Der Österreichische Alpenverein hat am 17. Oktober neun seiner Hütten mit dem Umweltgütesiegel ausgezeichnet – so viele wie noch nie in einem Jahr. Bis 2033 soll mindestens jede zweite bewirtschaftete ÖAV-Hütte das Siegel tragen.
Neun Hütten zwischen 902 und 2.608 Metern
Bei seiner Jahreshauptversammlung in Salzburg hat der Österreichische Alpenverein Hütten in vier Bundesländern ausgezeichnet. Die Spanne reicht von der Braunberg-Hütte auf 902 Metern in Oberösterreich bis zur Badener Hütte auf 2.608 Metern in Tirol. Noch nie haben in einem Jahr so viele Hütten das Umweltgütesiegel der Alpenvereine erhalten. Das Siegel gibt es seit mehr als 25 Jahren, vergeben wird es an Hütten in Österreich, Deutschland und Südtirol.
Die neun ausgezeichneten Hütten
- Salzburg: Eckbert-Hütte (1.144 m, Berchtesgadener Alpen), Gamskarkogel-Hütte (2.465 m, Ankogelgruppe), Gwechenberg-Hütte (1.375 m, Tennengebirge), Roßberg-Hütte (1.000 m, Tennengebirge)
- Kärnten: Fraganter Selbstversorgerhütten (1.770 m, Goldberggruppe), Hugo-Gerbers-Hütte (2.347 m, Kreuzeckgruppe)
- Oberösterreich: Braunberg-Hütte (902 m, außeralpin), Gablonzer Hütte (1.550 m, Dachsteingebirge)
- Tirol: Badener Hütte (2.608 m, Venedigergruppe)

Vom Kleinwasserkraftwerk bis zur Trockentoilette
Was eine Hütte siegelwürdig macht, zeigt schon die diesjährige Auswahl: Photovoltaikanlagen, ein Kleinwasserkraftwerk, eine biologische Kläranlage, Trockentoiletten sowie regionale Lebensmittel und Bio-Verpflegung. Die Kriterien reichen weit über die Stromversorgung hinaus. Gefordert sind unter anderem Klimaschutzmaßnahmen, zukunftsfähige Trink- und Abwasseranlagen, Abfallvermeidung, weniger Luft- und Lärmemissionen sowie eine klimafreundliche Beschaffung.
„Nachhaltigkeit tagtäglich leben“
Für Alpenvereinspräsident Wolfgang Schnabl gilt die Rekordzahl vor allem denen, die das Siegel im Alltag umsetzen. In der Pressemitteilung des Verbands sagt er: „Heuer wurden so viele Hütten wie noch nie in einem Jahr mit dem Umweltgütesiegel geehrt. […] Zugleich ist es ein sichtbares Zeichen für das große Engagement der hüttenbesitzenden Alpenvereinssektionen und Hüttenwirtsleute, die Nachhaltigkeit im alpinen Raum tagtäglich leben.“

Das Siegel soll ausdrücklich auch den Gästen zeigen, wie sehr sich die Alpenvereine für Umwelt- und Klimaschutz einsetzen. Die Reichweite ist groß: Mit ihren Schutzhütten sind die Alpenvereine in Österreich, Deutschland und Südtirol der größte Beherberger im Alpenraum.
2033 schon in Reichweite
Seit 2024 unterstützt der Alpenverein ausgezeichnete Hütten mit einer eigenen Förderung. Laut Klimastrategie sollen bis 2033 mindestens 50 Prozent seiner 146 bewirtschafteten Hütten das Siegel tragen – im selben Jahr will der Verband klimaneutral sein. Aktuell erfüllen 81 ÖAV-Hütten die Kriterien, 70 davon sind bewirtschaftet. Rechnerisch fehlen damit nur noch drei bewirtschaftete Hütten bis zur 50-Prozent-Marke – und bis zur selbst gesetzten Frist bleiben noch sieben Jahre.

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