Paralympics 2028: Qualifikationssystem für Para Klettern steht fest

Para Klettern wird 2028 in Los Angeles zum ersten Mal bei den Paralympischen Spielen vertreten sein. Jetzt hat das Internationale Paralympische Komitee das Qualifikationssystem vorgestellt.

Insgesamt 80 Para Kletterinnen und Kletterer können sich für die Paralympics vom 15. bis 27. August 2028 in Los Angeles qualifizieren. 40 Athletinnen und 40 Athleten aus acht Sportklassen repräsentieren dabei zum ersten Mal die Disziplin Para Klettern auf paralympischem Level. Sie treten in insgesamt acht Medaillenevents in den Sportklassen B1, RP1, AU2, AL2 (Herren) sowie B2, RP1, AU2, AL2 (Damen) an.

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hat mit dem Qualifikationssystem auch konkrete Beschränkungen vorgegeben: Pro Land dürfen insgesamt acht Damen und Herren starten. Pro Geschlecht dürfen außerdem maximal zwei Athletinnen oder Athleten desselben Landes im selben Medaillenevent antreten. Die USA bekommt als Gastgebernation einen Startplatz pro Medaillenevent und Geschlecht. Dies greift allerdings nur dann, wenn sich keine US-Athletinnen oder -Athleten direkt qualifizieren.

Sportklassen im Para Climbing

Bei den Damen und Herren gibt es je 10 Sportklassen nach Art und der Grad der Einschränkung. Die Zahl 1–3 beschreibt den Grad der Beeinträchtigung (höhere Zahl = niedrigerer Grad der Beeinträchtigung). 

B – Athlet*innen mit Sehbeeinträchtigung (blind)
AL – Athlet*innen mit Gliedmaßen- oder Funktionsverlust (lower limb)
AU – Athlet*innen mit Gliedmaßen- oder Funktionsverlust (upper limb)
RP – Athlet*innen mit neurologischer/physiologischer Beeinträchtigung (limited range/power)

Zwei Qualifikationsevents in 2027 und 2028 entscheidend

Ihre erste Chance auf ein Ticket zu den Paralympics bekommen die Para Kletterinnen und Kletterer bei den World Championships 2027 in Brno, Tschechien. Dort geht es auch für die Athletinnen und Athleten der Disziplinen Boulder, Lead und Speed um die Olympia-Qualifikation. Insgesamt 12 Damen und 12 Herren können sich über die WM im Para Klettern für die Spiele qualifizieren. Plätze bekommen die jeweils drei besten Athletinnen und Athleten in den vier paralympischen Sportklassen. Dabei wird die die US-Quote berücksichtigt, die dem Gastgeberland insgesamt acht Plätze garantiert.

Um die restlichen 48 Starterplätze bei den Paralympics wird daraufhin erst 2028 geklettert. Geplant ist ein World Climbing Para Qualifier Event, bei dem sich weitere 24 Athletinnen und 24 Athleten die letzten Spots sichern können. Dabei qualifizieren sich die jeweils sechs Besten aus jedem Medaillenevent.

Alle Kletterinnen und Kletterer müssen vor dem 1. Januar 2012 geboren sein, um an den Spielen teilzunehmen. Eine erfolgreiche Paralympics-Qualifikation muss endgültig vom nationalen Paralympischen Komitee der sich qualifizierenden Person bestätigt werden.

Paralympics-Hoffnung aus dem deutschen Team: Kevin Bartke ist amtierender Weltmeister in der Sportklasse AU2 | Bild: Jan Virt/IFSC

Vorfreude auf Paralympics-Debüt steigt

Keine zwei Jahre dauert es mehr, bis Para Klettern auf seiner bisher größten Bühne stehen wird. Für die Athletinnen und Athleten der Paralympischen Sportklassen steht mit dem vorgelegten Qualifikationssystem der Fahrplan zu den Spielen fest. Pierre You, Para Climbing Vizepräsident von World Climbing, nennt es einen „wichtigen Meilenstein, dass nun offiziell und schriftlich festgehalten ist, was unsere Athletinnen und Athleten tun müssen, um bei unserer ersten Teilnahme an Paralympischen Spielen dabei zu sein“.

World Climbing habe einen starken Qualifikationsweg erarbeitet, so You weiter: „Dass dieser nun vom IPC genehmigt wurde, bringt uns einen Schritt näher an das, was wir vor einigen Jahren noch für einen Traum hielten: Para Climbing bei den Paralympischen Spielen. Ich kann LA28 kaum erwarten.“

Die Paralympischen Spiele in LA 2028 werden der Höhepunkt einer langen Reise sein – und der Moment, in dem der Para-Klettersport mit seinen Athletinnen und Athleten die größte Bühne der Welt erreicht.

World Climbing

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Credits Titelbild: Jan Virt/IFSC

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