In einem Taco-Laden trafen die Profikletterinnen Matilda Söderlund und Anna Hazelnutt zufällig aufeinander. Hazelnutt erzählte von ihrem langgehegten Traum, in Madagaskar zu klettern, und Söderlund war sofort dabei. Wenige Monate später, Anfang Juni, fuhren die beiden über holprige Pisten Richtung Tsaranoro.
Das Ziel der beiden: Air Madagascar (8b+), eine Route, die 2010 von Dirk Uhlig und Jörg Andreas am Areté der Kamboni-Wand eröffnet wurde. Die ersten fünf Seillängen folgen einem markanten Riss in leicht überhängendem Granit bis zu einem Absatz auf halber Wandhöhe. Darüber wechseln sich Platte- und Gratkletterei bis zum Gipfel ab. Zu ihrer Überraschung erwies sich die kaum bekannte Linie als absolut spektakulär: Spannende Bewegungen, knifflige und fordernde Sequenzen, ein echter Geheimtipp.

Doch die Linie verlangte den beiden Profiathletinnen alles ab: extrem weite Runouts (teils fünf Bolts auf 40 Metern), brüchiger Fels und eine 8b-Crux, an dem einst sogar Adam Ondra scheiterte. Beim Durchstiegsversuch gelangen nicht beiden alle Längen frei, doch als Team kämpften sie sich durch miserable Biwaknächte und Sturmböen bis zum Gipfel.
Wir fühlten uns als hätten wir einen verborgenen Diamanten gefunden!
Anna Hazelnutt
Sehenswert macht den Film nicht nur die hochkarätige Granitkletterei, sondern auch die ehrliche Auseinandersetzung mit Erfolg und Scheitern und die Freundschaft zweier Kletterinnen, die unter Druck an der Wand wächst. Klare Empfehlung.

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