Lawinenunglück am Broad Peak: Vier Tote geborgen, sechs Alpinist:innen weiterhin vermisst

Am Donnerstagmorgen hat eine Lawine am Broad Peak in Pakistan eine zehnköpfige internationale Gruppe erfasst. Vier Bergsteiger:innen konnten bis stand Freitag Nachmittag nur noch tot geborgen werden, sechs weitere gelten als vermisst – unter ihnen der nepalesische Ausnahmealpinist Nirmal „Nimsdai“ Purja.

Was ist passiert?

Nach Angaben des Alpine Club of Pakistan (ACP) löste sich am Donnerstag, 30. Juli 2026, gegen 9.30 Uhr Ortszeit eine Lawine zwischen Lager II und Lager III des Broad Peak auf rund 6600 Metern. Sie erfasste zehn Alpinist:innen, die verschiedenen Expeditionen angehörten und zeitgleich am Berg unterwegs waren. Der Kontakt zu allen verschütteten brach unmittelbar danach ab.

Auswertungen der GPS-Tracker zeigten kurz nach dem Ereignis Höhenverluste von mehreren hundert Metern. Kritisch diskutiert wird inzwischen der zeitliche Ablauf der Alarmierung: Wie ExplorersWeb unter Berufung auf ACP-Vertreterin Naila Kiani berichtet, ging die Meldung über das Unglück erst am späten Abend ein – rund dreizehn Stunden nach dem Lawinenabgang. Damit verstrich ein ganzer Tageslichtzeitraum, in dem Helikopter den Unglücksort möglicherweise noch hätten erreichen können.

Vier Todesopfer, drei davon identifiziert

Ein Bodensuchtrupp konnte am Fuß des Lawinenkegels vier Personen bergen. Drei von ihnen sind identifiziert: die omanische Bergsteigerin Nadhira Al Harthy, die 2019 als erste Frau aus dem Oman auf dem Everest stand, sowie der erfahrene nepalesische Bergführer Pur Bahadur Gurung, genannt „Yukta“ und Kili Pempa Sherpa, genannt „Kilu“. Die Identität des vierten Opfers ist bisher noch nicht bestätigt.

Als vermisst gelten laut den bisherigen Angaben sechs Personen aus der Gruppe. Zu den zehn Betroffenen zählen neben Purja die nepalesischen Bergsteiger Gyalu Sherpa, Nima Sherpa und Nwang Thendu Sherpa. Außerdem der pakistanische Bergführer Sohail Sakhi, die amerikanische Alpinistin Mallory Geis und der chinesische Bergsteiger Wang Zhong.

Suche unter schwierigen Bedingungen

Schlechtes Wetter verhinderte am Donnerstag zunächst Helikopterflüge; die ersten Bergungen erfolgten über den Landweg zum Basislager. Am Freitag starteten zwei Helikopter zu einer Suche aus der Luft, mit Rettungsmaterial und Sauerstoff an Bord.

Der Veranstalter Karakoram Expedition teilte mit, am Garmin-InReach-Gerät einer vermissten Person sei eine geringfügige Bewegung registriert worden – ein möglicher, aber ungesicherter Hinweis. Laut Everest Today gehen die lokalen Suchmannschaften jedoch nicht mehr von Überlebenden aus. Die Suche wird durch instabile Schneeverhältnisse, steiles Gelände und die schwierige Erreichbarkeit des Unglücksorts erheblich erschwert.

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Titelbild: Adobe Stock

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