Der 41-jährige italienische Bergsteiger Corrado ‚Korra‘ Pesce ist bei einem Unfall am Cerro Torre in Patagonien verunglückt. Er kletterte zusammen mit dem argentinischen Bergsteiger Tomás Aguiló, als eine Geröll- und Eislawine die Beiden traf. Aguiló gelang es, abzuseilen und die Rettung zu alarmieren. Das schlechte Wetter vereitelte die Rettung des schwer verletzten Corrado Pesce.

UPDATE, 31.01.2022 – 14.53 Uhr

Carolina Codo vom El Chalten Alpine Rescue Center hat gemäss dem italienischen Newsportal italy24.com und dem Portal explorersweb.com den Tod von Corrado Pesce bestätigt. „Er kann nicht mehr am Leben sein. In dieser Höhe und ohne adäquate Schutzausrüstung droht nach maximal zwei Stunden der Erfrierungstod“, erklärt Codo.


Artikel vom 30. Januar 2022

Knapp drei Wochen sind vergangen, seit Robert Grasegger bei einem tragischen Unfall an der Aguja Guillaumet sein Leben verlor. Nun ereilt uns bereits die nächste Schreckensmeldung aus El Chalten in Patagonia: Der 41-jährige Bergsteiger Corrado Pesce und sein Seilpartner Tomás Aguiló sind in ihrem Biwak am Cerro Torre von einer Lawine getroffen worden.

Dabei wurden beide schwer verletzt. Aguiló gelang es, aus eigener Kraft abzuseilen und die Rettungskräfte zu alarmieren. Korra musste er jedoch in der Ostwand zurücklassen.

Unfall-Patagonien-Corrado-Pesce
Corrado Pesce ist am Cerro Torre schwer verunglückt.

Aguiló verletzt, aber in Sicherheit

Eine Rettungsaktion mit zahlreichen Helfern, darunter der deutsche Bergsteiger Thomas Huber, Roger Schäli und die spanischen Brüder Iker und Eneko Pou, half, Aguiló in Sicherheit zu bringen. Er wurde mit einem Hubschrauber der argentinischen Armee ins SAMIC-Krankenhaus in El Calafate geflogen.

Wetter vereitelt Rettung von Corrado Pesce

Am Samstag beschlossen die Retter schweren Herzens, die Bergungsaktion von Corrado Pesce zu unterbrechen. Das Wetter verschlechterte sich rapide. Die Überlebenschancen des Bergsteigers werden als gering eingeschätzt.

„Die Versuche, den Bergsteiger zu erreichen, waren aufgrund der widrigen Wetterverhältnisse in dem Gebiet und der herabstürzenden Felsen und des Eises erfolglos.“

Hermanos Pou

Mit jeder Stunde, die vergeht, schwindet die Hoffnung für Korra. Die Retter glauben, dass der italienische Bergsteiger Corrado Pesce keine Überlebenschancen hat.

Neue Route durch die Nordwand

Den beiden Bergführern Corrado Pesce und Tomás Aguiló war es gelungen, eine neue Route in der Nordwand des Cerro Torre zu eröffnen. Ein Meilenstein für den Alpinismus, der nun von diesem tragischen Unfall überschattet wird.

Corrado Pesce kann auf eine lange Geschichte schwieriger Bergbesteigungen zurückblicken, sowohl in den Alpen als auch in Patagonien und sogar im Himalaya, wo er zusammen mit Martín Elías, Sebastien Coret und Damien Tomasi den mythischen Impossible Star am Bhagirathi III wiederholt hat. Mit Martín Elías beging er die Routen Directe de l’Amitié (2014) und Rolling Stones (2015) an der Grandes Jorasses. Zusammen mit Manu Córdova bestiegen sie die Aiguille Mermoz und den Egger Turm.

Im März letzten Jahres sorgte er für Schlagzeilen, als er mit Will Sim in der Westwand des Dru in die Fußstapfen von Walter Bonatti trat.

Sowohl Korra Pesce als auch Tomy Aguiló sind Elite-Bergsteiger und UIAGM-Führer. Gemeinsam haben sie 2016 die erste Wiederholung von Psycho Vertical auf dem Egger-Turm seit 29 Jahren durchgeführt. Zum Erfolgsteam gehörten auch Roli Striemitzer, Iñaki Coussirat und Carlitos Molina.

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+++ Credits: Titelbild pietrolac

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