Romy Fuchs im Tessin: Was für eine Ticklist!

Romy Fuchs ist nicht nur am Seil stark unterwegs, sondern macht auch beim Bouldern immer wieder mit Begehungen harter Linien auf sich aufmerksam. Wie haben mit der deutschen Kletterin über ihre beeindruckende Tessin-Ticklist gesprochen.

Vergangenen Frühling hat Romy Fuchs zusammen mit Lara Neumeier die Korsika Kingline Delicatessen (120m, 8b) wiederholt und ihre Skills auf anspruchsvollen Platten mit Mikroleisten demonstriert. Diesen Frühling hat die 22-Jährige ihr Talent in einer weiteren Disziplin des Kletterns aufblitzen lassen: dem Bouldern. Im Tessin hat sie während ihres zweiwöchigen Trips zahlreiche schwierige Linien wiederholt.

Romy Fuchs in Versage (8B). Bild: Kim Marschner
Einer ihrer bislang schwersten Boulder: Romy Fuchs in Versage (8B). Bild: Kim Marschner

Tessin Ticklist von Romy Fuchs

Romy, du bist aktuell sehr stark unterwegs. Was ist dein Geheimnis?

Rectangle_Knatsch im Magic Wood

Ich glaube mir hat es viel gebracht, mal etwas länger im gleichen Gebiet zu sein. Gar nicht so sehr, um länger zu projektieren, sondern einfach, um sich mehr an den Fels und die Griffe zu gewöhnen.

«Ausserdem habe ich im Winter versucht, etwas konsequenter ein- bis zweimal pro Woche Aufbautraining an der Definierwand zu machen, dazu Hangeln und Fingerboard. Das hat sich scheinbar ganz gut für mich bewährt.»

Romy Fuchs
Beliebter Klassiker in Brione: Romy Fuchs in Forever More sit (8A/+). Bild Tilman Rothe
Romy Fuchs in Forever More sit (8A/+). Bild Tilman Rothe

Bist du mit konkreten Zielen angereist, oder hast du spontan entschieden, was du machen willst?

Versace und Kings of Sonlerto wollte ich mir schon länger mal anschauen, aber ich dachte eher, dass ich mal die Züge auschecke und dann schaue, ob ich eine Chance habe. Dass ich beide Linien gleich klettern kann, hab ich absolut nicht erwartet. Auch Frogger wollte ich schon seit längerem versuchen. Das Dach ist allerdings oft nass, weswegen ich unbedingt die Chance nutzen wollte, den Boulder zu klettern.

«Entwash und Marilyn Monroe waren eher meine «Nemesis»-Projekte. Ich habe beide schon ein paar Mal in anderen Urlauben probiert, aber nie zu Ende gebracht. Deswegen hab ich mich sehr gefreut, dass sie diesmal gingen.»

Romy Fuchs

Forever more kannte ich davor tatsächlich gar nicht, aber beim Anschauen hat der Boulder mich irgendwie angelacht und er ist mir dann glücklicherweise auch ganz gut gelaufen.

Eigentlich hätte ich gerne noch Heritage im Val Bavona probiert. Diesen Boulder habe ich im Dezember mal ausgecheckt, aber diesmal war er leider nass. Und auch im Schattental hatte ich noch Sachen von letztem Mal offen, die ich jetzt gar nicht probieren konnte. Genügend Gründe, um bald wieder zu kommen.

Team ABC (7C) konnte Romy Fuchs innerhalb einer Session klettern. Bild Tilman Rothe
Team ABC (7C) konnte Romy Fuchs innerhalb einer Session klettern. Bild Tilman Rothe

Gibt es in deiner Ticklist Boulder, deren Begehung dich besonders freuen?

Besonders cool fand ich es Versace zu klettern, weil die Züge einfach mega sind und er zu meinen schwersten Bouldern bislang zählt. Über Marilyn Monroe habe ich mich auch sehr gefreut, da ich die letzten Male gar nicht das Gefühl hatte, den Boulder klettern zu können. Und Kings of Sonlerto hat mir mega Spass gemacht, weil ich hohe Boulder einfach toll finde!

«Marilyn Monroe war es ein ziemlicher Fight am letzten Tag und ich hatte zwischendrin schon etwas die Hoffnung aufgegeben. Das ist immer am Coolsten!»

Romy Fuchs

Wie würdest du deinen Tessin-Trip zusammenfassen?

Ich hab es sehr genossen, einfach viel zu bouldern und zusammen mit meinem Freund und alten Bekannten eine gute Zeit am Fels zu haben. Der gegenseitige Support und das gemeinsame Projektieren motivieren mich immer sehr. Wenn man dann auch noch mit einer vollen Ticklist heimkommt, ist das natürlich doppelt cool. 

Romy Fuchs in Frogger (8A). Bild: Kim Marschner
Romy Fuchs wiederholt Frogger (8A). Bild: Kim Marschner

Was steht dieses Jahr klettertechnisch noch auf deiner «to do» Liste?

Beflügelt von diesem Trip habe ich mir überlegt, vielleicht mal New Baseline im Magic Wood anzuschauen. Ich hoffe, dass ich dort ein paar Wochenenden im Frühling verbringen kann.

Ausserdem möchte ich diesen Saison mal etwas mehr in meiner Wahlheimat Franken projektieren, mal sehen, wie es so um meine Ausdauer am Seil bestellt ist. Dort habe ich aber noch keine konkreten Routen im Kopf.

Gegen Ende des Jahres plane ich eine längere Reise nach Südamerika, wo ich einfach viele Klettergebiete auschecken möchte und in Chile einige Zeit zum Bouldern verbringen will.

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Credits: Titelbild Kim Marschner

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