Schäli und Simon Gietli mit der Kletterausrüstung bis zum ersten Felsband auf, wo sie die Seile deponierten und eine Spur durch das steile Schneefeld legten. Mathieu Maynadier konnte sich an diesem Tag von seiner Durchfallerkrankung erholen, sodass das komplette Trio am 12. Mai um 3 Uhr in der Früh gemeinsam den Gipfel in Angriff nehmen konnte.

Der erste Klettertag endete 20 anstrengende Stunden später. Als Biwakplatz musste eine exponierte Wechte mitten in der Wand herhalten. Nach einer kurzen Nacht zu dritt im Zweimannzelt setzten sie ihr Abenteuer fort. Zunächst waren sich Schäli, Gietl und Maynadier nicht sicher, ob sie den Gipfel auf der von ihnen gewählten Linie erreichen würden.

«Es war immer noch ungewiss, ob wir einen Weg unter dem letzten Felsblock und dem sehr steilen Gelände finden würden.»

Roger Schäli

Schliesslich erreichten sie nach drei spektakulären Seillängen in eisigem Wind die Gratwechte, von wo aus sie über eine steile Schnee- und Eisflanke den 6600 Meter hohen Gipfel des Meru South Peak bestiegen. Noch am selben Tag seilten sie über ihre Route Goldfish (800m, M6+, A1) ab und konnten bereits am Nachmittag im Basecamp ihre erfolgreiche Erstbegehung feiern.

Anspruchsvolle Erstbegehung im Alpinstil: Im Mai 2023 eröffnen Roger Schäli, Simon Gietl und Mathieu Maynadier die Route Goldfish (800m, M6+, A1) durch die Südwand des Meru Peak. Bild: www.daniel-hug.com | @terragraphy
Anspruchsvolle Erstbegehung im Alpinstil: Im Mai 2023 eröffnen Roger Schäli, Simon Gietl und Mathieu Maynadier die Route Goldfish (800m, M6+, A1) durch die Südwand des Meru Peak. Bild: www.daniel-hug.com | @terragraphy

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Credits: Titelbild Roger Schäli

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