Der 22-Jährige Amerikaner Connor Herson konnte als erste Person das selten begangene Testpiece »Towing the Line« (8c) am Empath Cliff in Kirkwood, Kalifornien wiederholen. Die Route bietet kraftvolle Kletterei im Stil von Carlo Traversi, die sich durch technische Präzision, durchdachte Bewegungen und makellosen Granit auszeichnet.
Nahezu alle Stilrichtungen sind in einem einzigen Mega-Pitch vertreten. Ein weiterer Klassiker ist geboren.
Carlo Traversi nach seiner Erstbegehung von »Towing the Line«
Dreamlines in Kirkwood
Im Juni 2021 kletterte Herson die benachbarte Linie »Empath« (9a+) in Kirkwood. Die Route wurde von Carlo Traversi nach der Erstbegehung 2020 mit 9a+ bewertet. 2022 kehrte er dann zurück nach Kirkwood um die Linie im Trad-Stil zu begehen. Herson beschrieb Empath als »eine der besten Routen, die es gibt mit einigen der besten Bewegungen, die ich je auf Granit geklettert bin«. Tommy Caldwell, der Empath im Mai 2025 klettern konnte, bewertete sie auf Grund einer neuen Beta mit 8c. Er war der Auffassung, die Route sei mit einer guten Abfolge von Handklemmern deutlich einfacher. Offiziell wurde die Linie jedoch nicht abgewertet. Die Empath Cliff ließ Herson nicht los und er machte sich Jahre später an die zweite Carlo Traversi Linie, die im Gegensatz zu ihrem bekannten Nachbarn seit ihrer Erstbegehung noch keine Wiederholung gesehen hatte.

Erste Wiederholung für Connor Herson
Im Oktober 2025 kehrte Herson zurück zum Empath Cliff um sich den weniger bekannten Nachbarn von Empath vorzunehmen: »Towing the Line« (8c). Ein klassischer, kraftvoller und technisch anspruchsvoller Carlo-Traversi-Stil entlang einer langen, markanten Linie auf perfektem Granit, mit abwechslungsreichen, wohl überlegten Zügen. Ursprünglich mit 8c bewertet, schlug Herson keine neue Bewertung vor, merkte aber an, dass sich die Kletterei in ihrem Schwierigkeitsgrad mit Empath vergleichbar anfühlte. Die Bewegungen, erklärt er weiter, können problemlos mit den besten Granitrouten mithalten die er bisher geklettert ist. »Die Linie wandelt sich recht schnell von unmöglich zu fast leicht«, erzählt der 22-jährige US-Amerikaner in der kurzen Doku über seine Begehung. »Die Kletterei ist kräftig, doch die Kraft die man braucht kann man sich schnell erarbeiten. Es dauert zwar bis man die Crux-Züge herausgefunden hat, doch wenn es soweit ist kann man sie immer wieder wiederholen.«
Trad-Talent Herson
Connor Herson wuchs in Kalifornien auf und kam früh im Yosemite Valley mit dem Riss- und Big-Wall-Klettern in Kontakt. Bereits in jungen Jahren gelangen ihm freie Begehungen etablierter Routen, so kletterte er beispielsweise im Alter von 15 Jahren die Nose am El Capitan frei. Noch vor seinem achtzehnten Geburtstag komplettierte er die Herausforderung, fünfzig Routen zwischen 8b+ und 9a zu punkten. In den folgenden Jahren verlagerte sich sein Fokus zunehmend auf anspruchsvolle Trad-Routen, darunter Wiederholungen von international bekannten Testpieces wie Meltdown, Magic Line und Empath.

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Credits: Alle Bilder zur Verfügung gestellt von Black Diamond

