Im Herbst 2020 verbrachte Adam Ondra über einen Monat in Spanien. Hauptziel des Aufenthaltes war die Rotpunktbegehung einer der schwierigsten Routen der Welt: Perfecto Mundo (9b+). Das war seine Begehungstaktik.

Während Adam Ondra Routen bis 9a fast immer onsight oder flash zu klettern versucht, war bei Perfecto Mundo klar, dass er die Route nicht im ersten Versuch klettern wird. Und so musste er entscheiden, wie er an die Route herangeht.

Mein Flash-, respektive Onsight-Level ist weit von 9b+ entfernt. Deshalb war klar, dass ich die Route vorher projektieren musste.

Adam Ondra

Als Adam Ondra erstmals in die Route einstieg, versuchte er schon gar nicht, grössere Abschnitte der Route zu klettern. Viel mehr ging es ihm darum, jede einzelne Sequenz anzuschauen und alle möglichen Lösungen auszuprobieren.

Adam Ondra nimmt Perfecto Mundo (9b+) in Angriff
Adam Ondra nimmt Perfecto Mundo (9b+) in Angriff. (Bild AO Productions)

Ich fixiere mich in diesem Stadium noch gar nicht auf eine spezifische Lösung, sondern versuche jede erdenklich mögliche Lösung auszuprobieren.

Adam Ondra

Vielversprechender Start

Lange musste Adam Ondra nicht an den Sequenzen tüfteln, denn er schaute sich die Videos der früheren Begeher, Alex Megos, Jakob Schubert und Stefano Ghisolfi im Detail an. Die einzelnen Züge fühlten sich nicht so streng an, wie erwartet.

Ich habe die Methoden von Alex, Jakob und Stefano probiert und die Züge fühlten sich isoliert relativ einfach an.

Adam Ondra

Sobald Adam dann mit dem Zusammenhängen der Züge begann, sah die Geschichte anders aus. Seine Taktik sah wie folgt aus: Er begann die ersten Versuche vom siebten Bolt bis zum Top zu klettern. Er fiel zwar im oberen Teil, noch vor dem Umlenker, raus. Doch eher aufgrund eines Fehlers, als mangels Kraft. Und so entschied sich Adam schon bald für Begehungsversuche vom fünften Bolt an.

Ich war überzeugt, dass ich in wenigen Tagen vom fünften Bolt bis zum Umlenker klettern kann.

Adam Ondra

Das Wetter macht Adam einen Strich durch die Rechnung

Schnell war aber klar, dass Adam so schnell nicht vom fünften Bolt bis zum Umlenker klettern wird, denn das Wetter in Margalef zeigte sich von der schlechten Seite. Sogar die einfacheren Züge der Route Perfecto Mundo waren plötzlich schwierig.

Als das Wetter dann wieder besser wurde – und Adam schon über einen Monat in Margalef war – entschied er sich für richtige Versuche von Beginn weg. Oft kam er der Begehung nahe, konnte sogar die berühmte Schlüsselstelle beim zehnten Bolt, zur Zange hin, sehr nah. Manchmal konnte er die Zange sogar halten, fiel dann aber beim nächsten Zug.

Adam Ondra hatte mit schlechtem Wetter zu kämpfen. (Bild AO Productions)
Adam Ondra hatte mit schlechtem Wetter zu kämpfen. (Bild AO Productions)

Obwohl ich die Route komplett auswendig kannte und durch den unteren Teil flowen konnte, fiel ich im oberen Teil.

Adam Ondra

Und so endete der lange Margalef-Aufenthalt für Adam Ondra ohne Rotpunktbegehung der Route Perfecto Mundo. Eindrücke seines Aufenthaltes hielt Adam Ondra ihm Rahmen einer Videoserie fest. Nachfolgend sind die wichtigsten Episoden zu finden.

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Credits: Titelbild AO Productions, Ausführlicher Bericht auf www.adamondra.com