Beim Weltcup in Madrid gewann Japans Sorato Anraku das dritte von bisher drei Boulder-Events der Saison, Gold ging an die Britin Erin McNeice. Im Speed triumphierten die US-Amerikanerin Emma Hunt und der Chinese Chu Shouhong.
Bouldern: Drei von drei für Sorato Anraku
Mehr als 280 Athletinnen und Athleten waren beim Boulder- und Speed-Weltcup in Madrid dabei – zwölf davon nahmen Edelmetall mit nach Hause. Sorato Anraku aus Japan hatte sogar schon die dritte Goldmedaille in Folge im Gepäck. Der 19-Jährige musste zwar im Halbfinale um den Einzug unter die besten Acht kämpfen, aber toppte im Finale als Einziger alle vier Boulder.
Ich konnte im Finale aggressiver und mit mehr Power klettern als sonst – wegen dem, was im Halbfinale passiert ist.
Sorato Anraku
Silber ging an den US-Amerikaner Colin Duffy mit drei Tops, der zuvor im Halbfinale das Feld angeführt hatte. Es ist erst das zweite Mal, dass Duffy im Weltcup auf einem Boulder-Podium steht – 2022 hatte er den Doppel-Weltcup in Innsbruck (Boulder & Lead) gewonnen.
Bronze gewann der Franzose Samuel Richard, der sich mit einem Top und drei Zonen vor erfahrenen Finalisten wie Dohyun Lee, Keita Dohi oder Dayan Akhtar behaupten konnte. Auch zwei Überraschungskandidaten waren unter den besten acht Herren: Oscar Baudrand (Kanada) und Guillermo Peinado Franganillo (Spanien) bestritten in Madrid ihr erstes Weltcup-Finale.





Eindrücke aus dem Herrenfinale & -halbfinale | Bilder: Lena Drapella/World Climbing
Erin McNeice holt ihr erstes Boulder-Gold der Saison
Auch bei den Damen ging der Sieg an die einzige Person, die alle vier Finalboulder toppen konnte: die Britin Erin McNeice. Für die 22-jährige Olympiakletterin ist es die zweite Medaille der Saison – vergangenes Wochenende holte sie Silber beim Boulder-Weltcup in Bern McNeice tritt auch im Lead an und erreichte 2025 bis auf eine Ausnahme in beiden Disziplinen stets das Finale.
Ich wusste, dass ich auf Gold aus war, aber hier zu gewinnen ist nie selbstverständlich. Man muss es sich erkämpfen.
Erin McNeice
Knapp hinter McNeice platzierte sich Melody Sekikawa aus Japan, die zuvor als Sechste ins Finale eingezogen war. Die asiatische Vizemeisterin im Bouldern war sowohl 2026 als auch 2025 regelmäßig unter den besten Acht. Vergangenes Jahr gewann sie Bronze in Prag.
Auf Platz drei landete in letzter Sekunde die Französin Oriane Bertone, die das Halbfinale angeführt hatte. Für die Boulder-Spezialistin ist es die erste Medaille der Saison: In Keqiao und Bern hatte sie zwar das Finale erreicht, aber es nicht auf das Podium geschafft. In Madrid setzte sich Bertone vor den restlichen Finalistinnen durch, die allesamt zur erfahrenen Welt-Elite zählen – darunter Oceania Mackenzie, Camilla Moroni und Anon Matsufuji.





Eindrücke aus dem Damenfinale | Bilder: Lena Drapella/World Climbing
USA und China gewinnen im Speed
Beim Speed-Weltcup in Madrid holte sich Emma Hunt aus den USA ihre dritte Goldmedaille in einem Weltcup. Im Finale stellte die 23-Jährige mit 6,08 Sekunden außerdem einen neuen panamerikanischen Rekord auf. Silber ging überraschend an die Ukrainerin Polina Khalevyqh, die dort erst ihren zweiten Erwachsenen-Weltcup bestritt. Shaoqin Zhang aus China holte Bronze – wie schon beim Weltcup 2024 in Madrid.
Bei den Herren setzte sich der 19-jährige Chinese Shouhong Chu vor dem Indonesier Antasyafi Robby Al Hilmi (Silber) und seinem Landsmann Jie Yang (Bronze) durch. Die schnellste Zeit im Herrenfinale: 4,72 Sekunden – aufgestellt von Al Hilmi im Lauf gegen Zach Hammer aus den USA.


Speed-Podium der Herren und Damen | Bilder: Lena Drapella/World Climbing
Madrid: erstes Finale mit deutscher Beteiligung in Saison 2026
In Madrid erreichte auch Leander Carmanns das Finale – als erster Deutscher in dieser Saison und über alle Disziplinen hinweg. Carmanns erzielte Platz 11 in der Qualifikation und setzte sich im Achtelfinale gegen den amtierenden Weltmeister Jianguo Long durch. Im Viertelfinale schied er nach einem Sturz gegen Zach Hammer aus und wurde Achter.
Für die deutschen Boulder-Starterinnen und -Starter endete der Weltcup in Madrid spätestens im Halbfinale. Dort erreichte Thorben Perry Bloem als bester Deutscher Platz 16. Lucia Dörffel kletterte als einzige Frau aus Team Germany im Halbfinale und erzielte Platz 22.

Nächste Station: Prag (Boulder & Lead)
Für die Boulder-Athletinnen und -Athleten geht es dieses Wochenende nahtlos in Prag weiter, wo vom 3. bis 7. Juni der zweite Lead-Weltcup der Saison ausgetragen wird. Der nächste Weltcup im Speed steht erst vom 3. bis 5. Juli in Krakow an.
Alle Termine zur laufenden Saison 2026 findet ihr hier.
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Credits Titelbild: Lena Drapella/World Climbing

