Der November gehört Erebor – Filip Schenk tickt sein 9b Projekt

Letzten Monat haben wir mit Filip über sein aktuelles Projekt gesprochen, seine liebste Linie in Arco – jetzt hat er sich Stefano Ghisolfis Ausdauer-Testpiece »Erebor« (9b) abgeholt.

Stress, Nervosität, Perfektionismus und einige Rückschläge waren Teil dieser Reise, aber am Ende hat sich jeder Moment gelohnt, um diese Emotionen zu erleben!

Filip Schenk

Faszination Erebor

Ein neuer Meilenstein für den Südtiroler, er hat damit den 9a+ Grad übersprungen und sich seine erste 9b gesichert. 2024 begann Schenk Erebor zu projektieren und ihm fiel schnell auf, dass die Linie ganz seinem Stil entsprach. Im Oktober hat er uns erzählt, dass sein Projekt in Eremo di San Paolo, circa zwei Kilometer nördlich von Arco, seine absolute Lieblingslinie in der Region ist. Jetzt hat er sie in der Tasche. 

Die Linie, schreibt er, kannte er inzwischen gut aus zwei Erebor Sessions im letzten Jahr. Das erste Boulderproblem der Route stellte sich als die größte Crux für den 25-Jährigen heraus. Die bekannte Beta wollte für ihn einfach nicht aufgehen, weshalb er sich einen eigenen Weg hindurch suchen musste. Schenk trainierte sehr spezifisch auf die Bouldersequenz hin, weshalb er sich die Route viel schneller abholte, als ursprünglich erwartet und nur vier Tage in der Wand verbrachte bis er den Umlenker clippen konnte. 

Filip Schenk in Erebor | Bild: Crimp Films
Filip Schenk in Erebor | Bild: Crimp Films

Eine King-Line in der Region

Die Traumlinie ist bekannt für die Vielfalt an Kletterstilen die sie vereint. Sie hat sehr kleine Griffe, die immense Fingerkraft fordern und gleichzeitig aber Züge, bei denen es absolut auf die Körperposition ankommt. Die Route beginnt, so Schenk, mit 25 knallharten Zügen, die einem keinen Moment zum durchatmen lassen. Kurz vor dem letzten Boulder kommt eine Stelle, die einen kurzen Rest ermöglicht. An dieser Stelle ist Fokus gefragt. 

Während man Pause macht, kann man zum ersten Mal in der Linie darüber nachdenken zu scheitern.

Filip Schenk

Erebor wurde im Januar 2021 von Stefano Ghisolfi eröffnet und damals mit der Schwierigkeit 9b/+ versehen. Damit war die Linie zu dieser Zeit die schwerste Route Italiens (inzwischen abgelöst durch Excalibur 9b+). Im November 2021 wagte Adam Ondra sich an diese Herausforderung und wertete sie auf 9b ab, da er eine einfachere Lösung für die obere Schlüsselstelle gefunden hatte. Auch Jakob Schubert und Stefano Carnati teilten die Meinung von Ondra. 

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Credits: Titelbild: Crimp Films

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