Von «Allez» bis Zone: Diese Begriffe fürs Bouldern am Fels und in der Halle solltest du unbedingt kennen. Im Boulderlexikon unterscheiden wir zwischen den Basics und wichtigen Ausdrücken für drinnen und draußen.
Rund eine halbe Million Deutsche gehen regelmäßig bouldern – das schätzt der DAV angesichts letzter Umfragen. Höchste Zeit also, einmal alle wichtigen Begriffe zu sammeln, die beim Bouldern wichtig sind – egal ob draußen oder in der Halle.
Die Basics
- Allez – aus dem Französischen («los!»), wird auch außerhalb Frankreichs zum Anfeuern gerufen. Pendant aus Japan: «Gamba!» (von ganbare: «Gib dein Bestes!»)
- Boulder – eine kurze Kletterroute ohne Seil, typischerweise bis ca. 4,5 m Höhe.
- Beta – eine Lösung oder Bewegungsabfolge für einen Boulder («Was ist deine Beta?»).
- Beta-Spraying – das ungefragte Teilen von Beta mit anderen.
- Crux – die schwierigste Stelle im Boulder, nach der sich die Bewertung richtet.
- Dab – das Berühren des Bodens, einer Person oder eines anderen Griffes, während man bouldert.
- Flash – einen Boulder beim ersten Versuch schaffen, nachdem man ihn sich nur angeschaut hat.
- Grad – Schwierigkeitsbewertung eines Boulders, in verschiedenen Skalen möglich. Veränderung des Grades: Upgrade/Downgrade. Boulder, der typisch für den Grad ist: Benchmark.

- Onsight – wie Flash, aber ohne andere beim Klettern beobachtet zu haben (auch keine Videos).
- Projekt – ein Boulder, an dem man länger arbeitet, den man (noch) nicht geschafft hat.
- Sandbagging – ein Boulder ist deutlich schwerer als der angegebene Grad. Passiert aus Versehen (z.B. durch Routenbau), manchmal auch absichtlich.
- Soft – ein Boulder, der für den angegebenen Grad eher leicht ist. Gegenteil: Hard.
- Top – das Ziel eines Boulders, in der Halle meist markiert mit dem letzten Griff, der mit beiden Händen kontrolliert werden muss.
- Topout – das Aussteigen statt eines Topgriffs. Vor allem am Fels, aber auch mancher Halle möglich.
Bewegungen & Stile
Mit diesen Begriffen kannst du einen Boulder und seinen Stil sowie typische Boulder-Bewegungen beschreiben. Kein Anspruch auf Vollständigkeit! Den verschiedenen Griffarten widmen wir uns in einem separaten Artikel.
- Bicycle – gleichzeitig mit einem Fuß von unten ziehen (Toehook) und dem anderen von oben drücken (wie beim Radfahren).
- Campus – Bouldern nur mit den Händen, ohne Füße.
- Dropknee – Knie nach innen eindrehen, um Reichweite und Stabilität zu gewinnen.
- Dyno – dynamische Bewegung, bei der man für kurze Zeit den Kontakt zur Wand verliert.
- Hook – spezielles Einhaken mit der Ferse (Heelhook) oder der Fußspitze (Toehook).
- Kneebar – Knie zwischen zwei Flächen klemmen, um Gewicht zu entlasten.
- Mantle – wie beim «aufs Brett steigen»: mit Druck nach unten über den Griff hochdrücken. V.a. wichtig für Topouts.
- Match – das Doppeln eines Griffes mit beiden Händen.
- Morpho – ein Boulder/eine Beta ist stark von der Körpergröße oder -proportion abhängig.
- Slab/Platte – eine gerade bis positiv geneigte Wand. Hier sind Reibung, Balance oder Koordination gefragt.
- Traverse – Boulder, der eher quer als nach oben verläuft. Hat ein eigenes Bewertungssystem.

Speziell für draußen
- Circuit – markierte Boulder-Runden in verschiedenen Farben/Graden, wie ein Parcours (v.a. in Fontainebleau).
- Chipping – Verändern von Felsen durch Hämmern/Meißeln, um Griffe zu schaffen. In der Szene stark verpönt.
- Crashpad – tragbare Matte, die man unter den Boulder legt, um Stürze abzufangen.
- FA (First Ascent) – die Erstbegehung eines Boulders.
- Highball – sehr hoher Boulder (meist deutlich über 5 m). Wird oft vor dem Durchstieg mit Seil ausgecheckt.
- Landing – Untergrund unter dem Boulder. Kann von eben bis sehr gefährlich (Steine, Wurzeln, Hang) variieren. Wird manchmal von Boulderern für bessere Sicherheit umgebaut.
- Sitstart – Start aus dem Sitzen, draußen häufig Standard. Gegenteil: Stehstart.
- Spotten – Partner*in unterstützt den Fall und lenkt den stürzenden Kletternden auf die Matte.
- Topo – digitaler oder gedruckter Führer für ein Bouldergebiet.

Speziell für Boulderhalle & Wettkampf
- 4-Minuten-Regel – im Wettkampf: Athlet*innen haben i.d.R. 4 Minuten Zeit pro Finalboulder.
- Deckel – ein Griff, mit dem ein anderer Griff «gedeckelt», also kleiner/schlechter gemacht wird.
- Comp-Style – Boulder im «Wettkampf-Stil»: modern, oft mit auffälligen Volumen/Griffen und dynamischen oder ungewöhnlichen Bewegungen.
- Dual-Tex – Griffe, die neben einer beschichteten Seite auch eine glatte Seite ohne Reibung/Textur (No-Tex) haben. Oft teil von Comp-Style-Bouldern.
- Hangboard – Brett mit Leisten/Löchern, zum Fingerkrafttraining.
- Spraywall – Wand voller Griffe, an der man selbst Boulder definiert.
- Trainingsboard – oft verstellbare Kletterwand speziell fürs Fingerkraft- und Techniktraining (Kilterboard, Moonboard, Tensionboard).
- Volumen – große Holz- oder Kunststoffelemente, die an die Wand geschraubt sind. Dürfen i.d.R. bei allen Bouldern mitbenutzt werden.
- Zone – ein Zwischenzielgriff beim Indoor-Bouldern, zählt für die Wertung im Wettkampf.
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Credits Titelbild: DAV/Marisa Koch

