Whittaker und Villanueva befreien weitere knallharte Risslinie

Mitte Januar eröffneten Facundo Saubidet, Jeremías Castaña und Santiago Scavolini in der Westwand des Guillaumet eine neue Route: Anda pa’alla. Anfang Woche gelang es Pete Whittaker und Sean Villanueva, die 500-Meter-Linie mit Schwierigkeiten bis 8a zu vollenden und erstmals komplett frei zu klettern.

Zum zweiten Mal innert Kürze erreicht dicht gefolgt auf ein kurzes Schönwetterfenster in Patagonien eine Erfolgsmeldung von Pete Whittaker und Sean Villanueva unsere Redaktionsstube. Am 7. Februar befreiten sie als erste Seilschaft Yacaré (550m, 7a+) an der Aguja Rafael Juarez. Vor wenigen Tagen doppelten sie mit der ersten freien Begehung von Anda pa’alla (500m, 8a) an der Aguja Guillaumet nach.

«Anda pa’alla ist eine Queen-Line, die Kletterei in hoher Qualität bietet.»

Sean Villanueva
Julia Cassou, Sean Villanueva und Pete Whittaker geniessen die letzten Sonnenstrahlen des Tages auf dem Gipfel der Aguja Guillaumet. Bild: Julia Cassou
Julia Cassou, Sean Villanueva und Pete Whittaker geniessen die letzten Sonnenstrahlen des Tages auf dem Gipfel der Aguja Guillaumet. Bild: Julia Cassou

Komplettiert und frei geklettert

Die von Facundo Saubidet, Jeremías Castaña und Santiago Scavolini erstbegangene Linie führt in neun Seillängen durch die Westwand der Aguja Guillaumet, bevor sie kurz vor dem Gipfel mit einer Variante der Route Padrijo zusammenläuft.

Sean Villanueva und Pete Whittaker schafften es, die Route bis zum Gipfel fortzusetzen und dabei sämtliche Seillängen erstmals frei zu klettern. Riss-Spezialist Pete Whittaker konnte die 8a-Schlüsselseillänge im zweiten Anlauf Rotpunkt klettern, während Sean Villanueva knapp daran vorbei schrammte.

Anda pa'alla (500m, 8a) in der Westwand der Aguja Guillaumet. Bild: Patagoniavertical
Anda pa’alla (500m, 8a) in der Westwand der Aguja Guillaumet. Bild: Patagoniavertical

Schlüsselstelle: Ein dünner, vereister Riss

«Der untere Teil der Schlüsselseillänge fühlte sich anfangs schwieriger an, als er wahrscheinlich hätte sein sollen, denn es handelte sich um einen nassen Riss, aus dem ich beim Klettern Eis hacken musste.»

Pete Whittaker

Wenig später stoppte die offensichtliche Crux, ein dünner Riss mit unangenehmer Körperpositionierung und ausladenden Fingerklemmern Whittaker’s ersten Rotpunkt-Versuch. Die einzelnen Züge schaffe er frei und erreichte den Stand.

Nachdem Sean Villanueva die Führung übernommen und an den Bewegungen der Crux gearbeitet hatte, sicherte sich Pete Whittaker im zweiten Anlauf die Rotpunktbegehung.

Rotpunkt im zweiten Go: Peter Whittaker in der Schlüsselseillänge von Anda pa'alla (500m, 8a). Bild: Julia Cassou
Rotpunkt im zweiten Go: Peter Whittaker in der Schlüsselseillänge von Anda pa’alla (500m, 8a). Bild: Julia Cassou

Den Gipfel der Aguja Guillaumet erreichten die Beiden im letzten Tageslicht. Gegen Mitternacht waren sie wieder zurück im Camp. «Es ist ein unglaublicher Ort am Fels dort oben«, schwärmt Pete Whittaker, «aber die Berge in Patagonien machen mir immer noch Angst, also ist volle Konzentration beim Klettern die einzige Option.»

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+++ Credits: Titelbild Julia Cassou

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