Black Diamond lanciert mit »Born from the Climbing Life: Of Legacy and Lineage« eine vierteilige Filmserie, die Connor Herson durch eine komplette Klettersaison begleitet. Folge 1 ist ab sofort auf YouTube verfügbar. In dieser geht es um Hersons Begehung von »Crown Royale« in Jøssingfjord.
Vom Yosemite in die norwegischen Fjorde
Aufgewachsen als Sohn von Jim Herson, einer der stillen Legenden aus dem Yosemite, hing Connor Herson in riesigen Bigwalls, während andere Kinder noch auf dem Spielplatz waren. Mit 14 Jahren kletterte er bereits 8c+, mit 15 gelang ihm die freie Begehung der Nose. Heute gilt er als eines der größten Multitalente im Klettersport. Was macht man mit solchen Fähigkeiten? Man nimmt sich die härtesten Trad-Routen der Welt vor und klettert sie in einer einzigen Saison.

Crown Royale: Eine der schwersten Trad-Routen der Welt
Nur einen Monat nach seiner Erstbegehung von »Drifter’s Escape« (9a+) in Squamish, reiste Herson nach Jøssingfjord in Norwegen, wo er auf Babsi Zangerl traf. Hier holte er sich die dritte Begehung von Pete Witthakers Risslinie »Crown Royale«, einer ca. 100 m langen Trad-Kingline. Herson bewertete die Linie mit 8c+, also leichter als seine beiden Vorgänger, die die Linie als 9a bzw. 9a soft einschätzten. Zum Ausstieg der beeindruckenden Linie hin wurde der Seilzug so enorm, dass Herson sich entschied, es Witthaker nachzutun und sich auszubinden, um die letzten Meter Free Solo zu klettern.
Crown Royale verlangt eine einzigartige Mischung aus Riss- und Sportklettertechniken und -kräften. Wer nur Rissklettern kann, wird damit zu kämpfen haben, und wer nur Sportklettern kann, wird damit zu kämpfen haben. Man muss also wirklich beide Fähigkeiten beherrschen.
Connor Herson

Babsi Zangerl über die Faszination des Trad-Kletterns
Zangerl erklärt, was Norwegen und das Trad-Klettern im Allgemeinen so besonders machen: klare, ästhetische Linien, kein Stand am Ausstieg, und Routen, die noch heute so geklettert werden können wie bei ihrer Erstbegehung. Sicherungen werden im Vorstieg mit Nuts, Camalots, Ball Nuts und Beaks selbst gelegt, wobei der Kreativität freier Lauf gelassen wird. Laut ihr wird das Klettern dadurch vielseitiger, mental anspruchsvoller und man lernt, Risiken realistisch einzuschätzen.
Wenn es ernst wird, kann es sehr schwierig sein, Gefahr und Angst auszublenden und sich ganz aufs Klettern zu konzentrieren. Genau das macht unseren Sport so vielfältig und spannend.
Babsi Zangerl
Für sie geht es dabei um mehr als nur Schwierigkeitsgrade: »Routen hinterlassen einen viel tieferen Eindruck, wenn man nicht nur die körperliche Anstrengung, sondern auch den eigenen inneren Widerstand überwunden hat.«

Ein Plädoyer für den Stil
Zangerl nutzte die Folge auch für ein klares Statement zur Kletterethik. In einer Gesellschaft, die ständig auf Schnelligkeit und Leistung drängt, setzt sie auf Erfahrungen, die ganzheitlich wachsen lassen. Das traditionelle Klettern sei ein schützenswertes Erbe: »Manchmal zählt weniger das Ergebnis, als vielmehr die Herangehensweise und der persönliche Stil auf diesem Weg.«
Man kann die Routen genau so klettern, wie sie in den Anfangszeiten erstbegangen wurden. Das bringt nicht nur viele zusätzliche Herausforderungen mit sich, sondern fördert auch die eigene Entwicklung im Klettern enorm.
Babsi Zangerl

Vier Episoden, eine ganze Saison
Die Serie verfolgt Herson von Frühjahr bis Herbst 2025 – und zeigt dabei nicht nur Weltklasse-Klettern, sondern auch den Lifestyle dahinter: den Aufbau eines eigenen Unternehmens, Mentoring, Community und Familie. Neben Zangerl trifft er in weiteren Folgen auf Hazel Findlay und Jacopo Larcher. Die vier Episoden erscheinen nacheinander auf dem Black Diamond YouTube-Kanal. Folge 1 – Norwegen – ist jetzt online.
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Credits: Titelbild: Christian Adam

