Matthew Maddison, der ehemalige Trainer des Speedkaders von USA Climbing, ist im US-Bundesstaat Utah zu einer Gefängnisstrafe von bis zu 15 Jahren verurteilt worden. Der 37-Jährige gestand im Rahmen einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft, Material über sexuellen Kindesmissbrauch besessen und online verbreitet zu haben. USA Climbing hatte den gebürtigen Briten bereits nach seiner Verhaftung im Frühjahr von seinen Aufgaben freigestellt.
Mehreren US-Medienberichten zufolge war Maddison bereits im April verhaftet worden, nachdem eine nicht näher genannte soziale Plattform einen verdächtigen Account mit kinderpornografischen Inhalten gemeldet hatte. Die Utah Internet Crimes Against Children Task Force identifizierte daraufhin Maddison über seine E-Mail-Adresse als Accountbesitzer.
Auf dessen mobilen Geräten fanden sie den Anklagedokumenten zufolge „große Mengen“ an Material über sexuellen Kindesmissbrauch. Maddison hatte außerdem mehr als 30 Dateien in den sozialen Medien geteilt. Unter den Inhalten auf Maddisons Geräten waren auch Videos, die Vergewaltigungen von fünf- bis siebenjährigen Kindern zeigten. Daraufhin wurde der 37-Jährige verhaftet.
Anklage in 13 Fällen, drei davon schwer
Maddison lebt als Brite in den USA und hält dort keine Staatsbürgerschaft. Nach 137 Tagen in Haft wurde er schließlich in 13 Fällen von sexueller Ausbeutung von Minderjährigen angeklagt. In drei Anklagepunkten handelte es sich um Fälle von schwerer Ausbeutung (aggravated sexual exploitation). In Utah beschreibt die sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen den wissentlichen Besitz, das Betrachten oder den Zugriff auf Material über sexuellen Kindesmissbrauch. Jede Datei und jedes betroffene Kind gelten als eigenständiges Verbrechen.
Am 11. September verurteilte das Gericht in Park City den ehemaligen Klettertrainer zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem und höchstens 15 Jahren. Aufgrund der Gesetze zu unbefristeten Freiheitsstrafen in Utah wird die genaue Haftdauer erst später vom Begnadigungs- und Bewährungsausschuss festgelegt.
Vor seiner Verurteilung hatte Maddison am 31. Juli im Rahmen einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft den Besitz von Material über sexuellen Kindesmissbrauch gestanden. Im Gegenzug wurden drei Anklagepunkte wegen schwerer sexueller Ausbeutung eines Minderjährigen sowie neun weitere Anklagepunkte wegen sexueller Ausbeutung eines Minderjährigen fallen gelassen.
Maddison trainierte US-Speed-Kader für drei Jahre
Wie Climbing Magazine berichtet hatte Matthew Maddison seit 2023 als Trainer für USA Climbing (USAC) gearbeitet. Er betreute als Team Manager des Speedkaders sowie als „Strength and Conditioning Coach“ das Training der Athletinnen und Athleten. Maddison plante während seiner Zeit bei USAC auch deren Reisen und begleitete sie zu nationalen und internationalen Wettkämpfen. 2024 reiste er gemeinsam mit den US-Athletinnen und -Athleten im Speedklettern zu den Olympischen Spielen in Paris.
Nach dem Bekanntwerden seiner Verhaftung hatte USA Climbing in einem Statement per Mail geäußert, man sei „tief verstört von den Anschuldigungen“, die jedoch „keine Verbindung zu seinen [Maddisons] Verantwortlichkeiten als Trainer“ aufwiesen. Darauf habe man als Verband Maddison umgehend unbezahlt freistellen lassen – „bis sein Fall geklärt ist.“ Im Statement vom April betonte USA Climbing außerdem, dass alle USAC-Mitarbeitenden verpflichtende Hintergrund-Checks durchlaufen und die Sicherheit der Athleten an oberster Stelle stehe.

USAC-Trainerstab: Zweiter Kindesmissbrauchs-Fall in vier Jahren
Es ist bereits das zweite Mal, dass ein ehemaliger US-Klettertrainer wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht stand. 2022 wurde der 28-jährige USAC-Trainer Alexander Fritz, der von 2018 bis 2019 für den Olympia-Kader bei USAC zuständig war, zu fünf Jahren Haft verurteilt. Fritz hatte gestanden, zwei 15-jährige Mädchen, die er durch das Klettern kennengelernt hatte, über drei Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben.
Der nationale US-Kletterverband hat sich bislang nicht zu dem Urteil gegen Matthew Maddison geäußert – auch nicht auf entsprechende Medienanfragen.
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Credits Titelbild: Jan Virt/IFSC

