Das Tessin ist das Aushängeschild des Schweizer Boulderns und eins der schönsten Bouldergebiete weltweit. Eliot Stephens gibt Boulder-Begeisterten mit »Swiss Select – Ticino’s Best Bouldering« einen brandneuen Boulderführer mit Überblick über die drei Hauptgebiete: Brione, Cresciano und Chironico.
Warum eigentlich Bouldern im Tessin?
Die abwechslungsreiche Landschaft, die hervorragende Felsbeschaffenheit und unzählige Boulder in allen Schwierigkeitsgraden ziehen jährlich viele Boulderer in den Kanton Tessin. Die Region im Schweizer Süden wird oft als das »mediterrane Herz der Schweiz« bezeichnet – für Freunde der Vertikalen ist es aber vor allem ein Paradies der Blöcke. Ins Tessin, behaupten viele, kann man so oft kommen wie man will, es gibt jedes Mal noch neue Linien zu entdecken.

Ticino’s Best: 1.200 ausgewählte Boulder
Im Fokus des neuen Boulder-Topos »Swiss Select« stehen Cresciano (Highlight für Technik-Liebhaber*innen), Chironico (Zuhause der ersten 9A der Schweiz) und Brione (Hotspot für Hard-Mover). Der Guide umfasst rund 1.200 Boulderprobleme auf 288 Seiten – das ist längst nicht alles, was es in den drei Gebieten zu bouldern gibt, aber laut Stephens das Beste.
Die Boulder in meinem Guide sind nur eine kleine Auswahl von dem, was es tatsächlich in der Region zu entdecken gibt […]. Die Auswahl habe aufgrund der Qualität der Boulder im Bezug auf Fels, Route, Bewegungen und der Griffe getroffen.
Eliot Stephens
Das bietet »Swiss Select«
Den neuen Boulderführer – oder eher das Best-Off des Tessin – kann man fast schon als kleine Boulder-Bibel bezeichnen. Direkt zu Beginn findet man einen Karte mit den drei Gebieten, inklusive der näheren Orte, Berge, Haupt- und Nebenstraßen und Gewässer. Hinzu kommt eine Übersicht über die drei Ortschaften und alle darin beschriebenen Boulderzonen mit den zugehörigen Seitenzahlen.

Ebenfalls enthalten: Wichtige Informationen zur Region, Notfallnummern und Verhaltensregeln fürs Bouldern, vor allem in Einklang mit den Anwohnenden. Das dreisprachige Glossar zu Boulderbegriffen gibt gerade Anfänger*innen einen guten Start in die Lingo am Fels.
Ein weiteres Add-On für Boulder-Nerds: die Doppelseiten zur Geschichte der Erschließung der Gebiete. Hier beschreibt Stephens die frühen Tage des Boulderns im Tessin und die Erschließungen einiger King Lines wie beispielsweise Dreamtime.
Nutzerfreundlicher Boulder-Topo
»Swiss Select« ist sinnvoll aufgeteilt und einfach zu verstehen. Pro Region gibt es eine Übersichtsseite, auf der Informationen zum Gebiet, Zustieg sowie den Parkplätzen (meistens einen QR-Code für Google Maps) aufgeführt sind. Ein Diagram beschreibt, wie viele Boulder in welchen Schwierigkeitsbereichen man im jeweiligen Gebiet erwarten kann. Das macht es unglaublich einfach, auch in verschieden starken Gruppen das Meiste aus einem Trip ins Tessin heraus zu holen.

Die einzelnen Sektoren sind im Topo schlüssig dargestellt und mit Koordinaten versehen, um die Boulder zu finden. Jeder Block ist mit einem farbigen Foto aufgeführt, auf dem die Boulder gut sichtbar eingezeichnet sind. Hinzu kommen Infos zum korrekten Start.
Wichtig: Aktuell gibt es das Buch nur auf Englisch zu kaufen!

Über den Autor
Seit 2011 ist der Waliser Eliot Stephens leidenschaftlicher Boulderer. 2013 verschlug es ihn zum ersten Mal ins Tessin. Er verliebte sich in die Region und unternahm oft mehrere Trips pro Jahr in den Süden der Schweiz. Mit seinem Buch will er Anfänger*innen und alten Hasen des Sports die absoluten Highlights des Tessins nahebringen.
Es gibt fast keinen Zweifel, dass es im Tessin mitunter die besten, schwersten und geschichtsträchtigsten Boulder zu finden gibt.
Eliot Stephens
Wir haben Eliot außerdem nach seinen Tessin-Top-3 gefragt, die ihr euch bei eurem Trip in die Schweiz auf keinen Fall entgehen lassen solltet:
Cresciano
La Nave Va (7C+) – »Der Inbegriff vom Klettern in Cresciano! Kleine Tritte, Sloper und große Abhängigkeit von Körperspannung und Reibung. Für mich ist das eine der schönsten Linien in Cresciano, die gerade zu darum bettelt geklettert zu werden. Aus irgendeinem Grund habe ich La Nave Va erst an einem perfekten Januar Tag 2025 versucht. Die Bedingungen sind hier wirklich ausschlaggebend!«

Chironico
Big Paw (8B+/C) – »Eine der auffälligsten Linien in Chironico. Eine absolute Schönheit! Die zauberhaften Linien im Fels fungieren gleichzeitig als Griffe und die Bewegungen sind absolut außergewöhnlich. Ein wahrer Klassiker von Dave Graham! Für mich war der Boulder ein längeres Projekt und ich war mehr als zufrieden, als ich es im November 2019 abgeschlossen habe.«

Brione
Brione Arete (6B+) – »Die offensichtliche Kante auf der Lichtung ist ein Klassiker aus Brione und die Umgebung macht den Boulder unvergesslich. Ich erinnere mich noch ganz genau an das erste Mal als ich Brione Arete geklettert bin. Ich rutschte damals 2013 beim Zustieg im Schnee herum und versuchte den Schnee am Topout irgendwie zu vermeiden. Ein Juwel, absolut eurer Crash Pads würdig!«

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Credits: Alle Bilder wurden von Eliot Stephens zur Verfügung gestellt

