Die beiden Belgier Nico Favresse und Sébastien Berthe schliessen ihre Europa-Tour mit einer Eintages-Begehung der schwersten Route am Eiger ab: Odyssee (8a+, 1’400m).

Nico und Séb sind nicht zu bremsen. Nachdem die beiden innert kürzester Zeit die bekannte Alpentrilogie punkteten, nebenbei Routen wie Headless Children abhackten, sorgten sie am Eiger wieder für Furore. Ein ideales Wetterfenster und einige wenige Tage vor Ende ihres geplanten Trips stiegen die beiden Belgier in die schwerste Route am Eiger ein: Odyssee.

Vor drei Jahren war ich schon einmal mit Stephane Hanssens in der Route, musste aber in der dreizehnten Seillänge umkehren, weil sich die Route aufgrund des Wetters in einen Wasserfall verwandelte.

Nico Favresse

Die beiden stiegen um vier Uhr morgens mit Stirnlampen in die Route Odyssee ein und erreichten das Top der 33. Seillänge nach rund 22 Stunden intensiver Kletterei.

Stiegen früh in die Route ein: Nico Favresse und Sébastien Berthe. (Bild Sébastien Berthe)
Stiegen früh in die Route ein: Nico Favresse und Sébastien Berthe. (Bild Sébastien Berthe)

Wir waren komplett erschöpft, hatten kalt aber waren glücklich, die freie Begehung der Route geschafft zu haben. Vor allem freute mich aber, dass ich die Route komplett sturzfrei klettern konnte. Was für eine geniale Route!

Nico Favresse

Nico als auch Sébastien konnten sämtliche Seillängen der Route Odyssee an diesem Tag rotpunkt klettern. Die Geschichte um die Eintagesbegehung durch Nico und Sébastien hat aber auch ihre Schattenseite. Mehr dazu berichten wir in der nächsten Episode unserer Sendung BETA in Zusammenarbeit mit ActiontalkTV.

Die Route Odyssee wurde von Roger Schäli, Simon Gietl und Robert Jasper in den Jahren 2009 bis 2013 eingerichtet und im August 2015 frei geklettert (Team-Rotpunkt). Eine erste Wiederholung gelang Jacopo Larcher und Babsi Zangerl im Jahr 2018.

Informationen zur Route Odyssee in der Eiger Nordwand

Route: Odyssee
Vorbereitung: 2009 bis 2013 Robert Jasper und Roger Schäli
Erstbegeher: Robert Jasper, Roger Schäli und Simon Gietl – August 2015 – Team Rotpunkt Style
Charakter: Sehr ernsthafte Hochalpine Bigwall-Route in der Eiger Nordwand
Wandhöhe: 1400 Meter
Schwierigkeit: 8a+
Routenverlauf: Einstieg vom Eigergletscher 2320 Metern zum Wandfuß und über die klassische Nordwand (Heckmair-Route, 1938) bis zum Stollenloch. Weiter über die überhängende Rote Fluh und den Tschechenpfeiler bis zum Ausstieg auf circa 3700 Metern (siehe Topo!)
Absicherung: sportlich mit rostfreien M10 Bohrhaken und z.T. im „Trad Style“ mit Schlaghaken. Es werden zur weiteren Absicherung 2 Sätze Camlots benutzt. Für den Notfall empfiehlt sich die Mitnahme eines Hammers, 2-3 Messerhaken und 2 Pecker. (Expo bis E5!)

Das Topo der Route Odyssee gibt’s hier.

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Credits: Titelbild Nico Favresse

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