Ein Kraftakt: Laura Pineau klettert als erste Frau »Wet Lycra Nightmare« (8b) in Yosemite

Die Französin Laura Pineau hat als erste Frau »Wet Lycra Nightmare« (8b, 9 Seillängen) im Yosemite Valley begangen. Es ist gleichzeitig ihre erste Solo-Begehung einer Mehrseillängenroute.

Elf Jahre nach der Erstbegehung durch Yosemite-Pionier Todd Skinner hat Laura Pineau als erste Frau »Wet Lycra Nightmare« wiederholt. Die 25-jährige Französin befreite die neun Seillängen am Leaning Tower nach intensiver Vorbereitung. Drei Tage verbrachte sie für ihre Begehung in der Wand.

Das ist nicht nur meine erste Solo-Bigwall, sondern auch die größte Leistung in meinem Yosemite-Jahr 2025.

Laura Pineau+
Laura Pineau in der Crux-Seillänge (Bild: Miya Tsudome)

Damit schließt Pineau einen siebenmonatigen Aufenthalt im Yosemite Valley ab – und eine besonders erfolgreiche Saison. Gemeinsam mit der US-Ameriknerin Kate Kelleghan gelang ihr im Juni die erste Frauenbegehung der Yosemite Triple Crown. Die 77 Seillängen starke Kombination aus der Nose am El Capitan, der Nordwestwand am Half Dome und der Südwand am Mount Watkins ist eine der ultimativen Herausforderungen in Yosemite. Pineau und Kelleghan meisterten die drei Routen und 30 km Laufdistanz in unter 24 Stunden.

Wet Lycra Nightmare: ein (fast) vergessener Klassiker

»Wet Lycra Nightmare« ist eine Variation von »Wet Denim Daydream«, einer Route von Darrell Hatton und Angus Thuermer von 1977. Nachdem Todd Skinner und Jim Hewitt die Linie 2004 eingerichtet hatten (und Skinner sie im selben Jahr erstbeging), blieb sie über ein Jahrzehnt lang unwiederholt. Erst 2015 gelang Alex Honnold die zweite Begehung der Linie. Danach folgten weitere Wiederholungen von Nik Berry (2018), Jordan Cannon (2022) und William Moss (2024).

Der Leaning Tower in Yosemite (Bild: Wikimedia Commons)

Laura Pineau ist die erste Frau, die sich nun zu den Begehern von »Wet Lycra Nightmare« gesellt. Um sich auf die 270 Klettermeter vorzubereiten, investierte sie 17 Tage in die Route. Dabei spielte trotz guter Absicherung vor allem der mentale Aspekt eine große Rolle. Denn eine Schlüsselstelle wartet in Form einer schwierigen Verschneidung in über 600 Metern Höhe.

Nach drei Tagen in der Wand und 15 Versuchen in der vierten und schwersten Seillänge gelang Pineau am 27. November der Durchstieg. Bei dem dreitägigen Kraftakt verbrannte sie nach eigenen Angaben mehr als 10.000 Kilokalorien.

Laura Pineau: Spezialistin für Risse & Bigwalls

Die Französin mit dem treffenden Spitznamen »Mademoiselle Fissure« hat schon mehrfach gezeigt, dass sie für die schwersten Routen der Welt zu haben ist. 2023 kletterte sie als zweite Frau nach Babsi Zangerl die Trad-Linie »Greenspit« (8b/+) im Valle dell’Orco, eine der härtesten Risstouren Europas.

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Credits Titelbild: Logan Calder

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