»Secrets, Shepherds, Sex and Serendipity« (M7, AI5, A2+, 3000m) heißt die neue Linie auf dem 6673m hohen Berg in Pakistan – ein Name der im Kopf bleibt. Erschlossen wurde sie von George Ponsonby (Irland) und James Price (England), beide Mitglieder der Young Alpinist Group aus Großbritannien.
Neun Tage lang verbrachten die beiden jungen Alpinisten damit, den bisher unbegangenen Nordwestgrat des Aikache Chhok hinaufzusteigen. Den Abstieg bewältigten sie über die Südwestwand des Berges. Ein alpinistischer Coup der Young Alpinists! Als Ponsonby und Price sich für den Berg und die Linie entschieden, hielten sie den Gipfel für unbenannt. Tatsächlich erfuhren sie erst nach ihrer Expedition, dass ein italienisches Team, bestehend aus Enrico De Luca, Giorgio Malucci und Gianpiero Di Federico, es 1983 schon einmal zum Gipfel geschafft hatte – damals aber über die Südseite.

Gute Omen, Hirten und ein Wetterfenster
Die Seilschaft hatte ihr Basislager im Baltar Tal gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Young Alpinist Group Sinead Thin, Gemma Robertson und Anna Soligo und einigen lokalen Bergsteigern bei einer Gruppe Hirten aufgeschlagen.
Anderthalb Wochen verbrachten die Expeditionsgruppen damit, die Gegend zu erkunden und mögliche Routen auszuloten bis sich schließlich wieder ein gutes Wetterfenster ankündigte. Ein Imam auf der Durchreise, so Ponsonby, prophezeite ihnen gute Omen für ihr Unterfangen.
Für Thin, Robertson und Solingo stand der Munocho Chhok (5900m) auf dem Plan. Vier Tage hatten sie für ihre Expedition angesetzt, jedoch trafen sie am geplanten Gipfeltag auf 5632m die Entscheidung umzukehren.

Secrets, Shepherds, Sex and Serendipity
Das Duo Ponsonby und Price entschied sich für eine Linie, die sie die gesamte Zeit über vom Eingang ihres Zeltes aus sehen konnten. Eine Route mit vielen Rinnen, die bis zum Gipfel des Aikache Chhok führte. Die beiden hatten einen Zustieg von fünf bis sieben Tagen geplant, jedoch erzählt uns Price, dass ihnen schon am zweiten Tag klar wurde, dass sie »eine ganz schön lange Zeit am Berg sein würden«.
Wir haben an dem Punkt wahrscheinlich noch Witze drüber gemacht oder so, aber es war auch erst der zweite Tag, wir waren frisch und voller Elan.
James Price

Nach acht Tagen erreichten die beiden den Gipfel. Nachdem sie sich vom Gipfelgrat aus einen Überblick verschafft hatten, begannen sie mit dem Abseilen. Nach einigen anspruchsvollen Gletscherüberquerungen, Abseilen über Seracs und Felswände erreichte das Team schließlich einen Biwakplatz, gerade noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang und um die Stirnlampen ihrer Teamkameradinnen zu sehen, die vom Basislager heraufleuchteten. Zurück im Basislager wurden sie von den anderen Mitgliedern der YAG, den pakistanischen Bergsteigern und den Hirten mit Gesang und Gewehrschüssen empfangen. »Ich glaube wir haben alle Emotionen, die man haben kann durchgemacht, während unserer Zeit am Berg. Aber wir haben immer versucht eine gewisse Leichtigkeit beizubehalten. Auch am letzten Tag hatten wir noch die Energie vor dem Schlafengehen Witze zu reißen und Geschichten zu erzählen« reflektiert Price.

Die Berge im Baltar Tal sind laut Price und Ponsonby meist nach Personen benannt. Da zu diesem Zeitpunkt niemand der Anwesenden von der italienischen Expedition von 1983 wusste, nannten sie den Berg »Akbar Chhok« zu Ehren ihres Gastgebers und als Erinnerung an die gemeinsame Zeit.






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Credits: Bilder: James Price und George Ponsonby

