Unter dem Motto »Klimaschutz kennt keine Grenzen und keine Konkurrenz« haben sich vier führende Bergschulen aus Deutschland, der Schweiz und Italien zur »Klimaseilschaft« zusammengeschlossen. Die Initiative will sicherstellen, dass Bergsteigen auch in 30 Jahren noch möglich ist.
Klimawandel und Tourismus
Der Tourismus ist ein wesentlicher Faktor, wenn es um das Thema Klimawandel geht: Im Jahr 2019 verursachte die Branche rund 8,8 % der weltweiten Treibhausgasemissionen – ein Anteil, der angesichts des stetigen Wachstums des Sektors tendenziell weiter steigt. Damit trägt der Tourismus nicht nur maßgeblich zum Klimawandel bei, sondern spürt seine Folgen auch selbst durch extreme Wetterlagen und veränderte Umweltbedingungen immer deutlicher.
Die Auswirkungen auf den alpinen Tourismus sind erheblich, besonders auf den Wintersport. Die Schneesicherheit sinkt, zunehmend milde Winter gefährden bestehende Skigebiete, und auch der Sommertourismus sieht sich mit mehr Extremwetter und ökologischen Veränderungen konfrontiert. Gleichzeitig nehmen Naturgefahren wie Steinschläge, Erdrutsche, Überschwemmungen und Gletscherabbrüche zu, was Wanderungen und Bergsport gefährlicher macht. Genau hier setzt nun die »Klimaseilschaft« an.
Wir wollen auch in 30 Jahren noch Bergsteigen können, denn Bergsteigen ist der Kern unseres Tuns. Um dieses Ziel verantwortungsvoll zu erreichen, haben wir klare Prinzipien und Maßnahmen etabliert.
Statement der Klimaseilschaft auf ihrer Website
Die beteiligten Schulen – Globo Alpin, Alpine Welten, Berg + Tal und Höhenfieber – setzen ein Zeichen in der Outdoorbranche: Statt Konkurrenzdenken steht nun gemeinsames Handeln gegen den Klimawandel im Vordergrund. Die Zusammenarbeit basiert auf acht klaren Kernverpflichtungen, die von CO₂-Bilanzen über Bildungsarbeit bis hin zu nachhaltigeren Reiseangeboten reichen.
Als Bergführer sehe ich täglich, wie sich unsere Umgebung verändert. Wir dürfen nicht länger nur beobachten, sondern müssen handeln. Die Klimaseilschaft ist unser gemeinsamer Weg, Verantwortung zu übernehmen – ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit klarer Haltung
Hans Honold, staatlich geprüfter Berg- und Skiführer und Sprecher der Klimaseilschaft.

Wahrnehmende Produktverantwortung
Die Klimaseilschaft übernimmt bewusst Produktverantwortung, indem sie ihre Reiseangebote möglichst ressourcenschonend gestaltet. Dazu gehören eine Begrenzung von Flugreisen auf maximal 20 % des Portfolios, verbindliche Mindestaufenthalte je nach Distanz, der Verzicht auf Heliskiing und Luxusunterkünfte sowie transparente CO₂-Angaben. Alle Angebote orientieren sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Welttourismusorganisation (UNWTO).
Zudem legt die Initiative Wert auf faire Bezahlung von Guides und Sherpas sowie die Förderung lokaler Kultur und Wirtschaft.
CO₂-Bilanzen, klare Klimastandards und Verantwortung
Die Klimaseilschaft berechnet ihre CO₂-Emissionen nach einem einheitlichen, zertifizierten Standard basierend auf dem Greenhouse Gas Protocol – sowohl auf Unternehmens- als auch auf Produktebene. Dabei kommt ein von myclimate zertifizierter Datenstandard mit über 100 touristischen Emissionsfaktoren zum Einsatz.
Flugreisen werden vollständig in die Bilanz einbezogen. Bei landbasierten Touren gelten Treff- und Verabschiedungspunkt als Bilanzgrenze. Um Emissionen zu vermeiden, bleiben Guides bei Fernreisen länger vor Ort, manche Partner wie Höhenfieber verzichten ganz auf Flugreisen. Alle nicht vermeidbaren Emissionen werden durch Ausgleichsmaßnahmen kompensiert.
Die Klimaseilschaft übernimmt außerdem die Verantwortung für alle nicht vermeidbaren CO₂-Emissionen ab dem offiziellen Reisebeginn. Die individuelle Anreise liegt zwar in der Verantwortung der Gäste, wird aber durch Informationen zu umweltfreundlicher Mobilität und mögliche Kompensationsangebote aktiv begleitet. Je nach Bergschule ist der CO₂-Ausgleich optional buchbar oder bereits im Preis enthalten.

