Zwischen dem Japanischen Bergsport- und Kletterverein (JMSCA) und dem Internationalen Kletterverband (IFSC) kam es zu Meinungsverschiedenheiten, die vor dem Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne (CAS) behandelt werden mussten. Nun hat der CAS die Klage des JMSCA abgewiesen.

Im Kern geht es um die Selektion japanischer Athletinnen und Athleten für die Olympischen Sommerspiele in Tokio. Mit dem Entscheid des CAS ist klar, welche Athletinnen und Athleten Japan vertreten werden. Es sind dies Tomoa Narasaki, Kai Harada, Akiyo Noguchi und Miho Nonaka.

Die Ganze Geschichte um den Streit der beiden Verbände ist etwas kompliziert. Wir klären auf.

Wie es zum Rechtsstreit kam

Der erste Wettkampf, an dem Tickets für die Olympischen Sommerspiele vergeben wurden, waren die Weltmeisterschaften in Hachioji im Jahr 2019. Die acht besten Athletinnen und acht besten Athleten des Wettkampfes erhielten eines der begehrten Tickets. Tomoa Narasaki, Kai Harada, Akiyo Noguchi und Miho Nonaka waren unter den acht besten Athletinnen und Athleten des Events und sicherten sich damit ihre Olympia-Teilnahme. Zumindest, wenn es nach dem IFSC geht.

Anders interpretierte der JMSCA die Selektionskriterien. Die Japaner gingen davon aus, dass nur eine japanische Athletin und ein japanischer Athlet in Hachioji ein Olympiaticket gewinnt – also Narasaki und Noguchi – und die übrigen Plätze aus den qualifizierten Kandidatinnen und Kandidaten des Wettkampfes in Toulouse sowie der Asiatischen Kontinentalmeisterschaften gewählt würden. Kai Harada und Miho Nonaka wären damit womöglich leer ausgegangen.

Beschwerde Japans abgewiesen

Mit ihrer Interpretation der Selektionskriterien trat der JMSCA folglich an den Internationalen Sportgerichtshof. Dieser hatte zu entscheiden, ob die Selektion gemäss dem Verständnis des IFSC oder des JMSCA erfolgen soll. Vor wenigen Tagen fiel der Entscheid zugunsten des Internationalen Sportkletterverbandes IFSC. Damit ist nun besiegelt, dass Tomoa Narasaki, Kai Harada, Akiyo Noguchi und Miho Nonaka Japan an den Olympischen Sommerspielen 2020 (verschoben ins Jahr 2021) vertreten werden.

Es ist jetzt an der Zeit, dass wir uns wieder auf den Sport konzentrieren und uns den Herausforderungen der Pandemie stellen.

IFSC-Präsident Marco Scolaris

Beim JMSCA akzeptiert man die Entscheidung des CAS, meint aber dazu:

Wir haben das getan, was wir als Verband tun konnten, nämlich den Fall vor den Internationalen Sportgerichtshof zu bringen. Es tut uns leid, dass Athleten, die gemäss unserer Meinung nach die Chance auf ein Olympia-Ticket gehabt hätten, aufgrund des Entscheids nun das Nachsehen haben.

JMSCA

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Credits: Titelbild IFSC