Die Skibergsteiger Samuel Equy und Mathéo Jacquemoud haben die Rundtour von Chamonix zum Gipfel des Mont Blanc und zurück in 4:41:24 Stunden gemeistert. Das Duo knackt damit William Bofellis Rekord aus dem Mai 2025.
Seit dem 25. April gibt es einen neuen Speed-Rekord am Mont Blanc: Das französische Skibergsteiger-Duo Samuel Equy und Mathéo Jacquemoud unterbot die bisherige Bestmarke von William Boffelli um fast zwei Minuten. Die neue Fastest Known Time (FKT) für eine Skibesteigung des Mont Blanc liegt damit bei 4 Stunden, 41 Minuten und 24 Sekunden.
Für einen Rekordversuch am Mont Blanc (4.806 m) wird üblicherweise an der Kirche von Chamonix gestartet, die gleichzeitig als Ziel des Rundlaufs dient. Dabei gilt es rund 30 Kilometer und 3.700 Höhenmeter zu bewältigen. Nach der Skiabfahrt vom Gipfel steht ein letzter Sprint zurück zum Ausgangspunkt an.


Bilder: Noa Barrau
Eingespieltes Rekordhalter-Duo
Samuel Equy (29) und Mathéo Jacquemoud (35) zählen zu den erfahrensten Athleten im Ski-Mountaineering und haben bereits zahlreiche gemeinsame Touren absolviert. »Wir kennen unseren Rhythmus und unsere Art voranzukommen. Der Wunsch, das zu zweit anzugehen, hat sich ganz natürlich ergeben«, so Mathéo Jacquemoud. Jacquemoud selbst hielt mehr als zehn Jahre den Rekord auf der »Rennstrecke« des Mont Blanc. 2013 hatte er sie in 5 Stunden und 6 Minuten gemeistert.
Auch Samuel Equy hat schon Rekorde im Speed-Alpinismus erzielt. 2023 gelang ihm gemeinsam mit Benjamin Védrines die »Haute Route« von Chamonix nach Zermatt in 14 Stunden und 54 Minuten. Seit 2026 halten Jacquemoud und William Boffelli die Bestzeit für die Strecke, die 103 Kilometer und 8.200 Höhenmeter umfasst. Sie unterboten mit einer Zeit von 13:27:49 Stunden erstmals die 14-Stunden-Marke.
Mont Blanc: Schwierige Bedingungen für Equy & Jacquemoud
Die rund 30 Kilometer Rundstrecke am Mont Blanc ist zwar immer dieselbe – aber die Bedingungen können bei jedem Versuch sehr unterschiedlich ausfallen. Für Samuel Equy und Mathéo Jacquemoud stellte vor allem die sogenannte Jonction eine Herausforderung dar, eine zerklüftete Gletscherzone. Sie kostete das Duo wertvolle Zeit.
Die Jonction war dieses Jahr wirklich kompliziert – sehr viele Spalten und eine große Bruchlinie, die das Gebiet in zwei Teile gerissen hat.
Mathéo Jacquemoud
Trotzdem legten beide Skibergsteiger beim Aufstieg ein derartiges Tempo vor, dass es am Ende für eine neue Bestzeit reichte. Equy erreichte den Gipfel in 3:41 Stunden, Jacquemoud eine Minute später. Nach einer schnellen Abfahrt erreichten sie schließlich gemeinsam das Ziel in Chamonix.




Bilder: Noa Barrau
Vier neue Bestzeiten in zwölf Monaten
In den vergangenen zwölf Monaten wurde die FKT am Mont Blanc immer weiter gedrückt. Im Mai 2025 knackte der Franzose Benjamin Védrines mit einer Zeit von 4:54:41 Stunden erstmals den langjährigen Rekord des Spaniers Kilian Jornet aus dem Jahr 2013 – um knappe drei Minuten.
Védrines‘ Rekord motivierte wiederum den Italiener William Boffelli, der ihn nach nur sieben Tagen unterbot. Neue Bestzeit: 4:43:24 Stunden. Diese »Fastest Known Time« haben Samuel Equy und Mathéo Jacquemoud jetzt mit 4:41:24 erneut reduziert.
Den Speed-Rekord bei den Damen hält derzeit die französische Extremsportlerin Èlise Poncet mit 6:54 Stunden. Vergangenes Frühjahr schlug sie die Bestzeit der Amerikanerin Anna DeMonte von 2024 um mehr als 30 Minuten.
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Credits Titelbild: Noa Barrau

