Der italienische Kletterer Giovanni Placci hat Mitte September an vier aufeinanderfolgenden Tagen vier verschiedene 9a-Routen geklettert: drei im Piemonteser Gebiet La Stazione, eine in Albenga. Einen Flash verpasste er erst im letzten Zug.
Jeden Tag eine andere 9a
Den Auftakt machte „Prima Classe“ (9a), die Placci im zweiten Versuch klettern konnte. Am Tag darauf folgte „Narcissus“ (9a) in Albenga, diesmal im dritten Go. Am dritten Tag tickte er „Trainspotting“ (9a), wieder im zweiten Versuch. Den Abschluss der Serie bildete „Vivi si muore“ (9a). Vier Tage, vier Linien, kein Ruhetag dazwischen.

Knapp am Flash vorbei
Das Ziel der Woche war ambitionierter als die Bilanz vermuten lässt: Die drei 9a-Routen in La Stazione wollte Placci flashen. Das Gebiet im südlichen Piemont beschreibt er als „wettkampfartig“ und damit als passenden Ort für die Zeit direkt nach der Saison. Aufgegangen ist der Plan nicht, knapp war es aber an allen drei Linien. Am knappsten an „Vivi si muore“: Im Flash-Versuch rutschte ihm im letzten Zug die rechte Hand ab.
Kein Raum für Fehler
Einen zweiten ersten Versuch gibt es nicht. Placci sieht das genauso nüchtern. Das Flash-Spiel lasse keinen Raum für Fehler, sagt er, „diesmal hat es nicht gereicht“. Unzufrieden klingt er trotzdem nicht. Er sei froh, die Linien geklettert zu haben und sich gerade in so guter Form zu fühlen.

Placci selbst ordnet die Woche eher als Training ein: als Programm mit „etwas leichteren Routen“ und neuen Gebieten, während er auf gute Bedingungen für sein eigentliches Ziel wartet. Das heißt „La Rage d’Adam“ (9b). Nach der Woche in La Stazione und Albenga sei er jedenfalls hochmotiviert, zu seinem Hauptprojekt in La Ramirol zurückzukehren. Die Bedingungen dürften mit jeder Herbstwoche besser werden.
Vom Weltcup-Finale direkt an den Fels
Die Serie folgte unmittelbar auf das Ende von Placcis Wettkampfsaison mit dem Weltcup-Finale in Koper. Sie markiert zugleich den Beginn einer Phase, in der der 25-Jährige wieder stärker draußen klettern will.
„Nach dem Weltcup in Koper konnte ich es kaum erwarten, wieder an den Fels zu kommen. Letztes Jahr hatte ich nicht viel Zeit fürs Klettern draußen, aber dieses Jahr will ich wirklich mehr Zeit investieren.“
Giovanni Placci
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