Reepschnüre sind wahre Multitalente und kommen in unterschiedlichsten Situationen am Berg zum Einsatz. Wir zeigen dir, wozu du Reepschnüre nutzen kannst und welche Durchmesser sich für welchen Zweck eignen.

Ein Beitrag von Fabian Reichle – Bächli Bergsport

Das Seil ist elementarer Bestandteil einer Hochtour. Sei es für Gletscherüberquerungen oder im steilen Gelände: Unter Umständen hängt wortwörtlich das eigene Leben daran. Doch damit nicht genug, denn als quasi kleine Geschwister des Tourenseils gehören auch Reepschnüre zur Standardausrüstung für jede alpine Unternehmung. Doch was ist eine Reepschnur und wozu kann sie genutzt werden?

Gleicher Aufbau wie beim Kletterseil

Kurzum: Eine Reepschnur ist ein Seil mit geringem Durchmesser von 4 bis 8 Millimeter. Der Aufbau entspricht demjenigen eines Kletterseils, sprich, ein Kern wird von einem Mantel umgeben – der grosse Unterschied ist jedoch das Materialverhältnis dieser beiden Elemente. Der Seilmantel dient bei der Reepschnur nicht nur zum Kernschutz, sondern trägt zur Bruchkraft bei. Das macht die dünnen Seile zwar für statische Belastungen äusserst solide, für dynamische Stürze sind sie jedoch nicht geeignet.

Auch wenn die Schnüre simpel aussehen mögen, in ihnen steckt jede Menge Hightech. So werden sie aus extrem robusten Kunstfasern hergestellt. Hierbei kommen beispielsweise Nylon, Kevlar oder Dyneema zum Einsatz. Die verschiedenen Grundmaterialien haben zwar alle leicht unterschiedliche Eigenschaften in Bezug auf Reissfestigkeit, Oberflächenbeschaffenheit oder UV-Resistenz.

So oder so werden Reepschnüre streng genormt und müssen Sicherheitsstandards entsprechen. Konkret sind das die EU-Norm EN 564 und der Safety Standard UIAA-102. Dabei wird die Bruchlast je nach Seildurchmesser fix definiert.

Wofür können Reepschnüre gebraucht werden?

  • Standplatzbau
  • Prusikschlinge
  • Eigensicherung beim Abseilen
  • Trittschlinge bei Spaltenrettung
  • Flaschenzug

Die Reepschnur ist ein echter Allrounder. Sei es für den Standplatzbau, Prusikschlingen für den Aufstieg, zur Eigensicherung während dem Abseilen, als Trittschlinge für die Spaltenrettung, als Flaschenzug oder ganz banal als Wäscheleine am Basecamp: Die Reepschnur ist ein praktischer Begleiter für fast alles, was statisch belastet werden soll oder muss.

Ganz so einfach ist es jedoch nicht, denn je nach Einsatz spielen Länge und vor allem Durchmesser eine wichtige Rolle. Folgende Richtwerte gilt es zu beachten:

  • 5 bis 6 Millimeter Durchmesser: Zusatz- und Zwischensicherungen wie Prusikschlingen, Flaschenzüge oder Sanduhren
  • 8 Millimeter Durchmesser: Standplatzbau

Schnüre unter 5 Millimeter sollten ausschliesslich für den Materialtransport verwendet werden.

Was die Länge und Anzahl von Reepschnüren auf Hochtouren betrifft, scheiden sich die Geister. Mit zwei 4-Meter Reepschnüren von 6 Millimeter Durchmesser ist man gut unterwegs. Wenn eine 1,5 Meter lange, etwas dünnere Schnur zusätzlich im Rucksack Platz hat, umso besser. Die gewünschte Länge kannst du dir bei Bächli Bergsport einfach und schnell zuschneiden lassen.

Über Bächli Bergsport

Bächli Bergsport ist das führende Schweizer Fachgeschäft für Klettern, Bergsteigen, Expeditionen, Wandern, Skitouren und Schneeschuhlaufen. An derzeit 13 Standorten in der Schweiz bietet Bächli Bergsport seiner Kundschaft fachkundige Beratung und hochstehenden Service. Auf LACRUX publiziert Bächli Bergsport in regelmässigen Abständen spannende Beiträge zu den Themen Klettern, Bouldern und Bergsteigen.

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Credits: Text Fabian Reichle von Bächli Bergsport, Bild Mammut