Bildung, Kommunikation und Transparenz
Auch im Bereich Klimabildung engagiert sich die Klimaseilschaft: Guides und Mitarbeitende werden regelmäßig geschult, um als »Klimabotschafter:innen« fundiertes Wissen an die Gäste weiterzugeben. Ein Beispiel: Die Bergschule Höhenfieber lädt regelmäßig Permafrostforscher Jérémie Gentizon zu ihren Treffen ein, um den direkten Wissenstransfer zu fördern. Globo Alpin wiederum setzt mit dem Bildungsprojekt KlimaWissen bereits bei Kindern im Vorschulalter an.
Alle Partner veröffentlichen zudem jährlich einen transparenten Klimabericht, um Fortschritte und Emissionen offen darzulegen.
Gemeinsames Engagement in Uganda
Neben lokalen Maßnahmen unterstützen die Bergschulen gemeinsam das Klimaprojekt »Kleinbauern forsten Wälder in Uganda auf« (myclimate Projektnummer #7181). Die Höhe der Unterstützung wird aus der Anzahl gebuchter Reisen und den damit verbundenen Emissionen berechnet.

Ein Netzwerk statt Einzelkämpfenden
Die Klimaseilschaft versteht sich als lernende Organisation, die Wissen aktiv teilt – auch mit anderen Unternehmen der Branche. »Klimaschutz kennt keine Konkurrenz« betonen die die Partner als ihren Grundsatz.
Das Ziel: nicht nur selbst besser werden, sondern auch andere zu inspirieren.
Mit diesen Kernverpflichtungen wollen wir sicherstellen, dass wir unser bestmögliches geben, um dem Klimawandel entgegenzuwirken
Anna Brugger von Globo Alpin
Ein gemeinsames Ziel: bewussteres Verhalten am Berg
Mit der Klimaseilschaft zeigen die vier Bergschulen, dass nachhaltiger Bergtourismus nicht nur möglich, sondern notwendig ist und dass Kooperation der Schlüssel zum Erfolg sein kann. Das gemeinsame Entwickeln von Maßnahmen die den CO₂-Fußabdruck beim Bergsport verringern und den Dialog über Klimafragen fördert kann ein gutes Vorbild für den Bergtourismus sein.
Die Klimaseilschaft versteht sich als lernendes Netzwerk, das bestehende Lösungen konsequent anpasst und neue Wege ausprobiert. Dabei setzt sie auf Transparenz, messbare Ziele und die Motivation, auch andere Unternehmen in der Outdoorbranche zu inspirieren, ihren eigenen Beitrag zu leisten.
- Ja zum Klimaschutz-Gesetz: Gib den Bergen deine Stimme
- Emma Twyford im Interview über Klettertrips, Klima und Corona
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Credits: Titelbild One More Agency // Dennis Ehrer


Greenwashing pur, einen Blick auf die Website von z.B. Alpine Welten, zeigt Reisen zum Südpol, Skitouren in der halben Welt. Auch bei Bergundtal reist man jetzt wieder schnell mal zum Aconcagua… Die 7802kg CO2 / TN für den Mount Vinson werden dann schnell mal per Ablassbrief kompensiert und alles ist gut…. Dafür werden die Guides geschult, als wüssten dies nicht… bereits..
Es gibt halt einfach Angebote die muss man nicht anbieten, das wäre echter Klimaschutz. Alibiübungen zur Gewissensberuhigung helfen niemandem und brauchts auch nicht. Die ganze Geschichte ist ein ganz schlechter Marketingag.
Schade, dass LACRUX und Gipfelbuch den Artikel einfach so übernehmen