An der Kletter-Europameisterschaft in München gewinnt Janja Garnbret nach den Disziplinen Bouldern und Leadklettern auch das neue kombinierte Format Bouldern & Lead, welches an den Olympischen Spielen 2024 in Paris zum Einsatz kommen wird. Zweite wird Landsfrau Mia Krampl, dritte die Österreicherin Jessica Pilz.

Janja Garnbret kam nach München, ohne davor jemals EM-Gold gewonnen zu haben. Nach dem heutigen Boulder & Lead-Wettbewerb der Frauen wird gleich mit dreifach Edelmetall im Gepäck nach Slowenien zurückkehren.

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Dritte Disziplin, drittes Gold: Janja Garnbret geht von der Europameisterschaft in München mit drei Medaillen im Gepäck nach Hause. Bild: Dimitris Tosidis / Jan Virt / IFSC

Drei Disziplinen, drei Goldmedaillen

Garnbret hat in der vergangenen Woche alle drei Frauenwettbewerbe gewonnen, zuerst Leadklettern, dann Bouldern und heute Abend schliesslich die Disziplin Boulder & Lead. Damit ist sie die erste Siegerin in diesem neuen Format, das in zwei Jahren bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 zum Einsatz kommen wird.

«Dreifache Europameisterin zu sein, hört sich gut an, aber es fühlt sich noch besser an.»

Janja Garnbret

Die slowenische Königin des Kletterns erzielte im Bouldern & Lead-Finale eine fast perfekte 199,9. Der einzige Fehler unterlief ihr an Problem Nummer vier des Boulder-Wettbewerbs. Garnbret rutschte ab und stürzte hart auf den unteren Rücken. Unmittelbar nach dem Sturz schien sie sich etwas unwohl zu fühlen, aber die Olympiasiegerin von Tokio 2020 rappelte sich wieder auf und toppte das Problem beim nächsten Versuch.

Im Lead-Finale war sie eine von nur drei Athletinnen, die die volle Punktzahl von 100,0 erreichten, zusammen mit der Silbermedaillengewinnerin Mia Krampl aus Slowenien und der Bronzemedaillengewinnerin Jessica Pilz aus Österreich.

«Wenn ich mir meinen Schrank und meine Medaillen ansehe, denke ich jeweils: Wow, wann ist das passiert? Darum muss man manchmal innehalten und erkennen, was man erreicht hat.»

Janja Garnbret

Innehalten und realisieren

«Dreifache Europameisterin zu sein, hört sich gut an, aber es fühlt sich noch besser an», sagte Garnbret und fügte hinzu, dass sie nach ihrer Zeit in München vielleicht einen neuen Trophäenschrank braucht.

«Wenn ich mir meinen Schrank und meine Medaillen ansehe, denke ich jeweils: Wow, wann ist das passiert?» Die Zeit vergehe wie im Flug, wenn sie so viele Wettkämpfe bestreite. «Darum muss man manchmal innehalten und erkennen, was man erreicht hat.»

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Klettert im Kombi-Format Bouldern & Lead auf den zweiten Rang: Die Slowenin Mia Krampl. Bild: Jan Virt/IFSC

Slowenischer Doppelsieg

Ihre slowenische Teamkollegin Mia Krampl machte derweil die Enttäuschung über die knapp verpassten Medaillen in der Einzelwertung wieder wett, wo sie Vierte wurde. Krampl ging als Siebte in den heutigen Wettkampf und wird mit ihrer souveränen Leistung, die zu einer Punktzahl von 180,9 führte, zufrieden sein.

«Ich habe mir gesagt, dass ich will klettern gehen und Spass haben will, und deshalb habe ich eine Medaille bekommen.»

Mia Krampl

«Vor diesem Wettbewerb habe ich mich mehr auf das Leadklettern konzentriert, daher hatte ich für das neue Boulder & Lead Format keine Erwartungen», so die Slowenin. «Es war mehr ein Testen, wie das neue Format aussieht. Ich habe mir gesagt, dass ich will klettern gehen und Spass haben will, und deshalb habe ich eine Medaille bekommen.»

Hannah Meul verpasst Podest

Mit den Temperaturen auf dem Königsplatz stiegen auch die Erwartungen an eine zweite Medaille in dieser Woche für Hannah Meul, die Silber im Boulder-Einzelwettbewerb gewann. Die 21-Jährige ging nach einer brillanten Serie von drei Bestleistungen im Boulder-Wettbewerb als Zweite in das heutige Lead-Finale. Doch die 80,9 Punkte, die sie sammelte, reichten nicht aus, um auf das Podium zu kommen, da sie im Leadklettern nur eine 43 erreichte.

«Ich kann nicht böse sein, aber ich bin enttäuscht. Ich hatte hohe Erwartungen an eine zweite Medaille. Wenn man eine Medaille gewinnt, ist man aufgeregt und will mehr und mehr, aber es war so knapp.»

Hannah Meul

Es war ein enttäuschendes Ende einer ansonsten grossartigen Woche für Hannah Meul, die dennoch sagte, dass sie ihre Leistungen hier in München als Inspiration für bessere Ergebnisse in der Zukunft nutzen wird.

«Ich kann nicht böse sein, aber ich bin enttäuscht», sagte Meul zum heutigen Ergebnis. «Ich hatte hohe Erwartungen an eine zweite Medaille. Wenn man eine Medaille gewinnt, ist man aufgeregt und will mehr und mehr, aber es war so knapp.»

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Beim Bouldern sah bei Hannah Meul alles noch nach einem Podestplatz für das kombinierte Format aus. Bild: Jan Virt / IFSC

Rangliste Bouldern & Lead Kombi-Format Frauen

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Credits: Titelbild Jan Virt/IFSC

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