Filip Schenk räumt auf in Arco: »Beginning« (9a+) & »Tre Mou Polacche« (9a)

Kurz nach seiner Wiederholung von Stefano Ghisolfis Ausdauer-Testpiece »Erebor« (9b) hat Filip Schenk jetzt seine restlichen Projekte in Eremo di San Paolo bei Arco abgehakt. Zeit für neue Herausforderungen.

Viele Kletternde dürften es kennen: Es gibt Gebiete, deren Stil einem einfach weniger gut reinläuft. Genauso ging es dem Südtiroler Profikletterer Filip Schenk mit Eremo di San Paolo, einem Kletterhotspot etwas nördlich von Arco. Das hielt den 25-Jährigen allerdings nicht davon ab, dort mit »Erebor« (9b) seine bisher schwerste Route zu klettern. Jetzt hat Schenk auch mit den letzten harten Linien des Sektors aufgeräumt: »Beginning« (9a+) und »Tre Mou Polacche« (9a). Sie stehen für seinen Abschluss mit einem ganz besonderen Ort.

Ich habe in Eremo di San Paolo angefangen zu klettern und dort vermutlich am meisten Zeit in meinem Kletterleben verbracht. Der Abschluss fühlt sich schön und traurig zugleich an.

Filip Schenk

Eremo di San Paolo hatte Schenk schon lange vor »Erebor« immer wieder an seine Grenzen gebracht, als er in jungen Jahren seine ersten Outdoor-Erfahrungen sammelte. Überzeugt war er von seiner Heimat-Crag anfangs nicht: »Ich habe den Stil dort nie wirklich geliebt: sehr physisch, steil und mit winzigen Griffen.« Gerade weil ihm die Kletterei dort schwer fiel, zog es den Südtiroler immer wieder an den Ort zurück, der ihn am meisten herausforderte.

Schenk klettert in Eremo di San Paolo über der Klause aus dem 12. Jahrhundert (Bild: Crimp Films)

Schenk tickt altes Nemesis-Projekt

Dass er sich in seinem Antistyle enorm weiterentwickelt hat, hat sich Filip Schenk mit seiner Wiederholung von »Erebor« endgültig bewiesen – die 25 Züge lange Linie ist die schwersten Route in Eremo di San Paolo. Dabei war »Erebor« dieses Jahr im Grunde genommen auch Teil der Vorbereitung auf ein altes Projekt: »Beginning« (9a+). Beide Routen hatte Schenk bereits letztes Jahr probiert. Dieses Jahr entschied er sich allerdings zunächst für die schwerere der beiden, weil er sich für »Beginning« noch nicht bereit fühlte.

Die alte Nemesis-Linie wurde wie »Erebor« ebenfalls von Stefano Ghisolfi eröffnet – allerdings eine Saison früher, im Jahr 2020. Der hatte ursprünglich 9a/+ als Schwierigkeitsgrad vorgeschlagen und 2021 seinen Vorschlag auf 9a+ korrigiert, nachdem ein wichtiger Griff ausgebrochen war. »Beginning« wurde dieses Jahr bereits von Alex Megos und dem Spanier Alex Ventajas wiederholt.

Bei Filip Schenk hat der Erfolg in »Erebor« wohl einen Schalter umgelegt: Nur fünf Tage später gelang ihm nicht nur sein alter Endgegner »Beginning«, sondern auch »Tre Mou Polacche« (9a), laut dem Südtiroler »die beste 9a in Arco«.

Erste 9a+ und 9b für Filip Schenk

Ein runder Abschluss also, dass Filip Schenk jetzt ausgerechnet an seinem Heimat-Kletterspot innerhalb kürzester Zeit zwei neue Schwierigkeitsgrade erreicht hat. »Beginning« ist seine erste 9a+, nachdem er den Grad kurz zuvor mit »Erebor« (9b) übersprungen hatte.

Ich bin stolz, dass ich mich in meinem Antistyle verbessern konnte. Ich bin bereit für das nächste Gebiet!

Filip Schenk
Filip Schenk schließt den Kreis und klettert »zuhause« seine erste 9b und 9a+ (Bild: Crimp Films)

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Credits Titelbild: Crimp Films

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